- Mit Investmentfonds wird das gesammelte Kapital mehrerer Anleger:innen in einen oder mehrere Vermögenswerte investiert.
- Investmentfonds sind vielfältig und können sich in Form, Funktionsweise und Inhalt voneinander unterscheiden: Ein Fonds kann somit beispielsweise gleichzeitig sowohl ein Geschlossener Solarfonds (Funktionsweise) als auch ein Sachwertefonds (Assetklasse) sein.
- Im Gegensatz zu passiven Fonds, die einen Index nachbilden, werden aktive Fonds von einem Fondsmanagement verwaltet. So kümmern sich Experten um das Investment der Anleger:innen, dafür werden meist höhere Kosten fällig.
- Bevor Sie in einen Investmentfonds investieren, sollten Sie sich einen Überblick über Ihre finanzielle Situation, Ihr Anlageziel und Ihren Anlagehorizont sowie Ihre Risikobereitschaft verschaffen.
- Ihr Fonds-Investment können Sie meist in Form einer (größeren) Einmalanlage oder eines Fondssparplans mit regelmäßigen Einzahlungen abschließen. Auch eine Kombination einer größeren Anfangszahlung, die Sie mit kleineren Sparbeträgen ergänzen, kann lohnenswert sein.
- Neben klassischen Wertpapierfonds gibt es Sachwertfonds, die in reale Werte wie Immobilien, erneuerbare Energien oder Infrastruktur investieren. Die Commerz Real bietet hierfür drei Sachwertfonds-Lösungen: hausInvest (Offener Immobilienfonds), klimaVest (ELTIF Erneuerbare Energien) und infraVest (ELTIF Infrastruktur).
In Fonds investieren Wie Sie 2026 in 8 Schritten in Fonds anlegen
Inhalte
Das Wichtigste in Kürze:
Wer 2026 in Fonds anlegen will, hat eine größere Auswahl als je zuvor und gleichzeitig die Pflicht, sein Geld nicht einfach auf dem Sparkonto liegen zu lassen. Die Inflation lag im April 2026 in Deutschland bei voraussichtlich 2,9 %.1 Wer sein Geld nur auf dem Spar- oder Tagesgeldkonto hält, verliert real Kaufkraft.
Doch nicht alle Anleger:innen verfügen über die Zeit oder die Erfahrung, um sich täglich mit aktuellen Börsenkursentwicklungen auseinanderzusetzen. Wie also kann man mit Aktien sicher und rentabel Geld anlegen, ohne direkt Finanzexpert:in sein zu müssen?
Hier lohnt sich ein näherer Blick auf das Finanzinstrument der Investmentfonds (kurz: Fonds), denn: Sie bieten Privatanleger:innen die Möglichkeit, ohne großen zeitlichen und finanziellen Aufwand in verschiedene Wertpapiere - über Aktien hinaus - gleichzeitig zu investieren. Für die tatsächlichen Investitionen sind dabei Fondsmanager zuständig, die das Fondsvermögen verwalten und anlegen.
Doch auch Fonds sind keine reinen Selbstläufer: Wie jede Geldanlage bergen sie auch gewisse Risiken und Eigenarten, die Sie vor Ihrer Anlageentscheidung berücksichtigen sollten. Deshalb geben wir Ihnen in diesem Artikel die wichtigsten Informationen über Fonds an die Hand und wie Sie in 8 Schritten Ihr Geld in Fonds investieren
Was ist ein Fonds?
Ein Investmentfonds sammelt das Kapital mehrerer Anleger:innen in einem Fondsvermögen, das meist von Fondsmanagern verwaltet, investiert und umgeschichtet wird. Das Besondere an Fonds ist die Diversifizierung der Anlagen und damit auch eine gewisse Risikostreuung.
Denn meist – nicht immer – investiert beispielsweise ein Aktienfondsmanager das gesamte Kapital in mehrere, statt nur in eine Aktie oder im Falle eines Rentenfonds nicht nur in eine Anleihe, sondern in mehrere gleichzeitig. In welche Assets investiert wird, hängt von der Art des Fonds oder von der Strategie des Fondsmanagers ab.
