Geldanlage SolarfondsWas Sie bei der Investition in Solarenergie zu beachten haben

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zuletzt aktualisiert10.06.2026
KategorieErneuerbare Energien Investments
Ein Traktor pflügt ein Feld zwischen Reihen von Solarpanels aus der Vogelperspektive.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit Solarfonds wird das gesammelte Kapital vieler Anleger:innen in eine oder mehrere Solaranlagen investiert. So können sich Privatanleger:innen am Sektor Erneuerbare Energien beteiligen, ohne über eine eigene Solaranlage zu verfügen.
  • Die Erlöse eines Solarfonds stammen heute aus mehreren Quellen: langfristigen Stromabnahmeverträgen (PPAs), Verkäufen am Spotmarkt und bei älteren Anlagen aus auslaufenden EEG-Vergütungen. Die Renditeerwartung hängt deshalb davon ab, wie der Stromabsatz strukturiert und über Standorte und Technologien gestreut ist.
  • Offene Solarfonds bieten regelmäßige Rückgabefenster über die Laufzeit, während das Kapital bei geschlossenen Solarfonds bis zum Laufzeitende gebunden ist und nicht ohne Weiteres veräußert werden kann.
  • Reine Solar-Investments sind dem Strompreisrisiko strukturell besonders ausgesetzt: Solaranlagen produzieren alle gleichzeitig und drücken damit genau dann die Preise, wenn ihre Erlöse am höchsten sein sollten – der sogenannte Kannibalisierungseffekt. Diversifizierte Erneuerbare-Energien-Fonds, die Solar mit Wind, Stromnetzen oder Batteriespeichern kombinieren, glätten dieses Profil und gelten als robustere Lösung.
  • Neben klassischen Solarfonds haben Privatanleger:innen weitere Möglichkeiten, um in Solarenergie zu investieren, zum Beispiel mit Solaraktienfonds, ELTIFs oder Crowdinvesting.
     

Klimafreundlich und stabil: Anbieter versprechen Anleger:innen sonnige Aussichten für ihre Rendite mit Investitionen in Solarenergie. Erneuerbare Energien zu fördern, scheint dabei vielen attraktiv. Wie sind Solar-Investments im Spektrum der nachhaltigen Geldanlagen einzuordnen?

Deutschland gehört zu den Ländern, in welchen die Anzahl installierter Solaranlagen Jahr für Jahr deutlich zunimmt. Doch nicht jeder hat ein eigenes Dach oder eine Fläche, um selbst ein kleines Kraftwerk zu bauen. Viele Anleger:innen fragen sich daher, wie sie dennoch von der Energiewende profitieren können.

Daher steigt die Zahl und Vielfalt der Angebote für Solar-Investments. Das macht es für Privatanleger:innen unübersichtlich, zumal die Transparenz oft zu wünschen übriglässt: In welche Werte investiert man genau? Welche Renditen sind realistisch? Wie sicher ist die Anlage? Und was ist wirklich saubere Energie?

Dieser Beitrag beleuchtet die Chancen und Risiken von Solarfonds. Er gibt Klarheit darüber, wie Sonnenenergiefonds funktionieren und welche Alternativen es gibt, um in die Kraft der Sonne zu investieren.


Solarfonds: Alles was Sie wissen müssen, wenn Sie in Solarenergie investieren

Wie Solarenergie funktioniert

Bei der Photovoltaik (PV) wird eintreffendes Sonnenlicht direkt in Strom umgewandelt. PV-Anlagen sind besonders in Europa beliebt. Um die Kraft der Sonne in nutzbare Energie umzuwandeln, braucht es drei Dinge:

  1. Solarzellen, die sich zu Modulen und ganzen Photovoltaik -Anlagen zusammensetzen lassen – und eine geeignete Fläche dafür,
  2. das Stromnetz, das die erzeugte Gleichstrom-Energie mit Hilfe von Wechselrichtern aufnimmt und transportiert,
  3. Sonneneinstrahlung, die auch bei Wolken eintrifft, jedoch nicht nachts, und bei Schnee oder anhaltend trüber Witterung deutlich reduziert ist 

Bei der solarthermischen Stromerzeugung (Solarthermie im weiteren Sinne) wird die Wärme des Sonnenlichts gebündelt, um ein Trägermedium (z.B. Luft, Öl oder Wasser) zu erhitzen und damit eine Turbine zur Stromerzeugung anzutreiben. Die thermische Umwandlung lohnt sich eher in Regionen mit viel Sonne und wenig Wolken, wie den Wüsten Afrikas.


Was ist Agri-Photovoltaik?

Agri-Photovoltaik (Agri-PV) kombiniert Landwirtschaft und Stromerzeugung auf derselben Fläche. Spezifische Trägersysteme mit optimierten Höhen und Abständen ermöglichen den Ackerpflanzen die Photosynthese. In Hitzejahren kann die zeitweise Beschattung die Ernte sogar stabilisieren.

Die Nachfrage wächst schnell. Zahlen des Fraunhofer-Instituts zeigen, dass sich die weltweite Leistung von Agri-PV-Anlagen von 5 Megawatt Peak (MWp) im Jahr 2012 auf mehr als 14.000 MWp im Jahr 2020 erhöht hat. Allein für Deutschland liegt das technische Potenzial bei 1,7 Terawatt Peak, dem 120-Fachen der aktuell weltweit installierten Leistung.1

Welche Vorteile bietet Agri-PV für Investor:innen?

