Der Weg in eine bislang verschlossene AnlageklasseInfrastrukturfonds

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zuletzt aktualisiert10.06.2026
KategorieELTIF
Hochspannungsmast vor bewölktem Himmel in Shading-Darstellung.

Infrastrukturfonds bieten Privatanleger:innen erstmals die Möglichkeit, über verschiedene Wege in wichtige Infrastrukturprojekte zu investieren. Von Erneuerbaren Energien bis hin zu Verkehrswegen: Diese Fonds bieten langfristige Investments, vielversprechende Renditechancen – und die Möglichkeit, auf direktem Wege an einer zukunftsfähigeren Wirtschaft und einer modernisierten Infrastruktur mitzuwirken.

Welche Arten von Investmentfonds Anleger:innen dafür zur Verfügung stehen und welche Chancen sie bereithalten, erfahren Sie in diesem Artikel sowie im ausführlichen FAQ.


Was sind Infrastrukturfonds?

Infrastrukturfonds sind Investmentfonds, die das gesammelte Fondsvermögen in Infrastrukturprojekte investieren. Dazu zählen unter anderem die Bereiche Verkehr (z. B. Straßen, Brücken), Energie (z. B. Stromnetze, Wind- oder Solarparks), Wasserversorgung, Telekommunikation oder soziale Infrastruktur (z. B. Schulen oder Krankenhäuser).

Infrastrukturfonds bieten Anleger:innen die Möglichkeit, unkompliziert und auf direktem Wege an der Modernisierung von Infrastruktur mitzuwirken und davon zu profitieren. Die Auswahl der Infrastrukturprojekte und die Aufteilung des gesammelten Fondsvermögens wird dabei vom jeweiligen Fondsmanagement übernommen.

Infrastrukturfonds können unter anderem durch den Projektstatus der Assets unterschieden werden: Auf der einen Seite stehen Fonds mit Fokus auf den Neuausbau und die Neuentwicklung von Infrastrukturanlagen - auf der anderen Seite stehen Fonds mit Fokus auf Investitionen in Infrastruktur, die bereits fertiggestellt wurde und im Betrieb ist.

Bei Infrastrukturfonds handelt es sich meist um langfristig ausgelegte Investments, die – je nach Art der Vermögenswerte im Portfolio – stabile Renditechancen bieten können und bei Investitionen direkt in Sachwerte weniger anfällig für kurzfristige Marktschwankungen sind. Dadurch eignen sie sich gut dafür, das eigene Anlageportfolio zu diversifizieren, da sie in der Regel geringe Korrelationen zu traditionellen Anlageformen – zum Beispiel börsengehandelten Investments – aufweisen.

Früher waren Infrastrukturfonds vornehmlich eine Anlageklasse für institutionelle Investoren. Mit der Einführung des EU-Investmentrahmens ELTIF im Jahr 2015 sowie offenen Infrastruktur-Sondervermögen seit 2021 ist es mittlerweile auch für Privatanleger:innen möglich, in Infrastrukturprojekte zu investieren.

Infrastruktur-Sondervermögen vs. ELTIF: Wo liegen die Unterschiede?