Andere Fonds, wie zum Beispiel Geschlossene Immobilienfonds, investieren das Kapital wiederum in nur einen einzigen Vermögenswert. Solche Fonds sind zwar oft mit höheren Renditechancen, aber auch gleichzeitig mit hohen Risiken verbunden, da keine Streuung vorgenommen wurde.
Außerdem werden mit Geschlossenen Fonds Beteiligungen eingegangen, die einer anderen rechtlichen Grundlage zugerechnet werden als Offene Fonds. Geschlossene Fonds bieten daher keinen oder nur vergleichsweise geringen gesetzlichen Schutz für das Vermögen ihrer Anleger:innen.
Von aktiv zu thesaurierend: So unterscheiden sich Fonds voneinander
Nicht immer können Fonds trennscharf voneinander abgegrenzt werden. Denn oft überschneiden sich bestimmte Aspekte, sodass ein Fonds mehreren Kategorien gleichzeitig zugeordnet werden kann. Stellen Sie sich als Beispiel einen roten Tesla Model 3 vor: Er fällt sowohl in die Kategorie der Elektrofahrzeuge als auch der roten Limousinen. Damit wird also einerseits Bezug auf die inhaltliche Funktionsweise (Elektromotor) genommen, als auch auf die Form und Farbe (rote Limousine).
Ganz ähnlich wird auch bei Fonds nach Merkmalen wie Form und Funktionsweise unterschieden: So kann ein Fonds ein Aktienfonds auch gleichzeitig ein nachhaltiger Solarfonds sein, wenn das Fondsvermögen beispielsweise in nachhaltige Unternehmen aus dem Bereich der Solarenergie investiert wird.
Doch es gibt auch konkrete Kriterien, anhand derer sich verschiedene Arten von Fonds voneinander unterscheiden.
Offene vs. Geschlossene Fonds
Offene Fonds sind klassische Investmentfonds. Als Anleger:in können Sie jederzeit Anteile von Fonds kaufen und zu einem gewünschten Zeitpunkt zum jeweils aktuellen Rücknahmepreis wieder verkaufen. Die Anzahl der zum Verkauf stehenden Fondsanteile ist also nicht gedeckelt und mit keinen spezifischen Bindungen verknüpft.
Die Fondsanteile selbst sind oft nicht teuer, sodass sich solche Fonds auch für vorsichtige Anleger:innen eignen, die mit einem geringeren Anlagekapital starten möchten. Zusätzliche Absicherung leisten die strengen gesetzlichen Auflagen, die Offene Fonds erfüllen müssen, um ihre Anteilsscheine an Anleger:innen verkaufen zu dürfen.
Geschlossene Fonds sind eine Form der unternehmerischen Beteiligung und werden nicht an der Börse gehandelt, sodass auch die Fondsanteile nicht beliebig erworben oder verkauft werden können. Das Fondsvermögen wird innerhalb eines bestimmten Zeitraums von den Investor:innen eingesammelt und für ein oder wenige Großprojekte genutzt, zum Beispiel eine Büroimmobilie oder ein Einkaufszentrum.
Die Mindestbeteiligungen starten meist erst bei circa 5.000 Euro und gehen bis in den sechsstelligen Bereich. Die Laufzeit Geschlossener Fonds beläuft sich häufig auf einen langen Zeitraum von 10 bis 30 Jahren. Da die Anteile nicht an der Börse veräußert werden können, muss bei geplantem Verkauf ein sogenannter Ersatzinvestor die Anteile übernehmen.
Diese Fonds bieten aufgrund ihrer rechtlichen Grundlage als unternehmerische Beteiligung nur geringen Schutz für die Anleger:innen. Geschlossene Fonds sind also deutlich voraussetzungsreicher als Offene Fonds und bauen auf eine hohe Risikobereitschaft, ein hohes Startkapital und aufgrund der langen Laufzeit auf eine langfristige Finanzplanung.
Aktiv vs. passiv gemanagte Fonds
Aktive Fonds sind, wie der Name vermuten lässt, von einem Fondsmanager aktiv verwaltete Fonds. Seine Aufgabe ist es, verschiedene Märkte wie den Sachwerte- oder Wertpapiermarkt zu beobachten und zu analysieren, wofür auch häufig weitere Unternehmen und Analysten herangezogen werden.
