- Risikoklassen geben Ihnen als Anleger:in die Möglichkeit, ein Anlageprodukt zu bewerten und einzuordnen – soll es sicher sein? ertragsorientiert? spekulativ? Gibt es eine Anlage ohne jedes Risiko?
- In der Regel werden 7 Risikoklassen unterschieden, die ein Finanzprodukt von Risikoklasse 1 (sicher) bis hin zur Risikoklasse 7 (spekulativ) bewerten.
- Für die Bewertung von Investmentfonds gilt seit 2023 der SRI (Summary Risk Indicator) nach PRIIPs-Verordnung. Er ordnet ein Produkt auf einer Skala von 1 bis 7 ein und berücksichtigt dabei Markt- und Kreditrisiko.
- Bei Anlageprodukten lassen sich 5 Kriterien für Risikofaktoren festmachen: Ausfallrisiko, Liquiditätsrisiko, Marktpreisrisiko, Inflationsrisiko und Wechselkursrisiko.
- Anleger:innen müssen sich nicht nur auf eine Risikoklasse festlegen, sondern können sich durch die Diversifikation der Investments auch für verschiedene Risikoklassen entscheiden.
- Auch Sachwertfonds haben eine Risikoklasse: Der Offene Immobilienfonds hausInvest und der ELTIF klimaVest sind als SRI 2 eingestuft, der Infrastruktur-ELTIF infraVest als SRI 4.
Risikoklassen Wie Sie in 2026 das Risiko von Geldanlagen und Fonds richtig bewerten
Inhalte
Das Wichtigste in Kürze:
Eines ist sicher: Mit jedem Investment geht ein gewisses Risiko einher. Meist bedeuten höhere Risiken zwar auch größere Renditechancen – doch damit steigt auch die Gefahr, dass sich das Investment nicht rentiert und Ihr angelegtes Geld verlorengeht.
Natürlich folgen die Risiken einzelner Anlageprodukte nicht dem Zufallsprinzip, sondern lassen sich mithilfe von Risikoklassen bewerten und einordnen. So können Sie als Anleger:in einen besseren Überblick darüber gewinnen, welche Anlagen für Sie geeignet sind und mit welchen Sie Ihre persönliche Risikobereitschaft übersteigen.
In diesem Artikel finden Sie alle nötigen Informationen, um Ihr eigenes Risikoprofil besser einschätzen zu können – egal ob Sie auf klassische Wertpapierfonds oder auf Sachwertfonds wie Offene Immobilienfonds und ELTIFs setzen.
Was sind Risikoklassen?
Seit der Einführung des WpHG (Wertpapierhandelsgesetz) sind Finanzdienstleister gesetzlich dazu verpflichtet zu überprüfen, inwieweit ihr Anlagevorschlag für Kund:innen angemessen und geeignet ist. Um diese Überprüfung weitestgehend verallgemeinerbar zu machen, werden Finanzprodukte in verschiedene Risikoklassen unterteilt, um so den Anleger:innen fundierte Anlageempfehlungen aussprechen zu können.
Weitgehend verallgemeinerbar deshalb, da die jeweilige Einstufung von Wertpapieren, Fonds und sonstigen Finanzprodukten von jeder Bank individuell durchgeführt wird – bislang existiert noch keine einheitliche Klassifizierung.
Deshalb werden für die Einordnung der Anlagerisiken verschiedene Modelle genutzt: Die Risikoklassen von Fonds lassen sich beispielsweise anhand des SRI (Summary Risk Indicator) einordnen, der seit 2023 nach PRIIPs-Verordnung verpflichtend ist und Markt- sowie Kreditrisiko in einer Skala von 1 bis 7 zusammenfasst.
Darum lohnt sich der Blick auf Risikoklassen
Mit der Entwicklung von Risikoklassen wurde ein Werkzeug geschaffen, das es Finanzberater:innen ermöglicht, die von ihnen angebotenen Finanzprodukte schnell und effektiv einschätzen zu können.