Agri-PV bietet zwei Vorteile:

  1. Es lassen sich knappe Flächen deutlich effizienter nutzen, weil die gleiche Fläche zwei Erträge erzeugt.
  2. Stabilisiert die Beschattung den Ernteertrag in Hitzejahren und stärkt zugleich Biodiversität und gesellschaftliche Akzeptanz vor Ort.

„Diese Flexibilität maximiert die Flächeneffizienz, ohne die landwirtschaftliche Produktion signifikant einzuschränken", sagt Timo Werner, Fondsmanager des klimaVest bei Commerz Real. „Forschungsprojekte in Deutschland und Europa zeigen, dass zum Beispiel Beerensträucher und Gemüsearten unter Agri-PV-Beschattung häufig eine höhere Qualität und Resilienz gegen Trockenheit oder Unwetter aufweisen."1

Praxisbeispiel: Agri-PV-Projekt im Portfolio von klimaVest

In Schönefeld bei Berlin entsteht derzeit einer der größten Agri-PV-Parks Deutschlands. „klimaVest hat sich das Projekt bereits in der Planungsphase frühzeitig gesichert. Es vereint Ackerbau, Stromerzeugung und Biodiversität auf derselben Fläche und zeigt, wie Landwirtschaft und Energiewende Hand in Hand gehen können", sagt Timo Werner, Fondsmanager des klimaVest bei Commerz Real1. Bei einem weiteren Solarpark im klimaVest-Portfolio dient die Wiese unter den aufgeständerten Modulen als Weidefläche für die Schafherde eines lokalen Züchters.

Für seine Anleger:innen ermöglicht klimaVest so den Zugang zu einem neuen Marktsegment mit Wachstumspotenzial, das zusätzliche Streuung und neue Chancen im Fondsportfolio bietet.

Wie verdienen Anleger:innen mit Solarparks Geld?

Solarparks erwirtschaften ihre Erträge auf drei Wegen: über die garantierte EEG-Einspeisevergütung, über langfristige Stromabnahmeverträge mit Großabnehmern (Power Purchase Agreements, kurz PPAs) und über den direkten Verkauf am Spotmarkt. Welcher Weg dominiert, hat sich in den letzten Jahren grundlegend verschoben.

In Deutschland sorgt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) seit 2002 dafür, dass Strom aus regenerativen Quellen einen Vorrang bei der Einspeisung ins Netz genießt und die Produzenten eine Vergütung pro eingespeister Kilowattstunde (kWh) erhalten.

Doch das Modell ist im Umbruch. „Die staatliche Förderphase der Energiewende geht zu Ende. Immer mehr Wind- und Solaranlagen verlieren ihre garantierten Vergütungen und müssen sich am volatilen Strommarkt behaupten", sagt Timo Werner, Fondsmanager des klimaVest bei Commerz Real.2 Für neue Solarparks bestimmen heute Spotmarktpreise und PPAs die Ertragslage. Bei PPAs sichern sich Industriekund:innen oder Energieversorger den Solarstrom über zehn bis fünfzehn Jahre zu einem festen Preis. Das schafft Planungssicherheit auf beiden Seiten und stabilisiert die Einnahmen für Betreiber von Solarparks.

Jede mit Photovoltaik erzeugte kWh vermeidet den Ausstoß von etwa 523 g Treibhausgasemissionen3, der sonst im durchschnittlichen deutschen Strommix mit seinem hohen Anteil an fossilen Energien wie Öl, Kohle und Gas entstanden wäre.

Photovoltaik deckte 2024 rund 14 Prozent der deutschen öffentlichen Nettostromerzeugung ab und war damit nach Windkraft die zweitwichtigste Stromquelle.4


Was ist ein Solarfonds?

Ein Solarfonds bündelt das Kapital vieler Anleger:innen, um damit Solarparks zu finanzieren und zu betreiben. Anleger:innen brauchen weder eigenes Dach noch eigenes Grundstück, um an den Erträgen aus Solarenergie zu partizipieren. Bei dieser Form der ökologischen Geldanlage finanzieren mehrere Privatpersonen und Unternehmen i.d.R. gemeinsam einen Solarpark. Meist stehen die Module auf einer größeren Fläche und werden als ein Kraftwerk ans Netz angeschlossen. 

Eine Geldanlage in Solarfonds fließt in die Errichtung und den Betrieb mehrerer Solaranlagen, die sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern stehen können. Über die Vermarktung des erzeugten Stroms (über EEG-Einspeisevergütung, PPAs oder Spotmarkt) sowie über die langfristige Wertentwicklung der Anlagen lässt sich eine Rendite generieren. Diese kommt besonders dann zum Tragen, wenn die Solarkraftwerke groß sind und eine lange Laufzeit haben – also durch Skaleneffekte und langfristige Investments.


Geschlossene und offene Solarfonds

Geschlossene Solarfonds werden bei ihrer Auflage zunächst geöffnet: Privatpersonen und Unternehmen können ihr Geld in einem festgelegten Platzierungszeitraum („Zeichnungsphase") zusammenlegen. Mit ihrer direkten unternehmerischen Beteiligung an Solarparks erwerben die Anleger:innen dabei Anteile. Das sind oft Kommanditanteile an einer gemeinsamen Gesellschaft, die in der Rechtsform der GmbH & Co. KG organisiert ist (Kommanditgesellschaft mit beschränkter Haftung).

Auch viele Bürgersolarparks sind so organisiert: Anleger:innen werden zu Kommanditist:innen. Sobald mit den Einzelinvestments der Investoren eine bestimmte Eigenkapitalquote erreicht ist und das geplante Solarkraftwerk damit voll finanziert ist, wird der Fonds geschlossen. Weitere Einlagen sind in so einem geschlossenen Fonds nicht mehr nötig und möglich.

