- Fonds für Erneuerbare Energien bündeln das Kapital vieler Anleger:innen und investieren es in die Erzeugung von Strom aus Wind und Sonne, entweder direkt in reale Anlagen oder indirekt über Aktien der Branche.
- Die wichtigste Wahl ist die zwischen direkter und indirekter Anlage. Nur die direkte Anlage über einen Sachwertefonds ist von der Börse entkoppelt, die indirekte Anlage über ETF oder Aktienfonds bleibt ein Investment mit Börsenprofil.
- Bei der Auswahl entscheidet zuerst die Strategie, welche Fondsart infrage kommt und danach die Qualität, welcher konkrete Fonds innerhalb dieser Art überzeugt.
- Die strategische Entscheidung fällt zwischen einem konzentrierten Investment in wenige Projekte (meist ein Geschlossener Fonds) und einem breit streuenden Baustein, der das Depot stabilisiert (meist ein ELTIF).
- Wichtige Kriterien sind unter anderem Breite und Zukunftsfähigkeit des Portfolios, Erfahrung des Asset Managements, Track Record, Kapitalbindung und Kosten.
- Ein breit streuender ELTIF mit erfahrenem Asset Management bündelt die Eigenschaften, die ein Sachwert-Investment in Erneuerbare Energien stabil und zukunftsfähig machen.
Fonds für Erneuerbare EnergienWelcher Fonds zu welcher Strategie passt
Das Wichtigste in Kürze
Inhalte
Was sind Fonds für erneuerbare Energien?
Sie bündeln das Kapital vieler Anleger:innen und investieren es in die Erzeugung Erneuerbarer Energie. Entweder fließt das Geld direkt in Sachwerte wie Wind- und Solarparks, an denen der Fonds beteiligt ist. Oder es fließt indirekt in Wertpapiere, also in Aktien und Anleihen von Unternehmen, die im Bereich Erneuerbarer Energien tätig sind. Breiter aufgestellte Fonds berücksichtigen über die reine Erzeugung hinaus auch ergänzende Infrastruktur wie Stromnetze und Batteriespeicher, die für ein funktionierendes Energiesystem notwendig sind und ebenfalls Ertragspotenzial haben.
Die Unterscheidung zwischen direkter und indirekter Anlage ist die wichtigste Weichenstellung dieser Anlageklasse. Sie entscheidet darüber, wie ein Fonds funktioniert, welche Risiken er trägt und wie eng er an die Schwankungen der Börse gekoppelt ist.
Fälschlicherweise werden Fonds für Erneuerbare Energien oft mit nachhaltigen Fonds im Allgemeinen gleichgestellt oder als Klimafonds bezeichnet. Ein nachhaltiger Fonds verteilt sein Kapital über viele Branchen und folgt meist breiten ESG-Kriterien . Ein Klimafonds richtet sich am Ziel der Emissionssenkung aus, kann dafür aber ebenso in Industrie, Immobilien oder Verkehr investieren. Ein Fonds für Erneuerbare Energien ist enger gefasst und zielt konkret auf die Erzeugung von Strom und Wärme aus erneuerbaren Quellen.
Welche Arten von Fonds für Erneuerbare Energien gibt es?
Grundsätzlich lassen sie sich in zwei Gruppen einteilen: solche, die indirekt über Wertpapiere investieren, und solche, die direkt in reale Anlagen wie Wind- und Solarparks investieren. Die ältere Einteilung in offene und geschlossene Fonds hat dagegen an Aussagekraft verloren, seit mit dem ELTIF eine semiliquide Struktur hinzugekommen ist, die sich keiner der beiden Kategorien eindeutig zuordnen lässt.