Ausgehend von aktuellen Marktanalysen versucht der Fondsmanager, Vermögenswerte zu identifizieren, die möglichst gut zur Anlagestrategie des jeweiligen Fonds passen, um daran seine Investmententscheidungen auszurichten.
Fondsmanager analysieren dafür vorhandene Daten, die sich in der Vergangenheit bewährt haben, um damit möglichst konkrete Zukunftsdiagnosen zu stellen. Doch auch die besten Analysen können trotz aller Fachkenntnis die Zukunft nicht zuverlässig vorhersagen, weshalb aktives Fondsmanagement immer mit gewissen Unsicherheiten gekoppelt ist.
Aufgrund des aktiven Managements und der Dienstleistung der Fondsmanager liegen die Kosten aktiver Fonds außerdem höher als die passiv gemanagter Fonds.
Passiv gemanagte Fonds werden nicht von Experten verwaltet, sondern bilden meist computergesteuert einen vorhandenen Börsenindex ab. Ein DAX-Fonds beispielsweise umfasst Anteile an den 40 Unternehmen des DAX. Mit einer Anlage in einem solchen Fonds beteiligen Sie sich direkt oder indirekt an der Entwicklung dieser Unternehmen und damit an der Entwicklung des DAX.
Der Vorteil passiver Fonds liegt in den niedrigen Kosten: Die Verwaltungsgebühren liegen hier deutlich niedriger als bei aktiv verwalteten Fonds, häufig unter 0,5 %. Zu den beliebtesten passiv gemanagten Fonds zählen sogenannte ETFs, also börsengehandelte Indexfonds. Allerdings sind Anleger:innen passiver Fonds damit von Marktschwankungen und eventuellen Kursstürzen abhängig, die – anders als bei aktiv verwalteten Fonds – nicht durch Umschichtungen vermieden oder abgemildert werden können.
Sachwertfonds wie hausInvest, klimaVest oder infraVest werden grundsätzlich aktiv gemanagt, denn reale Werte wie Immobilien, Wind- und Solarparks oder Infrastrukturanlagen müssen professionell betrieben werden. Welche Immobilie zu welchem Preis gekauft, vermietet oder verkauft wird, welche Stromabnahmeverträge wann verlängert werden, welche Funkmasten in welche Region passen – das sind aktive Asset-Management-Entscheidungen, die eben ein aktives Asset-Management-Team kontinuierlich treffen muss.
Thesaurierende vs. ausschüttende Fonds
Unter thesaurierenden Fonds versteht man solche, die Ihnen Ihre Rendite nicht in regelmäßigen Abständen auszahlen, sondern sie Ihre Gewinne reinvestieren. Wenn Sie also 10.000 Euro investiert haben und am Jahresende 500 Euro Rendite erhalten, wird dieser Betrag bei thesaurierenden Fonds zu Ihrem Anlagebetrag hinzugerechnet.
Der Vorteil thesaurierender Fonds liegt beim sogenannten Zinseszinseffekt, der Ihnen damit zugute kommt: Dabei wird das, was Sie im ersten Jahr an Rendite erwirtschaftet haben, auf Ihre ursprüngliche Anlagesumme aufgerechnet, weshalb sich Ihr Anlagebetrag stetig erhöht und Sie ab dem zweiten Jahr mehr und mehr Rendite erwirtschaften. Nachteil solcher Fonds ist allerdings, dass Sie Ihre Rendite erst erhalten, wenn Sie Ihre Fondsanteile zurückgeben.
Bei den meisten Fonds handelt es sich aber um ausschüttende Fonds, die Ihnen Ihre erwirtschaftete Dividende regelmäßig ausbezahlen. Wenn Sie also mit Ihren 10.000 Euro Anlagekapital am Ende des Jahres 500 Euro Rendite zusteht, erhalten Sie diese auf Ihr Konto. Somit wird Ihr Gewinn zwar nicht weiter verzinst, Sie können dafür aber frei darüber verfügen – nicht umsonst gelten solche Gewinnausschüttungen deshalb bei manchen als “13. Jahresgehalt”.