Geschlossene Fonds werden den Alternativen Investmentfonds (AIF) zugeordnet; die Anteile lassen sich nicht an der Börse handeln. Dadurch ist die Kapitalanlage weniger spekulativ, aber auch weniger flexibel, falls Anleger:innen ihr Geld vor der vertraglich festgelegten, meist langfristigen Haltedauer zurückhaben wollen.

Offene Solarfonds werden dagegen als Investmentfonds an der Börse gehandelt. Wer über einen Offenen Solarfonds in Solarenergie investiert, kann seine Anteile täglich kaufen und verkaufen.

Hier investieren Anleger:innen nicht gezielt in den Bau und Betrieb bestimmter Projekte wie Solarparks, sondern in Aktien von Unternehmen, die in der Solarbranche aktiv sind. Dazu gehören Hersteller von Solarzellen, Solarmodulen und Wechselrichtern, Berater, Dienstleister, sowie Solaranlagenbauer und -betreiber. Weil die Aktienkurse im Wert schwanken können, empfiehlt sich trotz der täglichen Handelbarkeit eine Haltedauer von acht bis zehn Jahren.

Der Einfluss auf nachhaltige Projekte ist bei dieser Form des Investments eher indirekt. Denn wer ein solches börsengehandeltes Wertpapier kauft, lässt meist kein Geld von der Finanz- in die Realwirtschaft fließen, sondern zum Vorbesitzer der Anteilsscheine.

Steigt der Börsenkurs, können die Unternehmen im Portfolio des Fonds durch ihren dann höheren Wert leichter Kredite von Banken erhalten. Ob sie damit aber wirklich nachhaltige Projekte und Geschäftsmodelle innerhalb der Firma finanzieren, bleibt ihnen überlassen – Anleger:innen erhalten darüber keine Transparenz.

Hinzu halten Sie auch alle gängigen Risiken von Börsen-Investments weiter im Portfolio.


Die Chancen & Vorteile von Solarfonds

Wer sich direkt an Bau und Betrieb eines Sonnenkraftwerks beteiligt, investiert damit in Sachwerte. Wenn Sie sich dafür entscheiden, werden Sie Unternehmer:in und Miteigentümer:in von Solarparks und tragen aktiv zur Energiewende bei.

Photovoltaik liefert sauberen Strom ohne Treibhausgas-Emissionen im Betrieb – bei immer weiter fallenden Kosten. Mittags ist der sind Strombedarf in der Regel am höchsten: Genau dann, wenn die Sonne am stärksten scheint. Die Leistungsspitzen der Solaranlagen fallen somit meist mit den Bedarfsspitzen des Stromnetzes zusammen.

Insgesamt wird die Nachfrage nach Strom steigen – und der Bedarf an grüner Energie ganz besonders. Deutschland hat sowohl den Ausstieg aus der Atomkraft als auch aus der Kohleenergie beschlossen. Erneuerbare Energien sollen die Lücke füllen. Auch andere Länder setzen zunehmend auf eine Energieerzeugung aus regenerativen Quellen, um z.B. unabhängiger von teuren Öl- oder Erdgas- und Kohleimporten und Dieselgeneratoren zu werden.


Die Rendite von Solarfonds

Die Rendite von Solarparks und damit auch von Solarfonds lässt sich meist gut kalkulieren: Bestandsanlagen profitieren häufig weiterhin von den über 20 Jahre garantierten EEG-Vergütungen. Bei neuen Solarparks sichern oft langfristige Stromabnahmeverträge mit Großabnehmern (PPAs) über zehn bis fünfzehn Jahre einen festen Preis pro Kilowattstunde und sorgen so für planbare Erträge.

Für stabile Einnahmen sorgt zudem die Tatsache, dass jährliche Schwankungen der solaren Einstrahlung eher niedrig ausfallen – die Stromerträge lassen sich damit gut vorhersagen.

Grüne Geldanlagen in Solarenergie sind als Sachwerte weitgehend unabhängig von Kapitalmarktschwankungen, Inflation, Wechselkursrisiken oder Konjunkturzyklen, zumal die erzeugte Energie vorrangig ins Netz eingespeist werden kann und somit immer ihren Weg zum Strommarkt findet. Die ausgereifte Technik ist beherrschbar und zuverlässig, wodurch Wartungsaufwand und Versicherungsbeiträge gering ausfallen.

Mit all diesen Grundlagen für eine Kalkulation können Fondsgesellschaften relativ verlässliche Renditepläne aufstellen. Als Beimischung in einem diversifizierten Portfolio eignen sich Solarfonds damit durchaus.

Eine Beteiligung an einem Solarfonds bietet zwar gute Renditechancen, aber eben auch ein nicht zu verachtendes unternehmerisches Risiko.


Welche Risiken haben Solarfonds?

Wer mit einem geschlossenen Solarfonds in Solaranlagen investieren möchte, geht damit ein unternehmerisches Wagnis ein. Dabei liegt aktuell das größte Risiko in der Vermarktung des erzeugten Stroms. Mit dem Auslaufen der staatlich garantierten Einspeisevergütungen sind neue Solarparks zunehmend auf den volatilen Strommarkt angewiesen. „Wo früher garantierte Erlöse lockten, bestimmen heute Spotmarktpreise, Wetterdaten und Netzkapazitäten die Einnahmenseite.", sagt Timo Werner, Fondsmanager des klimaVest bei Commerz Real.1

Werner verweist außerdem auf einen technologie-spezifischen Effekt: An sonnigen Tagen drücken viele Solaranlagen den Strompreis genau in den Stunden, in denen sie selbst produzieren – bis hin zu negativen Preisen. Diese Kannibalisierung verringert die durchschnittlichen Erlöse pro Kilowattstunde Solarstrom.