Innerhalb dieser zwei Gruppen haben sich vier Fondsarten am Markt etabliert:
- Aktien- und Themen-ETFs: indirekte Anlage, börsentäglich handelbar, niedrige Kosten. Doch kein „echtes“ Investment in Erneuerbare Energien, da kein Sachwertbezug
- Aktiv gemanagte Themenfonds: indirekte Anlage, aktive Titelauswahl durch ein Fondsmanagement, dafür höhere Kosten und abhängig von Schwankungen an der Börse
- ELTIFs: direkte Beteiligung am echten Sachwert, mit hohem Diversifikationspotenzial. Seit der Reform ELTIF 2.0 entfallen meist die hohen Mindestanlagesummen
- Geschlossene Fonds und Crowdinvesting: direkte Beteiligung an einzelnen Projekten, allerdings mit hohem Konzentrationsrisiko
Erneuerbare-Energien-Fonds im Vergleich
| Fondsart | Stärken | Zu beachten |
|---|---|---|
| Aktien- und Themen-ETF | börsentäglich handelbar, niedrige Kosten | kein direkter Sachwertbezug, voll den Börsenschwankungen ausgesetzt |
| Aktiv gemanagter Themenfonds | aktive Auswahl und Steuerung durch ein Fondsmanagement | höhere Kosten, ebenfalls an die Börse gebunden |
| ELTIF | direkte Beteiligung am Sachwert, Diversifikationspotenzial | Liquidität je nach Fonds sehr unterschiedlich, Fondsinhalt vor dem Kauf prüfen |
| Geschlossene Fonds und Crowdinvesting | direkter Bezug zu einem konkreten Projekt | hohes Konzentrationsrisiko, bis zum Totalverlust |
| Fondsart | Aktien- und Themen-ETF |
|---|---|
| Stärken | börsentäglich handelbar, niedrige Kosten |
| Zu beachten | kein direkter Sachwertbezug, voll den Börsenschwankungen ausgesetzt |
| Fondsart | Aktiv gemanagter Themenfonds |
|---|---|
| Stärken | aktive Auswahl und Steuerung durch ein Fondsmanagement |
| Zu beachten | höhere Kosten, ebenfalls an die Börse gebunden |
| Fondsart | ELTIF |
|---|---|
| Stärken | direkte Beteiligung am Sachwert, Diversifikationspotenzial |
| Zu beachten | Liquidität je nach Fonds sehr unterschiedlich, Fondsinhalt vor dem Kauf prüfen |
| Fondsart | Geschlossene Fonds und Crowdinvesting |
|---|---|
| Stärken | direkter Bezug zu einem konkreten Projekt |
| Zu beachten | hohes Konzentrationsrisiko, bis zum Totalverlust |
Indirekte Anlage: Aktien- und Themen-ETFs
Ein Erneuerbare-Energien-ETF bildet einen Aktienindex nach, der Unternehmen aus der Branche bündelt, etwa Hersteller von Windturbinen oder Betreiber von Solarparks. Anteile sind börsentäglich handelbar und schon mit kleinen Beträgen zugänglich.
Der Vorteil liegt in dieser Flexibilität und in den niedrigen Kosten, da ein ETF nicht aktiv verwaltet wird. Der Nachteil betrifft die Zusammensetzung. Anleger:innen erwerben Unternehmensanteile, deren Kurs auch von Börsenstimmung und Zinsniveau abhängt, nicht eine Beteiligung an einer einzelnen Anlage. Hinzu kommt, dass viele Indizes unter dem Etikett Erneuerbarer Energien auch Versorger führen, die nur einen Teil ihres Geschäfts umgestellt haben.
Indirekte Anlage: Aktiv gemanagte Themenfonds
Auch aktiv gemanagte Themenfonds investieren in Aktien von Unternehmen aus dem Bereich erneuerbarer Energien. Anders als beim ETF trifft hier ein Fondsmanagement die Auswahl der Titel.
Diese aktive Auswahl macht den Anlageschwerpunkt meist transparenter, weil das Fondsmanagement nachvollziehbar begründet, in welche Unternehmen es investiert. Sie hat allerdings ihren Preis: Die aktive Verwaltung verursacht höhere Kosten als bei einem ETF. An der grundsätzlichen Abhängigkeit von der Börse ändert auch dieser Fondstyp nichts, denn das Investment bleibt deren Schwankungen ausgesetzt.
Direkte Anlage: ELTIFs
Ein ELTIF (European Long-Term Investment Fund) ist eine vergleichsweise junge Fondsstruktur, über die Privatanleger:innen direkt in Sachwerte investieren können. Das Kapital fließt in reale Anlagen wie Wind- und Solarparks, die laufend Strom produzieren und daraus Cashflows erzeugen.
ELTIFs haben den Markt spürbar verändert, auch wenn sie noch nicht in allen Depots angekommen sind. Lange war der direkte Zugang zu Sachwert-Investments in Erneuerbare Energien institutionellen Investoren vorbehalten, Privatanleger:innen blieb er versperrt. Der ELTIF hat das aufgebrochen, in der Branche ist deshalb von einer „Demokratisierung der Private Markets“ die Rede. Erst über diese Struktur können Privatanleger:innen ihr Depot ernsthaft um Erneuerbare Energien als Sachwert ergänzen und auf diesem Weg breiter diversifizieren.