Fondsarten: In diese Fonds können Sie investieren
Wertpapierfonds vs. Sachwertfonds: zwei Welten, ein Vehikel
Wenn von „Fonds“ die Rede ist, meinen die meisten Menschen Aktienfonds oder ETF. Tatsächlich gibt es aber zwei grundsätzlich verschiedene Welten, in die ein Fonds investieren kann und das ist für Risiko, Rendite und Korrelation mit der Börse entscheidend.
Wertpapierfonds investieren in Aktien, Anleihen oder beides. Sie bieten hohe Liquidität, sind aber direkt von der Stimmung an den Börsen abhängig. Bei einem Crash fallen die Anteile mit – manchmal deutlich.
Sachwertfonds investieren stattdessen in reale Vermögenswerte: Gewerbe- und Wohnimmobilien, Wind- und Solarparks, Stromnetze oder Funkmasten. Ihre Wertentwicklung hängt nicht primär an Tageskursen, sondern an Mieten, Stromverkaufsverträgen, Konzessionen und der langfristigen Entwicklung dieser Assets. Sie sind damit weniger börsenabhängig und werden für vorsichtigere Anleger:innen interessant, die das eigene Geld nicht den Schwankungen der Aktienmärkte ausliefern wollen.
Die Commerz Real beispielsweise setzt seit über 54 Jahren auf Sachwertinvestments und hat ihr Fondsangebot konsequent darum herum aufgebaut. Privatanleger:innen können dort aktuell zwischen drei Sachwertfonds wählen:
- hausInvest – Offener Immobilienfonds, der weltweit in Gewerbeimmobilien investiert. Klassischer Sachwert-Baustein für eine breit gestreute, börsenunabhängige Basis.
- klimaVest – ELTIF, der in Wind- und Solarparks sowie Stromnetze in Europa investiert. Kombination aus stabilen Cashflows und Beitrag zur Energiewende.
- infraVest – ELTIF mit Deutschlandfokus, der in kritische Infrastruktur (Versorgung, Soziales, Energie, Transport, Kommunikation) investiert.
Allen drei Fonds gemeinsam: Sie zielen auf laufende Erträge aus realen Werten statt auf Unternehmensbewertungen an der Börse. Damit bilden sie eine Alternative für alle, die diversifizieren wollen, ohne sich auf Aktienschwankungen einlassen zu müssen.
Chancen und Risiken von Fonds: Alles Wissenswerte im Überblick
Chancen
- Fonds weisen von Haus aus eine große Diversifikation und damit auch eine gute Risikostreuung auf.
- Da in einem Fonds immer mehrere Anlageobjekte enthalten sind, fallen die Kursschwankungen insgesamt schwächer aus als bei einer Geldanlage in ein einzelnes Anlageobjekt.
- Anleger:innen profitieren von strengen staatlichen Regularien und Kontrollrichtlinien, an denen sich Fondsanbieter orientieren müssen.
- Es ist keine kontinuierliche Marktanalyse notwendig. Entweder wird die Verwaltung aktiv von einem Fondsmanager übernommen oder Sie investieren in einen bewährten Indexfonds, der sich automatisch nach den Marktentwicklungen richtet.
- Sachwertfonds wie Offene Immobilienfonds oder ELTIFs für Erneuerbare und Infrastruktur sind weniger von Tageskursen abhängig: Ihre Erträge stützen sich auf laufende Mieten, Stromabnahmeverträge oder Konzessionen und reagieren damit ruhiger auf Börsenschwankungen.
Risiken
- Allgemeine Marktrisiken können nicht ausgeschlossen werden – deshalb ist jeder Fonds möglichen Marktschwankungen ausgesetzt.
- Als Anleger:in eines aktiv verwalteten Fonds sind Sie von den Investmententscheidungen des Fondsmanagers abhängig, auch wenn Ihnen diese mal nicht gefallen.
- Im Falle der Liquidation eines Fonds kann es für Anleger:innen zu erheblichen Verlusten kommen. Außerdem kann die Rücknahme von Anteilen in besonderen Fällen ausgesetzt und damit die Liquidität von Anleger:innen gefährdet werden.