Gegensteuern lässt sich auf mehreren Wegen. „Wer als Investor seine Erträge stabilisieren will, muss deshalb neue Infrastruktur mitdenken: Stromnetze und Batteriespeicher werden zu Schlüsselbausteinen stabiler Sachwert-Portfolios", so Werner.  Langfristige PPAs sichern feste Preise pro Kilowattstunde über zehn bis fünfzehn Jahre, Hybridisierung kombiniert Solar mit Wind oder Batteriespeichern an einem Netzanschluss und glättet die Einspeiseprofile. Eine breite Streuung über mehrere Erzeugungsarten und Standorte reduziert die Kannibalisierungs-Anfälligkeit zusätzlich. Reine Solar-Fonds bilden diese Hebel nur eingeschränkt ab. Diversifizierte Erneuerbare-Energien-Fonds, die mehrere Technologien und Standorte kombinieren, sind hier strukturell im Vorteil.

Mögliche Risikofaktoren von Solarfonds

  • 1. Strompreisrisiko
    Wenn viele Solaranlagen gleichzeitig produzieren, fällt der Strompreis am Spotmarkt (Kannibalisierungseffekt).
  • 2. Vermarktungsrisiko
    Mit dem Auslaufen der staatlichen Förderung müssen Erlöse aktiv am Markt erzielt werden, etwa über Spotmarkt-Verkäufe oder langfristige Lieferverträge (PPAs).
  • 3. Lange Kapitalbindung
    Solarfonds sind in der Regel über Jahre gebunden, ein Ausstieg vor Laufzeitende ist nur eingeschränkt möglich.
  • 4. Lieferkettenrisiko
    Die globale Modulproduktion konzentriert sich stark auf China. Handelskonflikte oder Exportbeschränkungen können Bauprojekte verzögern und verteuern.
  • 5. Wetterrisiko
    Erträge schwanken mit der Sonneneinstrahlung. In einem sonnenarmen Jahr fallen die Erlöse niedriger aus.
  • 6. Totalverlust
    Bei geschlossenen Beteiligungsformen ist im schlimmsten Fall der vollständige Verlust der Einlage möglich. Bereits ausgezahlte Beträge können zudem unter Umständen zurückgefordert werden.
  • 7. Transparenz und Anbieterqualität
    Bei undurchsichtigen Fondsstrukturen oder unerfahrenen Anbietern ist das Risiko schlechter Auswahlentscheidungen besonders hoch.

Strompreisrisiko und Kannibalisierung

Mit dem Auslaufen der staatlich garantierten Einspeisevergütungen für Bestandsanlagen sind neue Solarparks zunehmend auf den volatilen Strommarkt angewiesen. Spotmarktpreise und Netzkapazitäten bestimmen die Ertragslage, langfristige PPAs können diese Volatilität teilweise abfedern.

Bei hoher gleichzeitiger Einspeisung vieler Solaranlagen sinken die Marktpreise jedoch genau in den Stunden, in denen produziert wird. Diese sogenannte Kannibalisierung kann die durchschnittlichen Erlöse pro Kilowattstunde verringern und gehört zu den heute am häufigsten unterschätzten Risiken bei Solarinvestments.

Reine und geographisch konzentrierte Solar-Fonds sind dieser Logik strukturell besonders ausgesetzt, weil ihre Anlagen alle zur gleichen Tageszeit produzieren. Erneuerbare-Energien-Fonds, die Solar mit Wind oder Batteriespeichern kombinieren und über mehrere Standorte streuen, glätten dieses Einspeiseprofil und sind damit weniger anfällig für Kannibalisierungseffekte.


Verschiebung der Vermarktungslogik

In der Tagespolitik hatten es die erneuerbaren Energien nicht immer leicht. In der Vergangenheit kam es vor, dass Staaten die Einspeisevergütung senkten, was wiederum – teilweise auch rückwirkend – zu Ertragsverlusten führte.

Mittlerweile haben sich erneuerbare Energien einen festen Platz in der Stromwirtschaft gesichert, die staatliche Förderkulisse spielt für neue Projekte aber eine kleinere Rolle. An ihre Stelle treten langfristige Stromabnahmeverträge (PPAs) und der Direktverkauf am Strommarkt. Damit verschiebt sich das Risiko: von politischen Förderkürzungen hin zur Frage, wie verlässlich die Vermarktungserlöse über die Laufzeit einer Anlage kalkuliert werden können.


Lange Kapitalbindung

Geschlossene Fonds ermöglichen keinen Verkauf der Anteile vor Ende der festgelegten Laufzeit, die meist bei acht bis zwölf Jahren liegt. Manchmal ist eine Veräußerung über den Zweitmarkt möglich, doch kann es hier zu hohen Verlusten kommen.


Technik und Lieferketten

In einzelnen Projekten kann es zu technischen Problemen oder Verzögerungen bei der Beschaffung kommen. So gab es schon einmal Phasen, in denen das für Solarzellen nötige Silizium knapp war oder es zu Engpässen bei Komponenten wie Transistoren kam. Dadurch kann sich die Inbetriebnahme der Anlage verzögern, was zum Ertragsausfall führt.

Hinzu kommt eine starke Konzentration der globalen PV-Fertigung auf wenige Lieferländer, vor allem China. Politische Spannungen oder Handelszölle können sich deshalb direkt auf Modulpreise und Verfügbarkeit auswirken.