Ein Nachteil ist die eingeschränkte Verfügbarkeit. ELTIFs sind semiliquide und geben Anteile nur in festen Zeitfenstern zurück, deren Fristen je nach Fonds zwischen einem und mehreren Jahren liegen. Das Kapital ist damit langfristig gebunden. Hinzu kommt, dass unter dem Begriff ELTIF sehr unterschiedliche Fonds vermarktet werden, vom breiten Infrastrukturportfolio bis zu Strukturen mit Schwerpunkt Private Debt. Was genau im Fonds steckt, lässt sich am Namen ELTIF allein nicht ablesen.
Direkte Anlage: Geschlossene Fonds und Crowdinvesting
Bei geschlossenen Fonds und Crowdinvesting-Projekte beteiligt man sich direkt an Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energie, meist an einem einzelnen oder wenigen Projekten.
Das macht das Investment besonders greifbar, weil das Kapital in ein klar benanntes Projekt fließt, etwa einen bestimmten Solarpark. Beim Crowdinvesting kommen niedrige Einstiegssummen hinzu, oft schon ab 100 oder 500 Euro.
Genau diese Konzentration auf wenige Projekte ist allerdings die Schwäche dieser Anlageform. Scheitert ein einzelnes Projekt, lässt sich das anders als ein Kursrückgang an der Börse nicht wieder aufholen. Beim Crowdinvesting kommt hinzu, dass Anleger:innen ihr Kapital meist als Nachrangdarlehen geben: Im Insolvenzfall werden sie erst nach allen anderen Gläubigern bedient, was bis zum Totalverlust der Anlagesumme führen kann. Das Kapital ist zudem über die gesamte Laufzeit gebunden.
Erneuerbare Energien Fonds: Die vier Arten im Vergleich
| Fondsart | Sachwertbezug | Streuung |
|---|---|---|
| Aktien- & Themen-ETF | indirekt (über Aktien) | breit gestreut |
| Aktiver Themenfonds | indirekt (über Aktien) | breit gestreut |
| ELTIF | direkt (über reale Anlagen) | konzentriert gestreut |
| Geschlossener Fonds / Crowdinvesting | direkt (über reale Anlagen) | konzentriert gestreut |
| Fondsart | Aktien- & Themen-ETF |
|---|---|
| Sachwertbezug | indirekt (über Aktien) |
| Streuung | breit gestreut |
| Fondsart | Aktiver Themenfonds |
|---|---|
| Sachwertbezug | indirekt (über Aktien) |
| Streuung | breit gestreut |
| Fondsart | ELTIF |
|---|---|
| Sachwertbezug | direkt (über reale Anlagen) |
| Streuung | konzentriert gestreut |
| Fondsart | Geschlossener Fonds / Crowdinvesting |
|---|---|
| Sachwertbezug | direkt (über reale Anlagen) |
| Streuung | konzentriert gestreut |
Erneuerbare-Energien-Fonds: Chancen und Risiken
Vernünftig diversifizierte Fonds für Erneuerbare Energien verteilen das eingesetzte Kapital auf viele Anlagen und senken damit das Gewicht, das ein einzelnes Investment im Portfolio hätte. Eigene Risiken entstehen aus der Fondsstruktur selbst, etwa aus Kosten und einer begrenzten Verfügbarkeit des Kapitals.
Welche Vorteile bieten Fonds für Erneuerbare Energien?
- Zukunftsstarke Anlageklasse: Erneuerbare Energien tragen heute mehr als die Hälfte der deutschen Stromerzeugung, der Strombedarf nimmt immer weiter zu und ihr Ausbau ist politisch langfristig angelegt.
- Neuer Baustein im Depot: In vielen Portfolios sind erneuerbare Energien bislang kaum vertreten. Als eigene Anlageklasse, die sich anders verhält als Aktien oder Anleihen, ergänzen sie ein Depot um einen Baustein, der dort meist noch fehlt.
- Risikostreuung: Ein Fonds verteilt das Kapital auf viele Anlagen statt auf eine einzelne. Fällt der Ertrag einer Anlage geringer aus, etwa durch ein schwaches Windjahr oder den Ausfall eines Projekts, wiegt das im Gesamtportfolio weniger schwer.
- Zugang mit überschaubaren Beträgen: Ein ganzes Portfolio aus Wind- und Solaranlagen lässt sich im Alleingang kaum aufbauen. Ein Fonds macht diesen Zugang möglich und das schon mit Summen, die für Privatanleger:innen erreichbar sind.
- Regulierter Rahmen: Fonds unterliegen festen gesetzlichen Vorgaben, von der Prospektpflicht bis zum standardisierten Informationsblatt. Eine private Direktbeteiligung an einem einzelnen Projekt bietet diesen geregelten Rahmen nicht.