Rendite von Fonds: Das können Sie von Ihrem Investment erwarten
Die Rendite Ihrer Fondsanlage ist letztlich davon abhängig, was für ein Fonds es ist und welche Assets im Fonds enthalten sind. Grundsätzlich lässt sich die Rendite eines Fonds darauf zurückführen, wie diversifiziert er ist:
Mit breiter Streuung können zwar die Risiken verringert werden, gleichzeitig müssen Anleger:innen aber auch mit niedrigeren Renditen rechnen. Deutsche Aktienfonds beispielsweise konnten laut dem Fondsverband BVI in den letzten 10 Jahren eine durchschnittliche Rendite von 5,7 Prozent erzielen.2
Fonds und ihre Kosten: Welche Gebühren kommen auf Sie zu?
Ähnlich wie bei den Renditen kommt es auch bei den Kosten darauf an, um welche Art von Fonds es sich handelt. Allerdings geht es hier weniger um die tatsächlichen Assets, sondern eher darum, ob der betreffende Fonds aktiv oder passiv verwaltet wird.
Denn passiv verwaltete Fonds sind meist günstiger und weisen eine Total Expense Ratio (TER), also eine Gesamtkostenquote aller anfallenden Kosten und Gebühren eines Fonds pro Jahr, von etwa 0,1 Prozent bis 0,5 Prozent auf. Aktiv gemanagte Fonds hingegen sind mit einem höheren Verwaltungsaufwand verbunden, entsprechend fällt die Total Expense Ratio hier etwas höher aus.
Die Höhe des einmaligen Ausgabeaufschlags (auch Agio genannt), der beim Kauf der Fondsanteile fällig wird, steht nicht im Verhältnis zu aktiv oder passiv verwalteten Fonds, sondern hängt davon ab, wer die Fondsteile ausgibt und wer sie vertreibt. Diese Kosten variieren also je nach Anbieter oder Bank.
Von der Theorie in die Praxis: Wie Sie in 8 Schritten in Fonds investieren
Nachdem Sie nun die verschiedenen Fondsarten, ihre Eigenschaften und Risiken kennengelernt haben, steht Ihrem eigenen Fondsinvestment nichts mehr im Weg. Nun kommt es darauf an, Ihr neues Wissen anzuwenden, wenn Sie sicher und rentabel Ihr Geld in Fonds anlegen möchten.
Schritt 1: Anlageziele bestimmen: Wofür wollen Sie in Fonds investieren?
Anleger:innen sind unterschiedlich – genau wie ihre Präferenzen und Zukunftsvisionen, wenn es um ihr Geld geht. Bei der Bestimmung Ihrer Anlageziele geht es darum, genau hier anzusetzen und herauszufinden, was Sie erreichen wollen, wenn Sie Ihr Geld in Fonds investieren. Möchten Sie einfach Ihr privates Vermögen aufbauen oder geht es um konkrete Absichten wie die Finanzierung eines Eigenheims oder die Vorsorge für Ihre Kinder?
Diese verschiedenen Ziele wirken sich darauf aus, über welchen Zeitraum Sie wie viel Geld in Fonds investieren sollten und auch, welche Risiken Sie mit Ihrer Geldanlage eingehen. Je konkreter Sie Ihre Anlageziele also definieren können, desto besser können Sie Ihre Anlage planen.
Schritt 2: Risikobereitschaft definieren: Wie sicher soll Ihre Anlage sein?
Fonds lassen sich je nach Schwerpunkt unterschiedlichen Risikoklassen zuordnen. Nachdem Sie Ihr persönliches Anlageziel bestimmt haben, geht es nun im zweiten Schritt um Ihren Umgang mit Risiken: Möchten Sie mit Ihrer Anlage lieber hohe Renditen erzielen und dafür höhere Risiken eingehen oder wollen Sie doch lieber auf Nummer sicher gehen und Ihr Geld gut behütet wissen? Auch hier geht es um Ihre individuelle Einschätzung.
Seien Sie hierbei ehrlich, denn die beste Geldanlage sollte möglichst passend auf Sie zugeschnitten sein, um spätere Enttäuschungen oder Verunsicherungen zu vermeiden. Wenn Sie also keine hohe Risikotoleranz haben, bleiben Sie lieber auf der sicheren Seite und vertrauen Sie auf wertstabile und risikoärmere Fonds. Auch wenn Sie beispielsweise Geld für Ihre Kinder anlegen möchten, sind Sie mit werterhaltenden Produkten besser beraten.