Wetter / Naturgewalten

Nicht kalkulierte Wetterphänomene und Naturkatastrophen wie Stürme, Überflutungen und Erdbeben oder einfach niedrige Sonneneinstrahlung können die erwartete Rendite von Solarparks schmälern.


Totalverlust

Die Geldanlage in einen Solarfonds, der in einen oder mehrere Solarparks investiert, ist in der Regel eine unternehmerische Direktbeteiligung. Entsprechend sind die Miteigentümer sowohl an möglichen Chancen als auch Risiken beteiligt. Das kann bis zum kompletten Ausfall des eingesetzten Kapitals führen.


Nachschusspflicht

Manche Beteiligungsformen sehen vor, dass die Investoren als Unternehmer auch Kapital aus ihrem Privatvermögen „nachschießen" müssen, wenn das Projekt nicht gut läuft – etwa, wenn ungeplant in neue Technik investiert werden muss.


Währungsrisiken

Bei einer Investition in ausländische Fonds außerhalb der Eurozone kann die Schwankung des Wechselkurses ein Risiko darstellen.


Politische Risiken

Insbesondere bei Solarfonds, die in außereuropäische Solarparks investieren, kann die politisch oder gesetzlich undurchsichtige Situation zu Schwierigkeiten führen. Dazu gehören eine instabile Lage durch innere Konflikte oder Kriege, Änderungen im Rechtssystem oder auch Hürden der Bürokratie.


Transparenz / Management / Unzuverlässige Fondsmanager bzw. Betreiber

Fehlende Transparenz der Angebote und schlechtes Management der Projekte können zum Problem werden. Sind die Prospekte wenig aussagekräftig, die Fondsmanager unzuverlässig, die Betreiber unerfahren oder die Berichte über die Entwicklung der Anlagen unvollständig, haben Anleger:innen es schwer, ihr Investment in Solarenergie auf Sicherheit, Rentabilität und Klimaschutzbeitrag zu prüfen.

Im Vergleich zu anderen geschlossenen Fonds ist ein Investment in Solarfonds verhältnismäßig weniger risikoreich. Dennoch können die genannten Risiken in der Summe dazu führen, dass Anleger:innen ihr Geld verlieren und geringe Aussichten auf Schadensersatzansprüche haben.

Auch offene Solarfonds, die an der Börse gehandelt werden, bergen Risiken. Der solare Aktienmarkt machte negative Schlagzeilen durch die Konkurse oder Kurs-Crashs von einzelnen Herstellern von Solarmodulen.

Checkliste: Welche Fragen man bei Solarfonds unter anderem stellen sollte

Im Verkaufsprospekt von Fonds finden sich Informationen zu wirtschaftlichen Daten wie Investitionsvolumen, Laufzeit und Ertragsaussichten, aber auch zu technischen Daten wie Kapazität und Leistung der Solaranlagen.

Wenn Sie sich mit Solarfonds beschäftigen, empfiehlt es sich folgende Fragen zu prüfen5:

Wie langfristig ist die Geldanlage?
In der Regel ist eine Investition in Solarfonds auf mindestens acht Jahre, manchmal auch 30 Jahre angelegt. Prüfen Sie, ob Sie so lange auf das Geld verzichten können. Ein früherer Verkauf der Solarpark-Beteiligung ist oft nicht möglich oder nur mit hohen Einbußen.

Was beinhaltet die Kalkulation?
Welche Erträge und Renditen des Solar-Investments werden prognostiziert? Gibt es Zusatzkosten (z.B. Ausgabeaufschlag / Agio, Gebühren für Konzept, Vertrieb, Wartung, Reparatur, Stilllegung)?

Werden die Standorte der geplanten Solaranlagen benannt?
Solarfonds mit Blindpools benennen die genauen Standorte nicht, was es Ihnen erschwert, die Erfolgsaussichten einzuschätzen – sei es mit Blick auf Sonneneinstrahlungszeit, Naturkatastrophen oder auch auf politische Risiken wie Unruhen oder Enteignungen.

Was kann zu Stromertragseinbußen führen?
Faktoren, die zu niedrigeren Erträgen führen können, sollten Sie genauer analysieren. Welche Qualität haben die geplanten Anlagen? Wie stark und wie häufig wichen in der Vergangenheit die prognostizierten und die eingetretenen Werte von Sonneneinstrahlungsmenge und -intensität voneinander ab?

Wie ist der Stromverkauf abgesichert?
Wie viele der Anlagen profitieren noch von einer staatlich garantierten Einspeisevergütung und wie lange läuft diese? Für welchen Anteil des erzeugten Stroms gibt es langfristige Stromabnahmeverträge (PPAs) mit Großabnehmern? Und wie groß ist der Anteil, der direkt am volatilen Spotmarkt verkauft wird?
Garantien und Versicherungen sollten zudem dafür sorgen, dass Einnahmen auch bei technischen Ausfällen der Anlagen oder Verzögerungen bei der Inbetriebnahme fließen.

Was lässt sich über das Fondsmanagement herausfinden?
Informationen über die Fondsgesellschaft können aufschlussreich sein – z.B. ihre Erfahrungen mit erfolgreichen oder auch weniger erfolgreichen Projekten im Bereich erneuerbarer Energien.

Wie ist die Finanzierungsquote zu bewerten?
Zu welchem Anteil ist das Projekt mit Fremdmitteln finanziert? Je mehr Zusagen von Fremdkapitalgebern bereits bestehen, desto höher erscheint ihr Vertrauen in den Erfolg des Projekts – das kann ein gutes Zeichen sein.

