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Vor fünfzehn Jahren waren Windräder und Solarparks Symbole für ein politisches Versprechen, heute liefern sie die Mehrheit des öffentlichen Stroms in Deutschland. 2025 lag der Anteil Erneuerbarer Energien an der öffentlichen Nettostromerzeugung bei 57,1 Prozent.1 Aus Vision ist Infrastruktur geworden.

Parallel wandelt sich ihr Ansehen als Geldanlage. Clean-Energy-ETFs und thematische Aktienfonds gehören längst zum festen Inventar vieler Depots, jetzt rücken Erneuerbare Energien auch in die Nachbarschaft von Immobilien und Gold. Sie werden zum anerkannten Sachwert, hinter dem ein reales Asset steht, das laufend Strom produziert und planbare Cashflows abwirft.

Dass diese Logik trägt, belegen die ersten Fonds. klimaVest etwa startete 2020 als deutscher European Long-Term Investment Fund (ELTIF) für Privatanleger:innen und hat in fünf Jahren rund1,8 Mrd. Milliarden Euro Anlagekapital in Erneuerbare Energien investiert. Auf den Track Record sind wir stolz: Jedes Geschäftsjahr seit Auflegung schloss der Fonds im Plus.2

Und doch ist die Anlageklasse jung. Die Spielregeln, nach denen Erträge in dieser Welt entstehen, formen sich gerade erst aus. In diesem Artikel erfahren Sie, welche fünf Trends den Markt bis 2030 prägen und worauf Anleger:innen heute schon achten sollten. 

Das Wichtigste in Kürze: 

  • Erneuerbare Energien decken heute mehr als die Hälfte der öffentlichen Nettostromerzeugung in Deutschland und sind auch zu einem ernstzunehmenden Investment geworden.
  • Mit dem Auslaufen der staatlichen Förderung entscheidet die Stromvermarktung zunehmend über Erträge. Power Purchase Agreements (PPAs) gewinnen an Bedeutung, doch sind kein Allheilmittel.
  • Hybridisierung und Batteriespeicher entkoppeln die Stromerzeugung von ihrer Vermarktung. Damit werden Wind- und Solarparks unabhängiger von Wetter und Spotmarktpreisen.
  • Repowering baut auf bewährten Standorten neu auf und hebt die Leistung der früheren Anlagen im Schnitt auf das Dreifache.
  • Stromnetze werden zum Engpass der Energiewende und finden gerade dadurch ihren Platz als eigenständige Anlagemöglichkeit. Sie ergänzen die Erzeugungsseite mit noch besser planbaren Cashflows.
  • ELTIFs haben sich nach der Reform von 2024 als zentrales Vehikel für Privatanleger:innen etabliert. Mit der wachsenden Produktvielfalt wird es jedoch wichtiger, Track Record und Qualität des Asset Managements zu prüfen. 

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Trend 1: Die Förder-Ära läuft aus, jetzt entscheidet die Vermarktung 

Seit dem Jahr 2000 garantiert das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) den Betreibern von Wind- und Solarparks für 20 Jahre einen festen Preis pro eingespeiste Kilowattstunde. Die ersten dieser Anlagen erreichen jetzt das Ende des Förderfensters und müssen ihren Strom anschließend am freien Markt platzieren.

Hinzu hat sich auch das Gesetz selbst gewandelt. Für neue, größere Anlagen wird der Zuschlag heute über Ausschreibungen vergeben und die Vergütung folgt nicht mehr einem festen Tarif, sondern orientiert sich am Marktpreis. Damit verändert sich die Logik der Anlageklasse von Grund auf. Strom muss aktiv vermarktet werden, dabei schwankt der Spotmarkt im Stundenrhythmus. Preise sind ausgerechnet dann am tiefsten, wenn alle Solarparks gleichzeitig liefern.

„Wo früher garantierte Erlöse lockten, bestimmen heute Spotmarktpreise, Wetterdaten und Netzkapazitäten die Einnahmenseite", analysiert Timo Werner, Fondsmanager des klimaVest. „Die Vermarktung von grünem Strom wird dynamischer, damit aber auch anspruchsvoller." So rückt das Asset Management ins Zentrum, denn das entscheidet, ob ein Park seine Möglichkeiten ausschöpft oder hinter ihnen zurückbleibt. Zum Kompetenzprofil gehören unter anderem präzise Ertragsprognosen für jede einzelne Anlage, ein detailliertes Verständnis der lokalen Netzanbindungen und ihrer Engpässe, die Fähigkeit, kurzfristig auf Preissignale am Spotmarkt zu reagieren und nicht zuletzt Erfahrung am Verhandlungstisch mit großen Stromabnehmern.