Letztlich bestimmt das Anlageziel Ihre Mittel: Wenn Sie beispielsweise in 5 Jahren Ihren Anlagebetrag verdoppeln möchten, werden Sie auf wesentlich riskantere Fondsprodukte zurückgreifen, als wenn Sie in 30 Jahren ein Plus von 50% anstreben.
Schritt 3: Anlagehorizont bedenken: Wie lange möchten Sie in Fonds investieren?
Die Dauer Ihres Investments wirkt sich ebenfalls darauf aus, welche Fonds für Sie in Betracht kommen und welche Risiken und Renditechancen damit einhergehen. Denn je nach Produkt unterscheiden sich Aspekte wie Fristen zur Mindesthaltung oder der Rückgabe Ihrer Anteile. Hierfür sollten Sie also kalkulieren, ob beziehungsweise wie lang Sie auf Ihren Anlagebetrag verzichten können. Gängig sind drei verschiedene Zeiträume der Geldanlage:
- Kurzfristiger Anlagehorizont (1-3 Jahre): Wer sich auf den Ruhestand vorbereitet oder das erarbeitete Vermögen sichern, also über einen kurzen Zeitraum im Wert erhalten möchte, hat meist einen Anlagehorizont von wenigen Jahren. Hohe Renditen können sicherheitsorientierte Anleger:innen über diesen kurzen Zeitraum nicht erwarten. Wer innerhalb von drei Jahren beispielsweise mit Aktien oder Kryptowährungen auf hohe Renditen spekuliert, muss entsprechende Risiken eingehen und im schlimmsten Fall einen Totalverlust in Kauf nehmen. Wenn Sie also mit kurzfristigen Investments hantieren, kann es durchaus sein, dass Sie Ihre Anteile zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen und somit deutliche Verluste hinnehmen müssen.
- Mittelfristiger Anlagehorizont (3-10 Jahre): Wer sein Kapital für mindestens drei Jahre investiert, verfügt über genügend zeitlichen und finanziellen Spielraum, um das eigene Kapital in Ruhe arbeiten zu lassen. Hier kann das Anlagekapital zwischen stabilen und etwas risikoreicheren Produkten, wie zum Beispiel Aktienfonds oder ETFs, aufgeteilt werden. So können Sie gute Renditen erzielen, während die damit einhergehenden Risiken von stabileren Fondsprodukten aufgefangen werden können.
- Langfristiger Anlagehorizont (10+ Jahre): Ein Anlagehorizont von mindestens 10 Jahren eröffnet Ihnen einige Möglichkeiten, zum Beispiel können Sie langfristig und kontinuierlich für Ihr Alter vorsorgen. Wenn Sie für den Aufbau Ihres Vermögens in Fonds investieren, können Sie über diesen Zeitraum auch einige Risiken eingehen. Denn dann haben Sie viel Zeit, um Kursschwankungen auszuhalten und deren Ausgleich abzuwarten.
Behalten Sie aber im Kopf: Ihre Fondsanlage richtet sich nach Ihnen – wenn Sie einen Anlagehorizont von mindestens 10 Jahren haben, aber keine Risiken eingehen wollen, stehen Ihnen genügend solide und risikoarme Fonds zur Verfügung.
Schritt 4: Anlagebetrag festlegen: Wie viel können Sie investieren?
Sie kennen nun die wichtigsten Bedingungen, die Sie berücksichtigen sollten, wenn Sie Ihr Geld in Fonds investieren möchten. Bevor Sie sich aber für einen Fonds entscheiden und Anteile erwerben, sollten Sie wissen, welche finanziellen Mittel Ihnen für Ihr Investment zur Verfügung stehen.
Nehmen Sie eine realistische Einschätzung Ihrer Finanzen vor: Welche regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben haben Sie? Gibt es Kredite, deren Abbezahlung noch aussteht? Verfügen Sie über eine Reserve, die eventuelle Reparaturen oder Neuanschaffungen abdeckt?