Zwischenfazit: Sind Solarfonds für Privatanleger:innen geeignet?

Solarfonds eignen sich nur eingeschränkt für Privatanleger:innen. Wer mit einem Solarfonds in Solarenergie investieren möchte, geht ein unternehmerisches Investment ein, das durch lange Laufzeiten, mögliche Totalverluste und die heute hohe Abhängigkeit vom volatilen Strommarkt nicht sehr attraktiv für sicherheitsorientierte Anleger:innen erscheint. Auch braucht es Wissen, um potenzielle Investments gründlich zu prüfen.

Doch grundsätzlich ist Sonnenstrom eine nachhaltige Form der Energiegewinnung. Längst werden erneuerbare Energien nicht mehr als „alternative Energien" bezeichnet, da vielmehr die Energiewende selbst alternativlos erscheint: Mit Blick auf Klimawandel und Naturverlust gehört der sauberen Solarenergie die Zukunft. Für Anleger:innen braucht es daher breiter aufgestellte Wege, am Wachstum der erneuerbaren Energien teilzuhaben – etwa über Fonds, die das Wetter- und Strompreisrisiko über mehrere Technologien und Regionen streuen. „Eine breite Diversifizierung macht Erneuerbare-Sachwerte-Portfolios resilient und unterstützt langfristig stabile und attraktive Rendite-Risiko-Profile", schreibt Dr. Nicole Arnold, Vorstandsmitglied der Commerz Real.6

Alternativen – wie Sie sich an Solarparks beteiligen und in Solarenergie investieren können

Wie bei anderen Geldanlagen haben auch die verschiedenen Formen von Investments in Solaranlagen Vor- und Nachteile, die Anleger:innen für ihren Einzelfall bewerten müssen.


Solaraktienfonds

In einem Solaraktienfonds werden die Anteile an verschiedenen Unternehmen der Solarbranche zu einem Fonds gebündelt. In einem solchen Themenfonds ist das Risiko stärker gestreut als bei der Investition in Einzelaktien.

Bei aktiv gemanagten Aktienfonds übernehmen Fondsmanager die Auswahl und Gewichtung der Aktien. Das spart Anleger:innen Zeit, wird aber auch mit entsprechenden Gebühren vergütet. Auf den direkten Ausbau von Solarparks und weiteren erneuerbaren Energieträgern hat man mit dieser Anlageform keinen Einfluss.


ELTIFs (European Long-Term Investment Funds)

Der ELTIF ist ein europäischer Investmentfonds, der Privatanleger:innen Zugang zu Sachwert-Investments in die Realwirtschaft öffnet. Anders als bei einem Solaraktienfonds, der in Aktien von Unternehmen der Solarbranche investiert, fließt das Kapital bei einem ELTIF direkt in reale Vorhaben – also in den Bau und Betrieb von Solarparks, Windparks, Stromnetzen oder Batteriespeichern. Mindestens 55 Prozent des Fondsvermögens müssen nach EU-Vorgabe in solche qualifizierten Sachwert-Anlagen fließen.

Für Anleger:innen, die in Solarenergie investieren möchten, hat diese Konstruktion mehrere Vorteile gegenüber klassischen Solarfonds:

  • Die Erträge stammen aus laufenden Stromverkäufen, langfristigen Stromabnahmeverträgen und Einspeisevergütungen und werden über mehrere Anlagen und Standorte gestreut, statt von einzelnen Solarparks abzuhängen.
  • Anders als reine Solarfonds können ELTIFs Solar mit Wind, Stromnetzen oder Batteriespeichern kombinieren.
  • Sie sind durch eine EU-Verordnung streng reguliert und bieten einen einheitlichen Anlegerschutz über alle Mitgliedstaaten.
  • In semiliquider Form ermöglichen sie regelmäßige Rückgabefenster über die Laufzeit, während das Kapital bei geschlossenen Solarfonds bis zum Laufzeitende gebunden ist.

Als Sachwert-Investments können ELTIFs damit sowohl Renditequelle als auch stabilisierendes Element im Depot sein. So liegt der Schwerpunkt des ELTIF-Marktes in Deutschland klar auf Infrastruktur und Erneuerbaren Energien: Ende 2025 entfielen rund 60 Prozent des deutschen ELTIF-Volumens auf Infrastruktur.

Der ELTIF klimaVest der Commerz Real ist mit rund 36,8 Prozent des deutschen ELTIF-Volumens das größte Produkt am hiesigen Markt und investiert hauptsächlich in europäische Solar- und Windparks sowie Stromübertragungsnetze, perspektivisch auch in Speicherlösungen.7


Solaranleihen

Mit Anleihen erhalten Solarunternehmen Kredite von Anleger:innen und zahlen ihnen im Gegenzug einen festgelegten Zinssatz. Diese regelmäßigen Ausschüttungen bietet Planungssicherheit.

Andererseits hat man als Fremdkapitalgeber weniger Transparenz über die Entwicklung der Anlage. Ein Markt zum Handeln von Anleihen ist häufig nicht vorhanden, sodass das Finanzinstrument relativ unflexibel ist.


Crowdinvesting in Solarenergie

Beim Crowdinvesting beteiligen sich viele Anleger:innen („Crowd") finanziell an einem Projekt – z.B. am Aufbau eines Solarparks. Die Rendite wird meist als Zinsen ausgezahlt. Oft kann man bereits mit kleinen Beträgen ab 100 Euro über Online-Plattformen investieren. Die Verträge zwischen Projektunternehmen und Anleger:in sind häufig als Genussscheine oder Nachrangdarlehen organisiert.