Doch auch für Privatanleger:innen, die sich eigenständig und unabhängig über die Risiken von Fonds, Aktien & Co. informieren möchten, können Risikoklassen eine Hilfe sein:
Gehören Sie beispielsweise eher zu den vorsichtigeren Anleger:innen, können Sie schnell und gezielt Finanzprodukte der oberen Risikoklassen aussortieren und sich den eher sicherheitsorientierten Anlagen zuwenden.
Gleichermaßen können Ihnen die Risikoklassen auch behilflich sein, wenn Sie höchstmögliche Renditen erzielen wollen und dafür auch größere Anlagerisiken nicht scheuen – in diesem Fall sind Geldanlagen der niedrigeren Risikoklassen wohl eher nichts für Sie.
Je nachdem also, welches Anlageziel Sie verfolgen oder wie Ihre Risikobereitschaft aussieht: Ein Blick auf die verschiedenen Risikoklassen der herkömmlichen Geldanlagen kann Ihnen dabei helfen, sich einer geeigneten Anlagestrategie anzunähern. Wie das funktioniert, erfahren Sie hier.
Die 7 Risikoklassen zur Bewertung von Geldanlagen
Die meisten konventionellen Geldanlagen, von Fonds-Investments über Aktien bis hin zu Derivaten, können in sieben verschiedene Risikoklassen eingeordnet werden. Diese Klassen ordnen sich von niedriger Zahl und niedrigem Risiko bis hin zur höchsten Zahl und höchstem Risiko.
Die Einordnung eines Anlageprodukts in die entsprechende Risikoklasse ist gleichzeitig auch eng mit der jeweiligen Renditeerwartung verknüpft: Je niedriger das Risiko, desto niedriger sind auch die Renditechancen.
Risikoklassen orientierten sich also am altbekannten magischen Dreieck der Geldanlage: Mit dem Dreieck kann jedes Anlageprodukt zwischen den drei Dimensionen Sicherheit, Rendite und Liquidität angeordnet werden; keine Geldanlage weist alle drei Merkmale gleichzeitig auf. Bei der Betrachtung der Risikoklassen liegt der Fokus insbesondere auf den beiden Aspekten Rendite und Sicherheit.
| Risikoklasse | Beispielprodukte | Geeignet für |
|---|---|---|
| 1 – Sicherheit | Tagesgeld, Festgeld, Sparbriefe, Bausparverträge | Höchstes Sicherheitsbedürfnis, kurzer Horizont. Renditeerwartung sehr gering. |
| 2 – Sicherheitsorientiert | Offene Immobilienfonds (z. B. hausInvest), ELTIFs für erneuerbare Energien (z. B. klimaVest), Rentenfonds mit Top-Bonität | Vorsichtige Anleger:innen, die Inflationsausgleich plus Substanz suchen. Renditeerwartung gering bis moderat. |
| 3 – Konservativ sicherheitsorientiert | Mischfonds, festverzinsliche Wertpapiere, Anleihen guter Bonität | Sicherheitsfokus mit leicht erhöhter Renditeerwartung. Renditeerwartung moderat. |
| 4 – Solide ertragsorientiert | ETFs, Aktienfonds, Infrastruktur-ELTIFs (z. B. infraVest), Einzelaktien | Anleger:innen, die mittleres Risiko für höhere Renditechancen akzeptieren. Renditeerwartung mittel. |
| 5 – Konservativ wachstumsorientiert | Aktien aus Drittländern, Währungsanleihen mittlerer Bonität, OTC-Aktien | Hohe Risikobereitschaft, Verluste verkraftbar. Renditeerwartung hoch. |
| 6 – Wachstumsorientiert / spekulativ | Ertragsorientierte Aktienfonds, Optionsscheine, Dividendenfonds | Erfahrene Anleger:innen mit Toleranz für hohe Wertschwankungen. Renditeerwartung sehr hoch. |