Rechtlicher Rahmen
Infrastruktur-SondervermögenInfrastruktur-Sondervermögen nach dem Fondsstandortgesetz wurden 2021 eingeführt und sind durch das deutsche Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) geregelt.
ELTIFELTIFs basieren auf einer EU-Verordnung aus dem Jahr 2015. Ein umfassendes ELTIF-Update (ELTIF 2.0) ist seit Januar 2024 anwendbar.
Zielsetzung
Infrastruktur-SondervermögenMit dem Infrastruktur-Sondervermögen wurde ein neues Fondsvehikel speziell für Infrastrukturprojekte im deutschen Raum geschaffen. Infrastruktur-Investmentprodukte sollen so für Privatanleger:innen leichter zugänglich gemacht und die Angebotspalette für Fondsanbieter geöffnet werden.
ELTIFELTIFs zielen speziell darauf ab, langfristige Investmentprojekte in Europa zu fördern – nicht nur in Infrastruktur, sondern auch Unternehmen (KMUs), Immobilienprojekte und andere langfristige Vermögenswerte. Die Reform ELTIF 2.0 sorgt vor allem bei privaten Anleger:innen für erleichterte Anlagebedingungen.
Laufzeiten
Infrastruktur-SondervermögenInfrastrukturprojekte sind meist langfristige Investments, weshalb Fonds häufig weniger liquide sind und nicht regelmäßig gehandelt werden. Eine Rückgabe ist nach 24 Monaten Mindesthaltedauer mit 12 Monaten Kündigungsfrist möglich.
ELTIFELTIFs sind ebenfalls langfristig angelegte Investmentprojekte, die Laufzeiten und Rückgabebedingungen werden unter ELTIF 2.0 vom jeweiligen Fonds festgelegt
Fondsstruktur
Infrastruktur-SondervermögenInfrastruktur-Sondervermögen sind als offene Fonds konzipiert, ähnlich zu offenen Immobilienfonds.
ELTIFELTIFs gibt es sowohl als geschlossene als auch als offene Fondsstrukturen.

Fazit

Beide Investmentvehikel sind dafür konzipiert, Investments in Infrastrukturen und andere langfristige Projekte zu ermöglichen. Infrastruktur-Sondervermögen sind jedoch speziell auf den deutschen Markt ausgelegt, während ELTIFs ein europäisches Investmentmodell darstellen.


Wie funktionieren Infrastrukturfonds für Erneuerbare Energien?

Infrastrukturfonds mit einem klaren Fokus auf Erneuerbare Energien investieren gezielt in Infrastrukturprojekte, die auf ressourcenschonende Energiequellen setzen und diese aktiv fördern. Anleger:innen können sich so direkt am Ausbau und der Weiterentwicklung Erneuerbarer Energien beteiligen. Dabei profitieren sie sowohl von soliden und langfristigen Renditechancen als auch von dem gesellschaftlichen Mehrwert, der mit diesen Projekten erzeugt wird.

In vielen Fällen weisen solche Fonds eine breite Streuung in ihrem Fondsportfolio auf – sowohl über verschiedene Energieträger wie Wind, Sonne und Wasser, aber auch über Regionen oder Projektbetreiber. Diese mehrfache Diversifikation im Portfolio sorgt dafür, dass die Anlagerisiken der einzelnen Infrastrukturprojekte besser miteinander ausbalanciert werden können.

Die Projekte im Bereich Erneuerbare Energien sind oft auf lange Anlagezeiträume ausgelegt und zeichnen sich in der Regel durch planbare Cashflows mit hoher Wertstabilität aus. Dafür wird der erzeugte Strom häufig über langfristige Stromabnahmeverträge („Power Purchase Agreements", kurz: PPAs) verkauft. Dadurch können der Verkauf des produzierten Stroms und auch die damit erzielten Einnahmen über viele Jahre hinweg gesichert werden. Das macht Infrastrukturfonds besonders für Anleger:innen attraktiv, die Wert auf langfristige Stabilität und Planbarkeit legen.

Darüber hinaus weisen Erneuerbare Energien meist nur eine geringe Korrelation zu anderen Anlageklassen auf. Indem Infrastrukturprojekte also kurzfristige Schwankungen anderer Geldanlagen auffangen und ausgleichen, kann die Risiko-Rendite-Struktur im Anlageportfolio effektiv optimiert werden.


Welche Rolle spielen Infrastrukturfonds bei der Energiewende?

Infrastrukturfonds mit dem Schwerpunkt Erneuerbare Energien sind nicht nur eine Form der Geldanlage, sondern auch ein wirksames Instrument, um zum Klimaschutz und zum Erreichen der globalen Klimaziele beizutragen, in dem sie den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren und fossile Ressourcen schonen.