In einem Genussschein sind Genussrechte verbrieft: Das Wertpapier berechtigt die Anleger:innen zur Teilhabe an Gewinnen und Erlösen bei der Auflösung eines Unternehmens (Liquidation). Solche Verträge können sehr unterschiedlich ausgestaltet sein bezüglich Zinsen, Gewinnausschüttung, Rückzahlung und Rechten. Ein Mitspracherecht ist nicht vorgesehen und bei Insolvenz sind Genussrechtsinhaber erst nach allen anderen Gläubigern an der Reihe.

Bei Nachrangdarlehen erhalten Anleger:innen relativ hohe Zinsen auf den Kredit, den sie dem Solarprojekt bzw. Unternehmen gewähren. Demgegenüber stehen allerdings relativ hohe Risiken – im Falle einer Insolvenz werden die Anleger:innen nachrangig zu allen anderen Gläubigern bedient.


Genossenschaften

In einer Genossenschaft werden Anleger:innen durch ihre Einlage Mitunternehmer bzw. Miteigentümer. Oft sind diese Unternehmen sehr regional verwurzelt. Jedes Mitglied hat ein Mitspracherecht, unabhängig von der Höhe der Investitionssumme. Das hat Vorteile (demokratische Anlageform), aber kann auch zu langwierigeren Abstimmungsprozessen führen. Ein erfahrenes Management-Team ist auch hier das A und O.


In Solaranlagen investieren: Eigenbedarf decken

Eine weitere Möglichkeit, wie Sie Geld in Solarenergie anlegen können, sind Investments in Solaranlagen für den eigenen Bedarf. Mit Photovoltaik-Anlagen bauen Sie zwar nicht aktiv Vermögen auf, aber Sie können Ihre Kostenseite optimieren.

Der wirtschaftliche Hebel hat sich dabei in den letzten Jahren verschoben: Während früher die staatliche Einspeisevergütung den Ausschlag gab, ist es heute vor allem der Eigenverbrauch. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart den vollen Bruttostrompreis von aktuell rund 36 Cent. Die Einspeisevergütung für neue Teileinspeise-Anlagen bis 10 kWp liegt dagegen nur noch bei 7,86 Cent pro Kilowattstunde.8

Behalten Sie dabei die Anschaffungskosten im Blick: Übliche PV-Anlagen auf dem Einfamilienhaus haben eine Größe von 8-15 kWp und amortisieren sich ca. nach 9 bis 13 Jahren. Wenn Sie sich zudem für einen Stromspeicher entscheiden, steigt der Amortisationszeitraum auf durchschnittlich 12 bis 18 Jahre. Doch dafür sparen Sie am Ende auch entsprechend mehr Stromkosten. Speicher erhöhen die Eigenverbrauchsquote von rund 30 Prozent auf bis zu 70 Prozent.9

Häufige Fragen zum Thema Investieren in Solarenergie

Solar-Investments sind weder besonders sichere noch besonders riskante Anlagen. Sie bewegen sich in einem mittleren Risiko-Rendite-Profil. Als Sachwert-Investments sind sie weitgehend unabhängig von Aktienmärkten und Konjunkturzyklen. Gleichzeitig sind sie aber stärker als früher von Strompreisen, Wetter und Netzkapazitäten abhängig, denn mit dem Auslaufen der EEG-Vergütung übernimmt zunehmend der Marktpreis die Rolle der staatlichen Garantie.

Wie hoch das tatsächliche Risiko ausfällt, hängt deshalb stark von der Konstruktion des einzelnen Fonds ab: Reine Solarfonds mit geographisch konzentrierten Anlagen sind anfälliger, diversifizierte Erneuerbare-Energien-Fonds mit mehreren Standorten und Technologien glätten das Profil deutlich.

Ja, aber unter veränderten Vorzeichen. Mit dem Auslaufen der staatlich garantierten Einspeisevergütungen für ältere Anlagen verlieren Solarparks ihre wichtigste Einnahmegarantie und sind zunehmend auf den volatilen Strommarkt angewiesen. „Wo früher garantierte Erlöse lockten, bestimmen heute Spotmarktpreise, Wetterdaten und Netzkapazitäten die Einnahmenseite", sagt Timo Werner, Fondsmanager des klimaVest bei Commerz Real.10

An die Stelle der Einspeisevergütung treten zwei Hauptmechanismen: langfristige Stromabnahmeverträge mit Großabnehmern, sogenannte PPAs, sichern feste Preise pro Kilowattstunde über zehn bis fünfzehn Jahre. Daneben wird ein Teil des Stroms direkt am Spotmarkt verkauft, wo Preise im Tagesverlauf schwanken. Wie attraktiv ein Solar-Investment heute ist, hängt deshalb stärker als früher davon ab, wie der Stromabsatz strukturiert ist. Solarinvestments, die einen großen Teil ihrer Erlöse über PPAs absichern und das Einspeiseprofil über Hybridisierung mit Wind oder Batteriespeichern glätten, können auch ohne EEG-Vergütung stabile Cashflows erzielen.

Eine Kombination aus Solar und Wind ist in der Regel die robustere Lösung. „Netzkapazitäten lassen sich besser und vor allem gleichmäßiger auslasten, indem man unterschiedliche Erzeugungsarten wie Wind und Photovoltaik an einem Anschlusspunkt zusammenfasst. Die Rede ist dann von einer Hybridisierung", schreibt Dr. Nicole Arnold, Geschäftsführerin der Commerz Real.11

Reine Solar-Investments hängen stark von Sonneneinstrahlung und Tageszeit ab, was an sonnigen Tagen die Marktpreise drückt und die Erlöse mindert. Windkraft folgt einem anderen Wetter- und Tagesprofil: Windreiche Tage sind oft bewölkt, windarme Hochdrucklagen dagegen sonnig. Solar und Wind ergänzen sich also komplementär.