Stellen Sie sicher, dass Sie alle absehbaren Kosten berücksichtigt haben, bevor Sie Ihren Investitionsbetrag bestimmen. Nur so können Sie sicher sein, dass Sie nicht nach kurzer Zeit wieder auf Ihre Anlagesumme zugreifen und dafür hohe Gebühren wie Ausgabeaufschläge zahlen müssen.
Ermitteln Sie dabei nicht nur einen möglichen Investitionsbetrag für eine Einmalanlage, sondern auch eine denkbare monatliche Sparrate, mit der Sie sukzessive Vermögen aufbauen können.
Schritt 5: Fonds aussuchen: So finden Sie den für Sie geeigneten Fonds
Nachdem Sie nun bestimmt haben, welchen Betrag Sie in Fonds investieren können und möchten, geht es nun darum, das für Sie geeignete Produkt zu finden.
Wenn Sie von Ihrer Anlage hohe Renditen erwarten und Sie gleichzeitig Ihr Geld verfügbar halten wollen, kann ein Aktienfonds für Sie geeignet sein. Je höher die Renditechancen und die Liquidität des Fonds ausfällt, desto höher sind die damit einhergehenden Risiken. Deshalb zählen Aktienfonds zu den risikoreicheren Fondsprodukten.
Wenn Sie mehr Wert auf Sicherheit und stabile Renditen legen, kann ein Offener Immobilienfonds der richtige für Sie sein. Hier verzichten Sie circa zwei Jahre darauf, auf Ihr Geld zugreifen zu können, und investieren dafür in ein risikoarmes und wertstabiles Produkt. Hier empfiehlt sich der Offene Immobilienfonds hausInvest, der mit 14,6 Mrd. Milliarden Euro Fondsvermögen zu den größten deutschen Immobilienfonds zählt und mit über 145 Anlageobjekten weltweit eine hohe Diversifikation aufweist.
Für Anleger:innen, die ihr Kapital langfristig in eine zukunftsstarke Geldanlage investieren möchten, lohnt sich ein Blick auf den Erneuerbare-Energie-Fonds klimaVest: Der Sachwertefonds investiert in über 43 Windkraft- und Solarparks sowie Stromnetze in ganz Europa und sorgt dank langjähriger Abnahmeverträge für stabile Cashflows und zuverlässige Renditechancen.
Gleichzeitig holen sich Anleger:innen mit einem Investment in erneuerbare Energien eine neue und zukunftsorientierte Anlageklasse in ihr Portfolio, die mit weiterhin steigender Energienachfrage langfristig an Bedeutung gewinnen wird.
Für Anleger:innen, die in das Rückgrat der Wirtschaft investieren möchten, lohnt sich ein Blick auf infraVest. Der Infrastrukturfonds mit Deutschlandfokus ist ein ELTIF 2.0 und investiert breit gestreut in kritische Infrastruktur wie Versorgung, Soziales, Energie, Transport oder Kommunikation. Infrastrukturwerte gelten als langfristig stabil, weil ihre Erträge häufig aus regulierten oder konzessionierten Verträgen stammen und damit weitgehend unabhängig von Konjunktur und Börse sind.
Schritt 6: Einmalanlage oder Fondssparplan wählen: Ihr Weg zu Ihrem Fonds-Investment
Bevor Ihr Investment wirklich starten kann, müssen Sie sich entscheiden: Einmalanlage oder Sparplan? Der Name verrät es: Bei einer Einmalanlage investieren Sie auf einen Schlag einen festen Betrag in den Fonds Ihrer Wahl. Ob es dabei bleibt oder Sie nach einer gewissen Zeit weitere Beträge im Fonds anlegen möchten, bleibt natürlich Ihnen überlassen.
Grundsätzlich eignet sich diese Art der Anlage aber eher für Sie, wenn Sie höhere Beträge, zum Beispiel 20.000 Euro oder 50.000 Euro anlegen möchten. Das kann Ihr erarbeitetes Vermögen sein, ein aufgelöstes Sparbuch, oder Sie haben einen Nachlass erhalten und möchten nun Ihr Erbe anlegen.
Entscheiden Sie sich für einen Fondssparplan, investieren Sie eher kleinere Beträge in regelmäßigen Abständen, zum Beispiel monatlich oder quartalsweise. Die Anlagebeträge sind meist flexibel und lassen sich an Ihre Situation anpassen, je nachdem, wie viel Geld Ihnen zur Verfügung steht.