Was bei oberflächlicher Betrachtung nach mehr Risiko aussieht, ist für erfahrene Asset Manager:innen ein Zugewinn an Spielraum. Dr. Nicole Arnold, Vorstandsmitglied der Commerz Real, beschreibt das so: „Die Vermarktung des erzeugten Stroms bietet verschiedene Ansätze und damit ebenfalls Diversifikationspotenzial. Der Strom kann zum einen ins öffentliche Netz eingespeist werden. Dabei spielt es eine Rolle, ob der Strom zu einem festen, staatlich garantierten Preis oder aber zu schwankenden Marktpreisen vergütet wird. Ein weiteres Modell ist der Abschluss direkter Lieferverträge mit Großabnehmern, sogenannte Power-Purchase-Agreements (PPAs)." Die Mischung dieser Ansätze entscheidet, ob ein Portfolio stabil oder chancenreich aufgestellt ist und inwieweit es sich unabhängiger von einzelnen Strommärkten macht. 

Bei diesen direkten Stromlieferverträgen kauft ein Industrieabnehmer Strom über 10 oder 15 Jahre zu einem festen Preis direkt vom Erzeuger. Das bringt die Planbarkeit zurück, die das EEG verloren hat. Großabnehmer verhandeln allerdings nicht mit hundert kleinen Parks einzeln. Sie suchen Partner mit Volumen und Bonität, die zuverlässig liefern und langfristig vertrauenswürdig sind. Fonds mit großen, breit diversifizierten Portfolios verhandeln auf Augenhöhe mit der Industrie und sichern sich in der Regel bessere Konditionen als kleinere Akteure.

Doch langfristige Planbarkeit kann auch die Rendite drücken, wenn der Strompreis unter dem liegt, was sich am Spotmarkt in lukrativen Phasen erzielen ließe. Für Anleger:innen folgen daraus konkrete Auswahlkriterien beim Erneuerbare-Energien-Investment wie breit diversifizierte Portfolios und ein belastbarer Track Record in der Stromvermarktung. Wer beides mitbringt, kann eher den Wegfall der Einspeisevergütung in einen Vorteil drehen. Wer es nicht hat, bleibt stärker dem Spotmarkt mit seinem Kannibalisierungseffekt ausgeliefert.

Mit dem Ende der festen Einspeisevergütung verschiebt sich die Ertragslogik von Wind- und Solarparks: Von garantierter Sicherheit hin zu Chancen, die kompetente Vermarktung verlangen.


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1REN21 (2024): Renewables 2024 Global Status Report. Global Trends in Investment and Finance. https://www.ren21.net/gsr-2024/modules/energy_supply/01_global_trends/03_investment_and_finance/

2Berechnet nach BVI-Methode (ohne Ausgabeaufschlag, Ausschüttung sofort wieder angelegt). Die frühere Wertentwicklung lässt nicht auf zukünftige Renditen schließen.

3Fraunhofer ISE / Energy-Charts, Electricity generation in Germany in 2025, Januar 2026, https://www.energy-charts.info/downloads/electricity_generation_germany_2025.pdf

4 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Materialien zum EEG-Ziel von 80 Prozent erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch bis 2030, https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Downloads/Energie/kurzdokumentation-wirtschaftl-impulse-ee-2024.pdf

5BloombergNEF, Energy Transition Investment Trends, 2026, https://about.bnef.com/insights/finance/energy-transition-investment-trends/

6Quelle: Scope Fund Analysis, ELTIF-Studie 2026, 26.03.2026, zit. nach DAS INVESTMENT, https://www.dasinvestment.com/eltif-markt-rekord-bei-neuauflagen-volumen-springt-auf-34-milliarden/

7Scope Fund Analysis, „Klare Regeln bringen ersehnten Schwung – ELTIF-Studie 2025", 27.03.2025, https://www.scopeexplorer.com/files/get/?name=news.ReportFile/bytes/filename/mimetype/Scope_ELTIF-Studie_2025.pdf

8Stiftung Warentest, 18.03.2026. https://www.test.de/Eltif-europaeische-Langfristfonds-ueberblick-6286734-0/