| 7 – Spekulativ | Hedgefonds, Drittländerfonds, Branchenfonds | Profis mit Fachwissen, Toleranz bis zum Totalverlust. Renditeerwartung höchst spekulativ. |
| Risikoklasse | 1 – Sicherheit |
|---|---|
| Beispielprodukte | Tagesgeld, Festgeld, Sparbriefe, Bausparverträge |
| Geeignet für | Höchstes Sicherheitsbedürfnis, kurzer Horizont. Renditeerwartung sehr gering. |
| Risikoklasse | 2 – Sicherheitsorientiert |
|---|---|
| Beispielprodukte | Offene Immobilienfonds (z. B. hausInvest), ELTIFs für erneuerbare Energien (z. B. klimaVest), Rentenfonds mit Top-Bonität |
| Geeignet für | Vorsichtige Anleger:innen, die Inflationsausgleich plus Substanz suchen. Renditeerwartung gering bis moderat. |
| Risikoklasse | 3 – Konservativ sicherheitsorientiert |
|---|---|
| Beispielprodukte | Mischfonds, festverzinsliche Wertpapiere, Anleihen guter Bonität |
| Geeignet für | Sicherheitsfokus mit leicht erhöhter Renditeerwartung. Renditeerwartung moderat. |
| Risikoklasse | 4 – Solide ertragsorientiert |
|---|---|
| Beispielprodukte | ETFs, Aktienfonds, Infrastruktur-ELTIFs (z. B. infraVest), Einzelaktien |
| Geeignet für | Anleger:innen, die mittleres Risiko für höhere Renditechancen akzeptieren. Renditeerwartung mittel. |
| Risikoklasse | 5 – Konservativ wachstumsorientiert |
|---|---|
| Beispielprodukte | Aktien aus Drittländern, Währungsanleihen mittlerer Bonität, OTC-Aktien |
| Geeignet für | Hohe Risikobereitschaft, Verluste verkraftbar. Renditeerwartung hoch. |
| Risikoklasse | 6 – Wachstumsorientiert / spekulativ |
|---|---|
| Beispielprodukte | Ertragsorientierte Aktienfonds, Optionsscheine, Dividendenfonds |
| Geeignet für | Erfahrene Anleger:innen mit Toleranz für hohe Wertschwankungen. Renditeerwartung sehr hoch. |
| Risikoklasse | 7 – Spekulativ |
|---|---|
| Beispielprodukte | Hedgefonds, Drittländerfonds, Branchenfonds |
| Geeignet für | Profis mit Fachwissen, Toleranz bis zum Totalverlust. Renditeerwartung höchst spekulativ. |
Die 7 Risikoklassen im Detail
Gibt es die Risikoklasse 0?
Auch wenn manche Finanzproduktanbieter mit diesem Begriff spielen und so den Eindruck eines Zero-Risk-Investments erwecken wollen, ist der Begriff der Risikoklasse 0 irreführend – und leider schlichtweg falsch. So gering das Risiko mancher Anlageprodukte auch sein mag, ein Restrisiko besteht immer. Das heißt jedoch nicht, dass Sie als sicherheitsorientierte:r Anleger:in keinen Platz am Finanzmarkt haben – auch Finanzprodukte der Risikoklassen 2 oder 3 sind hier eine gute Anlaufstelle, um mehr aus Ihrem Geld zu machen und gleichzeitig keine großen Verlustrisiken eingehen zu müssen.
Wieso eine höhere Risikoklasse nicht immer höhere Rendite bedeutet
Ja, höhere Risikoklassen ermöglichen Ihnen die Chance auf höhere Renditen. Doch gleichzeitig erhöht sich auch das Risiko, dass sich diese positiven Renditechancen ins Negative umkehren und Ihnen Verluste einbringen. Das Potential, das höhere Renditeerwartungen für Ihre Geldanlage bedeuten, kann sich also sowohl positiv als auch negativ entwickeln – je höher das Risiko, desto schneller kann das Investment zum Minusgeschäft werden.