- Auswahl und Prüfung durch das Fondsmanagement: Bei aktiv verwalteten Fonds entscheidet ein Fondsmanagement, welche Anlagen und Projekte ins Portfolio kommen. Anleger:innen müssen nicht selbst das tragfähige Projekt aus einer unübersichtlichen Auswahl herausfiltern.
Welche Risiken haben Fonds für Erneuerbare Energien?
Ein Teil der Fonds für Erneuerbare Energien investiert nicht in die Anlagen selbst, sondern in Aktien von Unternehmen der Branche. Das betrifft ETFs und aktiv gemanagte Themenfonds. Wer hier investiert, trägt in erster Linie die Risiken des Aktienmarkts: Der Wert richtet sich nach Börsenstimmung, Bewertungsniveau und Zinserwartung, nicht nach dem Stromertrag eines bestimmten Wind- oder Solarparks.
Wie ausgeprägt das ist, zeigt der Blick auf die Wertentwicklung. Clean-Energy-Aktienfonds durchliefen mehrere schwache Jahre und erholten sich 2025 wieder deutlich.1 Das sind Schwankungen, wie man sie von Aktien kennt und sie haben nichts damit zu tun, wie viel Strom die zugrunde liegenden Anlagen tatsächlich erzeugt haben. Wer Erneuerbare Energien gerade wegen ihres eigenen, vom Aktienmarkt unabhängigen Profils ins Depot holen möchte, erreicht dieses Profil über die indirekte Anlage nicht. Es bleibt eine Aktienanlage – mit allen Chancen und Risiken des Aktienmarktes, ohne die Stärken einer echten Sachwertanlage auszuschöpfen.
Die folgenden Risiken betreffen die direkte Anlage in reale Erzeugungsanlagen:
- Strompreisrisiko: Ein wachsender Teil der Stromerlöse hängt von den Preisen am Spotmarkt ab, die im Stundenrhythmus schwanken. Produzieren viele Anlagen gleichzeitig, fallen die Preise, was als Kannibalisierungseffekt bezeichnet wird. Langfristige Stromabnahmeverträge und Speicherlösungen können das abfedern.
- Wetter- und Klimarisiko: Die Erzeugung aus Wind und Sonne ist von Natur aus wetterabhängig, und die Schwankungen werden größer. Auf ein ertragsstarkes Jahr kann ein schwaches folgen und langfristig verschiebt der Klimawandel sowohl Windmuster als auch Sonneneinstrahlung. Ein guter Standort bleibt deshalb nicht zwangsläufig dauerhaft gut. Ohne geographische Diversifikation ist das Investment Naturphänomenen ausgeliefert.
- Refinanzierungs- und Zinsrisiko: Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energie sind kapitalintensiv und werden zu einem großen Teil über Kredite finanziert. Steigende Zinsen verteuern neue Projekte und erschweren die Refinanzierung bestehender Anlagen.
- Konzentrationsrisiko: Nicht jeder Fonds ist breit aufgestellt. Entfällt ein großer Teil des Vermögens auf wenige Anlagen, schlägt der Wertverlust einer einzelnen Position stärker auf den ganzen Fonds durch. Wie durchdacht ein Fonds dabei streut, hängt auch von der Erfahrung des Asset Managements ab.
- Liquiditätsrisiko: Wind- und Solarparks lassen sich nicht über Nacht verkaufen. Fonds in dieser Anlageklasse arbeiten deshalb mit Mindesthaltefristen und festen Rückgabezeitfenstern. Diese Mechanismen schützen das Portfolio vor Notverkäufen unter Zeitdruck. Für Anleger:innen ist das Kapital damit über mehrere Jahre gebunden, kurzfristige Ausstiege sind meist nur schwer möglich. Bei manchen Fondsarten, etwa geschlossenen Fonds, ist das Kapital sogar über die gesamte Laufzeit gebunden.
Wie hat sich der Markt für Fonds für Erneuerbare Energien entwickelt?
Der Zugang für Privatanleger:innen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich geöffnet und die Auswahl an Fonds ist spürbar größer geworden. Im Umgang mit Nachhaltigkeitsversprechen ist das Umfeld zugleich nüchterner und strenger geworden als Reaktion auf eine Welle von Greenwashing-Vorwürfen. Hinzu kommt, dass die ersten reinen Sachwertefonds inzwischen einen mehrjährigen Track Record vorweisen können, an dem sich ihre Wertentwicklung über verschiedene Marktphasen ablesen lässt.
Lange war die direkte Beteiligung an Wind- und Solarparks institutionellen Investoren vorbehalten, Privatanleger:innen blieb nur der indirekte Weg über Aktien und ETFs.