Für sicherheitsliebende Anleger:innen bieten solche Sparpläne den Vorteil des Cost-Average-Effekts: So können Schwankungen in der Höhe der Anteilspreise durch die regelmäßigen Zahlungen immer wieder ausgeglichen werden und Anleger:innen zahlen langfristig oft sogar günstigere Durchschnittspreise.
Neben diesen zwei geläufigen Möglichkeiten können Sie auch ein hybrides Modell nutzen, indem Sie einen Teil Ihres Vermögens in Form einer Einmalanlage investieren und darüber hinaus in regelmäßigen Sparplanraten Geld in den Fonds anlegen.
Schritt 7: Den richtigen Zeitpunkt bestimmen: Wann Sie Ihre Anlage starten sollten
Je früher Sie Ihr Geld in Fonds anlegen, desto länger kann Ihr Kapital für Sie arbeiten. Starten Sie deshalb lieber früh als spät – und im besten Fall genau jetzt.
Gerade vorsichtige oder unerfahrene Anleger:innen finden immer wieder einen Grund, um das Investment doch noch einmal in die Zukunft zu verschieben. Doch damit geht Ihnen wertvolle Zeit verloren, die Sie für den Erhalt oder die Vermehrung Ihres Kapitals nutzen können. Vor allem mit aktiv verwalteten Fonds ist Ihr Geld in Expertenhänden: Ihnen bleiben zeitintensive Marktanalysen erspart und Sie müssen nicht auf den nächsten Preissturz warten, um den entscheidenden Schritt zu wagen.
Schritt 8: Die Investition starten: Depot eröffnen und zurücklehnen
Um Ihr Geld investieren können, benötigen Sie ein sogenanntes Depot, in welchem Ihre Wertpapiere verwahrt und verwaltet werden. Es gibt viele verschiedene Anbieter solcher Depots, die mit unterschiedlichen Serviceleistungen und Kosten verbunden sind, von Ihrer Hausbank über Online-Banken bis hin zu speziell darauf ausgelegten Fondsvermittlern.
Dabei lohnt es sich für Anleger:innen vor allem, die Kostentabelle der Ausgabeaufschläge zu studieren, denn hier fallen oft die höchsten Gebühren an. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihr Depotanbieter möglichst viele verschiedene Fonds sowie auch Fonds ohne Ausgabeaufschläge anbietet. Dafür eignen sich günstigere Online-Banken meist eher als die vertraute Hausbank.
Auch Ihre Hausbank kann für Ihre Depoteröffnung eine gute Adresse sein, wenn Ihnen die persönliche Bindung wichtiger ist als möglichst geringe Ausgabeaufschläge. Doch auch hier sollten Sie einige Aspekte beachten: Viele Hausbanken haben es sich mittlerweile zur Gewohnheit gemacht, nur hauseigene Finanzprodukte zu verkaufen. In so einem Fall müssen Sie als Anleger:in sich deshalb mit Anlageprodukten zufrieden geben, die im direkten Vergleich zu anderen vielleicht um einiges schlechter ausfallen.
Informieren Sie sich also am besten im Vorfeld, welche Fonds für Sie besonders interessant sein könnten. Im nächsten Schritt können Sie schließlich verschiedene Depotanbieter und die von ihnen angebotenen Fonds miteinander vergleichen, um so das für Sie bestmögliche Angebot zu finden und Ihr passendes Depot zu eröffnen.
Wenn Sie also Ihre Ziele, Ihre Risikotoleranz und Ihren Anlagehorizont kennen sowie Ihren Anlagebetrag bestimmt und sich einen passenden Depotanbieter ausgesucht haben, steht Ihrem Investment nichts mehr im Wege. Nutzen Sie also Fonds für Ihren Vermögensaufbau oder für Ihre Vorsorge und lassen Sie Ihr Geld unbeschwert für Sie arbeiten. Viel Erfolg mit Ihrer Fondsanlage.
Häufige Fragen
1Statistisches Bundesamt (2026, April). Inflationsrate im April 2026 voraussichtlich +2,9 %. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD26_149_611.html
2https://www.bvi.de/en/services/statistics-and-research/performance-statistics/