Risikoklassifizierung von Fonds durch den SRI (Summary Risk Indicator)
Seit 2023 wird die Risikoklasse von Investmentfonds und anderen verpackten Anlageprodukten einheitlich über den SRI (Summary Risk Indicator) ausgewiesen. Er steht im Basisinformationsblatt (KID), das jeder Anbieter nach der PRIIPs-Verordnung zur Verfügung stellen muss.
Der SRI ordnet ein Produkt auf einer Skala von 1 bis 7 ein und kombiniert dafür zwei Komponenten: das Marktrisiko (MRM), berechnet aus der Volatilität der Renditen über die empfohlene Haltedauer und das Kreditrisiko (CRM), das die Bonität des Anbieters oder Garantiegebers bewertet. Wo der frühere SRRI nur historische Kursschwankungen berücksichtigte, fließt beim SRI also auch das Ausfallrisiko des Emittenten mit ein.
Auch ein niedriger SRI bedeutet kein risikofreies Investment. Er beschreibt das Risiko bei Halten über die empfohlene Periode. Wer früher verkauft, kann deutlich mehr verlieren. Maßgebliche Quelle ist immer das aktuelle Basisinformationsblatt des jeweiligen Fonds.
Wichtig zu unterscheiden: Die weiter oben beschriebenen 7 Bank-Risikoklassen werden von jeder Bank individuell vergeben und sind nicht einheitlich standardisiert. Der SRI dagegen ist EU-weit verbindlich und gilt ausschließlich für PRIIPs, also für verpackte Anlageprodukte wie Investmentfonds, ELTIFs oder fondsgebundene Versicherungen. Beide Systeme nutzen zwar eine Skala von 1 bis 7, klassifizieren aber nach unterschiedlichen Regeln. n Jahre.
SRRI-Volatilitätstabelle1
| SRI-Klasse | Volatilität (annualisiert) | Risiko-Charakter |
|---|---|---|
| 1 | bis 0,5 % | sehr niedriges Risiko |
| 2 | 0,5 % bis 5,0 % | niedriges Risiko |
| 3 | 5,0 % bis 12,0 % | mittleres bis niedriges Risiko |
| 4 | 12,0 % bis 20,0 % | mittleres Risiko |
| 5 | 20,0 % bis 30,0 % | mittleres bis hohes Risiko |
| 6 | 30,0 % bis 80,0 % | hohes Risiko |
| 7 | über 80,0 % | sehr hohes Risiko |
| SRI-Klasse | 1 |
|---|---|
| Volatilität (annualisiert) | bis 0,5 % |
| Risiko-Charakter | sehr niedriges Risiko |
| SRI-Klasse | 2 |
|---|---|
| Volatilität (annualisiert) | 0,5 % bis 5,0 % |
| Risiko-Charakter | niedriges Risiko |
| SRI-Klasse | 3 |
|---|---|
| Volatilität (annualisiert) | 5,0 % bis 12,0 % |
| Risiko-Charakter | mittleres bis niedriges Risiko |
| SRI-Klasse | 4 |
|---|---|
| Volatilität (annualisiert) | 12,0 % bis 20,0 % |
| Risiko-Charakter | mittleres Risiko |
| SRI-Klasse | 5 |
|---|---|
| Volatilität (annualisiert) | 20,0 % bis 30,0 % |
| Risiko-Charakter | mittleres bis hohes Risiko |
| SRI-Klasse | 6 |
|---|---|
| Volatilität (annualisiert) | 30,0 % bis 80,0 % |
| Risiko-Charakter | hohes Risiko |
| SRI-Klasse | 7 |
|---|---|
| Volatilität (annualisiert) | über 80,0 % |
| Risiko-Charakter | sehr hohes Risiko |
Die Werte entsprechen den MRM-Klassen nach Anhang II der Delegierten Verordnung (EU) 2017/653. Das finale SRI-Ergebnis ergibt sich aus der Kombination von Marktrisiko (MRM) und Kreditrisiko (CRM); das CRM kann die SRI-Klasse zusätzlich um eine Stufe nach oben verschieben.