Das hat sich mit der Einführung des ELTIF 2015 geändert. Die Reform ELTIF 2.0, seit 2024 anwendbar, hat den direkten Zugang zu Sachwerten der Energiewende nochmals für ein breiteres Publikum geöffnet. Unter anderem ist die gesetzlich vorgeschriebene Mindestanlage von 10.000 Euro entfallen. Die Wirkung lässt sich an der Zahl der Produkte ablesen: Allein 2025 kamen europaweit 113 neue ELTIFs auf den Markt, fast doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Das verwaltete Vermögen stieg bis Ende 2025 auf rund 34 Milliarden Euro, gut 55 Prozent über dem Vorjahreswert.2
ELTIFs können verschiedene Vermögenswerte halten, in Deutschland fließt das Kapital aber überwiegend in Infrastruktur. Von den 4,4 Milliarden Euro, die deutsche Anleger:innen Ende 2025 in ELTIFs hielten, entfielen rund 60 Prozent auf Infrastrukturfonds in der Form eines ELTIFs, zu denen auch Anlagen für erneuerbare Energien zählen.2
Zugleich hat sich der Blick auf grüne Geldanlagen verändert. In den Jahren des ESG-Booms war ein Fondsname mit Begriffen wie „green" oder „sustainable" ein Verkaufsargument und nicht immer deckte das Portfolio, was der Name versprach. Inzwischen verlangen die ESMA-Leitlinien, dass ein Fonds einen Nachhaltigkeitsbegriff im Namen auch durch seine Anlagen belegen kann.3 Nachhaltige Fonds verzeichneten 2025 zudem erstmals seit Jahren Nettoabflüsse.4
Worauf kommt es bei der Auswahl eines Fonds für Erneuerbare Energien an?
Zuerst entscheidet die Strategie, welche Fondsart infrage kommt und danach die Qualität, welcher konkrete Fonds innerhalb dieser Art überzeugt. Sieben Fragen führen durch beide Schritte:
- Direktes oder indirektes Investment: Soll das Kapital in reale Wind- und Solarparks fließen, deren Stromerlöse den Wert tragen? Oder in Aktien von Unternehmen der Branche, deren Kurs der Börse folgt?
- Rolle im Depot: Soll der Fonds ein konzentriertes Investment in wenige Projekte sein oder ein breit streuender Baustein, der das Depot stabilisiert?
- Fondsinhalt: Was steckt tatsächlich im Fonds? Lässt sich das anhand von Basisinformationsblatt und Anlagebedingungen nachvollziehen?
- Breite und Zukunftsfähigkeit des Portfolios: Wie weit streut der Fonds über Standorte und Technologien? Denkt er ergänzende Infrastruktur wie Speicher und Netze mit? Wie vermarktet er seinen Strom?
- Asset Management & Track Record: Wie viel Sachwert-Kompetenz steht hinter der Auswahl und dem Betrieb der Anlagen? Lässt sich die Wertentwicklung über mehrere Jahre und verschiedene Marktphasen ablesen oder wird sie nur in Aussicht gestellt? Kann der Anbieter weitere erfolgreiche Sachwertefonds vorweisen?
- Liquidität und Anlagehorizont: Passt die Kapitalbindung des Fonds zu dem Zeitraum, über den das Geld entbehrlich ist?
- Kosten: Welche laufenden Kosten fallen an und stehen sie im Verhältnis zur Leistung des Fondstyps?
Die erste Frage trennt die indirekte Anlage über ETF und Themenfonds von der direkten Anlage. Die zweite Frage entscheidet dann innerhalb der direkten Anlage zwischen ELTIF und Geschlossenem Fonds. Die übrigen fünf Fragen prüfen, ob ein konkreter Fonds hält, was seine Art verspricht.
1Morningstar: Sind Aktien aus erneuerbaren Energien 2026 ein Kauf? 27.01.2026. https://global.morningstar.com/de/nachhaltiges-investieren/sind-aktien-aus-erneuerbaren-energien-2026-ein-kauf
2Quelle: Scope ELTIF-Studie 2026, https://www.dasinvestment.com/eltif-markt-rekord-bei-neuauflagen-volumen-springt-auf-34-milliarden/
3BaFin: ESMA-Leitlinien zu Fondsnamen. 25.07.2024. https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Aufsichtsmitteilung/2024/aufsichtsmitteilung_24072024_ESMA_Leitlinien_Fondsnamen.html
4Morningstar: ESG-Fonds verzeichnen 2025 weltweit weitere Abflüsse inmitten anhaltender Gegenwinde. https://global.morningstar.com/de/nachhaltiges-investieren/esg-fonds-2025-endet-mit-weiteren-abflssen-weltweit-inmitten-anhaltender-gegenwinde