Breit aufgestellte Erneuerbare-Energien-Fonds führen beides zusammen und gehen noch einen Schritt weiter. Sie verteilen ihre Solar- und Windparks über mehrere Länder, ergänzen sie um Infrastruktur wie Stromnetze oder Batteriespeicher und mischen verschiedene Vermarktungsformen wie PPAs, Spotmarkt und Einspeisevergütungen. Diese mehrfache Streuung macht sie stabiler als die Summe einzelner Wind- und Solar-Investments.

Solar-Investments sind ein Sachwert-Baustein. Ihre Erträge stammen aus dem laufenden Stromverkauf, also aus dem realen Betrieb der Solarparks, nicht aus Kursgewinnen wie bei Aktien. Dadurch sind sie weitgehend unabhängig von Schwankungen an den Kapitalmärkten und können das Portfolio in unruhigen Börsenphasen stabilisieren. Die regelmäßigen Cashflows sind besser planbar.

Eine pauschale Prozentangabe für Solarfonds gibt es nicht. Orientierung liefern jedoch vergleichbare Sachwert-Beimischungen: Für ELTIFs nennt die Verbraucherzentrale eine Größenordnung von rund 5 Prozent des Vermögens, die Rating-Agentur Scope setzt 10 Prozent als Obergrenze.1213 Auch für Gold gilt eine ähnliche Spanne von rund 5 bis 10 Prozent als verbreitete Faustregel.14 Solarfonds bewegen sich in derselben Logik: Sie sind ein Sachwert-Baustein und gehören als ergänzende Position ins Portfolio, nicht als Hauptanlage.

„Als Beimischung liefern Sachwerte wie Immobilien-, Infrastruktur- oder Erneuerbare-Energien-Investments eine ideale Ergänzung zu liquiden Wertpapieren wie Aktien oder Anleihen", schreibt Dr. Nicole Arnold, Mitglied des Vorstands der Commerz Real.15 Wie hoch der Anteil im Einzelfall ausfällt, hängt vom individuellen Risikoprofil, vom Anlagehorizont und vom übrigen Portfolio ab. 

1Quelle: Timo Werner, Sonnenstrom und Landwirtschaft im Einklang, AnlegerPlus 10/2025, S. 36–37

2Quelle: Timo Werner, Warum Netzinfrastruktur und Speicher für Energie-Investments unverzichtbar werden, Exxec News, 29.08.2025

3Quelle: Etablierter Standardwert der United Nations Framework Convention on Climate Change: https://unfccc.int/climate-action/sectoral-engagement/ifis-harmonization-of-standards-for-ghg-accounting/ifi-twg-list-of-methodologies

4Quelle: Fraunhofer ISE, Öffentliche Stromerzeugung 2024: Deutscher Strommix so sauber wie nie, Januar 2025, https://www.ise.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/presseinformationen/2025/oeffentliche-stromerzeugung-2024-deutscher-strommix-so-sauber-wie-nie.html

5Kein Anspruch auf Vollständigkeit, die Fragen der Checkliste dienen als Orientierung und stellen keine Anlageberatung dar.

6Quelle: Dr. Nicole Arnold, Unendliche Vielfalt der Erneuerbaren, intelligent-investors.de, 14.01.2025

7Größter ELTIF / Marktführer Deutschland: Scope ELTIF-Studie 2026, „Massenstart geglückt – Überblick über den ELTIF-Markt 2025/2026", Stand: 31.12.2025, veröffentlicht 26.03.2026, Seiten 2 und 9. https://saprodscopeexplorer01.blob.core.windows.net/public/reports-links/Scope_ELTIF-Studie_2026_XLvozhE.pdf

8Quellen: BDEW Strompreisanalyse Januar 2026, https://www.bdew.de/service/daten-und-grafiken/bdew-strompreisanalyse/; Bundesnetzagentur, EEG-Fördersätze für Solaranlagen ab 1. Februar 2026, https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/ErneuerbareEnergien/EEG_Foerderung/start.html

9Quellen: BDEW Strompreisanalyse Januar 2026, https://www.bdew.de/service/daten-und-grafiken/bdew-strompreisanalyse/; Verbraucherzentrale, Lohnen sich Batteriespeicher für Photovoltaikanlagen?, Stand 2026, https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/erneuerbare-energien/lohnen-sich-batteriespeicher-fuer-photovoltaikanlagen-24589

10Quelle: Timo Werner, „Stromnetze und Speicher: Schlüssel zur nächsten Phase der Energiewende", AnlegerPlus 08/2025, Seiten 36–37

11Quelle: Dr. Nicole Arnold, „Die ‚Erneuerbare Infrastruktur' wird vielfältiger", AnlegerPlus 04/2025

12Quelle: Verbraucherzentrale, Stand 31.10.2025, https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/sparen-und-anlegen/eltifs-neue-anlageform-mit-tuecken-96375

13Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 26.04.2026, Dennis Kremer (Print-Ausgabe)

14Quelle: Verbraucherzentrale, Stand 22.02.2026, https://www.test.de/In-Gold-investieren-5308628-0/ 

15Quelle: Dr. Nicole Arnold, „Der Stabilitätsanker fürs Depot", AnlegerPlus 06/2025