Ein konkretes Beispiel: Der Offene Immobilienfonds hausInvest und der ELTIF klimaVest sind aktuell als SRI 2 eingestuft, der Infrastruktur-ELTIF infraVest als SRI 4. Die unterschiedlichen Werte spiegeln die jeweilige Anlagestrategie wider. Gewerbeimmobilien und langfristige Stromabnahmeverträge schwanken in der Regel weniger als ein Infrastruktur-Mix mit unterschiedlichen Sektoren und längerer Bindung.
Die Risiken verschiedener Anlageformen: 5 Kriterien zu ihrer Einschätzung
Neben der Einordnung von Anlageprodukten in Risikoklassen gibt es noch weitere Kriterien, die Ihnen dabei helfen können, die Risiken von Anlageformen und Anlageinstrumenten zu bestimmen:
- Ausfallrisiko: Mit dem Kriterium des Ausfallrisikos wird die Wahrscheinlichkeit bestimmt, mit der Anleger:innen einen Teil ihres Investments oder ihres gesamten Anlagebetrags (Totalverlust) verlieren. Investieren Sie zum Beispiel in Aktien eines einzelnen börsendotierten Unternehmens, ist das Ausfallrisiko dieser Geldanlage vergleichsweise hoch. Denn im Fall eines plötzlichen Kurseinsturzes oder von Insolvenz besteht ein realistisches Totalverlustrisiko.
- Liquiditätsrisiko: Das Liquiditätsrisiko bezieht sich auf die Verfügbarkeit Ihres angelegten Geldes. Wenn Sie sich für eine Geldanlage entscheiden, die Ihren Anlagebetrag für längere Zeit fest einbindet, besteht hier ein entsprechend hohes Liquiditätsrisiko. Im Gegensatz zum Ausfallrisiko ist das Liquiditätsrisiko jedoch zeitlich begrenzt, da Sie spätestens mit Ende der Laufzeit wieder frei auf Ihr Geld zugreifen können.
- Marktpreisrisiko: Insbesondere in Krisenzeiten können sich Marktverhältnisse schnell ändern, Aktienpreise können temporär oder sogar dauerhaft fallen. Mit dem Marktpreisrisiko wird das Risiko bestimmt, dass der Marktpreis einer Geldanlage für bestimmte oder auch unbestimmte Zeit fällt und das Investment so stark an Wert verliert.
- Inflationsrisiko: Hierbei handelt es sich um das Risiko, dass die Erträge eines Anlageprodukts unter den Inflationswert fallen und so effektiv keinen Gewinn mehr einbringen. Nach dem starken Anstieg 2022/2023 liegt die Inflation in Deutschland 2026 wieder im moderaten Bereich – laut Statistischem Bundesamt im April 2026 bei voraussichtlich 2,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat.2 Klassische Geldanlagen wie das Sparbuch oder Tagesgeldkonten unterliegen dennoch häufig der inflationären Geldentwertung: Selbst wenn sie wieder Zinsen abwerfen, liegen diese vielfach knapp unter der Inflationsrate, sodass real keine echte Wertsteigerung entsteht.
- Wechselkursrisiko: Das Wechselkursrisiko spielt immer dann eine Rolle, wenn eine Geldanlage über unterschiedliche Währungen hinweg gehandelt wird, zum Beispiel durch eine Beteiligung am US-amerikanischen Aktienmarkt: Stellen Sie sich vor, Sie erwerben eine Aktie zum Dollarpreis und möchten Sie nach einigen Monaten oder Jahren verkaufen, in der Zwischenzeit hat der Euro jedoch stark an Wert zugenommen und der US-Dollar ist leicht gesunken. Zum jetzigen Zeitpunkt hat Ihre Aktie leicht an Wert verloren, da Sie sie derzeit nur zu einem unvorteilhaften Preis verkaufen können. In diesem Fall besagt das Wechselkursrisiko, wie hoch der Verlust aufgrund der aktuellen Währungsunterschiede ausfällt.
So nutzen Sie Risikoklassen für Ihr Investment
Das Feld der Risikobestimmung von Geldanlagen ist nicht immer ganz eindeutig, doch mit der hier dargestellten Unterscheidung der verschiedenen Modelle haben Sie hoffentlich bereits einen besseren Überblick gewonnen. Vielleicht wissen Sie nun sogar schon, wo genau Sie sich ansiedeln möchten und welche Anlageprodukte für Sie infrage kommen.
Dabei müssen Sie sich aber nicht auf nur eine Risikoklasse festlegen: Vielmehr können Sie sich auch auf verschiedene Risikoklassen aufteilen, wenn Ihre Risikobereitschaft das zulässt. Dann können Sie besonders sicherheitsorientierte mit etwas renditeorientierteren Geldanlagen kombinieren und so noch mehr aus Ihrem Anlagebetrag herausholen. Oder Sie setzen stärker auf die Ertragschancen höherer Risikoklassen und nutzen die Stabilität der niedrigeren Risikoklassen dazu, Ihrem Investment ein Sicherheitspolster zu geben.
Diversifikation: Schutz vor Totalverlust
Nicht nur die Streuung über verschiedene Risikoklassen, sondern auch über Investments innerhalb einer Risikoklasse kann Ihnen dabei helfen, Ihre Geldanlage vor Verlusten zu schützen. Wenn Sie also beispielsweise in Aktien investieren möchten, könnten Sie Ihr Portfolio diversifizieren, indem Sie Aktien unterschiedlicher Unternehmen und Branchen kaufen.
Achten Sie aber gerade hier darauf, dass einzelne Transaktionen häufig mit Kosten verbunden sind: Kaufen Sie am Finanzmarkt also besonders häufig kleinteilig ein, können sich die dadurch entstehenden Gebühren negativ auf Ihre Rendite auswirken.
Mit einem Investment in Fonds können Sie dem entgegensteuern: Hier investieren Sie nämlich automatisch in mehrere Vermögenswerte auf einmal – wie beispielsweise mit unserem Sachwertefonds klimaVest, der in zahlreiche Windkraft- und Solaranlagen gleichzeitig investiert.
Fazit: Die Mischung macht's
Sieben Risikoklassen für herkömmliche Geldanlagen: Die Bedeutung von Risiken am Finanzmarkt ist groß – und groß ist auch die Bedeutung der Mechanismen/Instrumentarien, die diese einschätzbar machen.
Die verschiedenen Risikoklassen von Fonds und weiteren Geldanlagen helfen nicht nur Finanzberater:innen, sondern auch Ihnen als Anleger:in dabei, eine fundierte und informierte Anlageentscheidung zu treffen. Denn die eine, perfekt auf Sie zugeschnittene Risikoklasse gibt es (vermutlich) nicht.
Machen Sie sich also das vielfältige Potential der Risikoklassen zunutze: Ihnen stehen zahlreiche Möglichkeiten offen, um Ihr Investment entweder innerhalb einer oder über verschiedene Risikoklassen hinweg zu diversifizieren – und Ihr Geld so für Sie arbeiten zu lassen, wie es für Sie am besten ist.
1BaFin, PRIIPs-Verordnung (EU) Nr. 1286/2014; Delegierte Verordnung (EU) 2017/653 (Anhang II); ESMA Q&A on the PRIIPs Key Information Document.
2https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD26_149_611.html