Denn die Umstellung auf saubere Energiequellen erfordert immense Investitionen, die bislang jedoch vor allem von institutionellen Investoren geleistet wurden. Mit Infrastrukturfonds kann nun jedoch auch privates Anlagekapital gezielt in den Bereich der Infrastruktur gelenkt werden. So ermöglichen sie eine Brücke zwischen Finanzmarkt und Energiewirtschaft.

Den Rückenwind für diese Anlageklasse liefert vor allem die Marktseite: Der Strombedarf in Europa wächst kontinuierlich, gleichzeitig sichern langfristige Stromabnahmeverträge die Erlöse über viele Jahre ab. Der regulatorische Rahmen in der EU stützt diese Entwicklung zusätzlich und schafft Planbarkeit für Anleger:innen.

Ein Mann im grauen Anzug steht vor einer strukturierten, verwitterten Wand und lächelt in die Kamera.
Timo Werner
klimaVest Fondsmanager seit der ersten Stunde 2020
Mit klimaVest treiben wir gemeinsam mit unseren Anleger:innen den Wandel im Bereich Nachhaltige Infrastruktur aktiv voran. Saubere Energieerzeugung ist dabei erst der Anfang. Mobilität, Energiespeicherung - all das sind Felder, in denen Erneuerbare Energien noch immense Potenziale bereithalten. Und die wollen wir mit klimaVest nutzbar machen.

klimaVest im Porträt: Der größte europäische ELTIF1 für Privatanleger:innen

  1. Track Record: Wie die aktuelle Scope ELTIF-Studie berichtet, ist klimaVest der größte ELTIF1 in Europa, der auch an Privatanleger:innen vertrieben wird. Seit seiner Auflage im Jahr 2020 hat der Sachwerte-Fonds ein diversifiziertes Portfolio aus über 43 Assets in 6 europäischen Ländern aufgebaut.

    Damit zeigt klimaVest, dass Sachwerte im Bereich Erneuerbare Energien viel Zukunftspotenzial bieten – und vor allem auch attraktive Renditechancen für seine Anleger:innen.
     
  2. Sachwerte mit Zukunft: klimaVest investiert das Kapital seiner Anleger:innen auf direktem Wege in Sachwerte im Bereich Wind- und Solarkraft, aber auch Übertragungsnetze und perspektivisch Speicherlösungen.

    So übernehmen klimaVest und seine Anleger:innen aktiv Verantwortung für die Energiewende in Europa und arbeiten aktiv daran mit, Erneuerbare Energien zu fördern, voranzutreiben und zu revolutionieren.
     
  3. Innovationskraft: Pioniergeist steckt in der DNA des klimaVest. Deshalb sind Wind und Solar erst der Anfang: So finanziert klimaVest auch Übertragungsnetze und perspektivisch Speicherlösungen mit langfristigen Abnahmevereinbarungen – also jene Strukturen, die die Funktions-, Leistungs- und Zukunftsfähigkeit der Energieversorgung sichern.

Welche Chancen bieten Infrastrukturfonds für Erneuerbare Energien?

Die Chancen dieser Anlageklasse liegen vor allem in vier Entwicklungen: sinkende Kosten und steigende Effizienz neuer Technologien, das schnelle Wachstum von Batteriespeichern, der wachsende Strombedarf in Europa und die direkte Beteiligung am Umbau der Energiewirtschaft.
So zum Beispiel im Bereich technologische Entwicklungen: Durch die Implementierung und Nutzung neuer Technologien, wie zum Beispiel innovativer Energiespeichersysteme, können die Kosten im Bereich Erneuerbare Energien mit der Zeit gesenkt werden und ihre Effizienz effektiv gesteigert werden.

Gerade das Thema Energiespeicherung hat sich in den letzten Jahren von einem Zukunftsthema zu einem realen Markt entwickelt. 2025 wurden weltweit rund 112 Gigawatt neue Speicherleistung zugebaut – knapp die Hälfte mehr als im Vorjahr.2 Batterien gleichen Schwankungen aus der Wind- und Solarstromerzeugung aus und entlasten das Netz. Für Anleger:innen entsteht damit ein eigenes Subsegment innerhalb der Anlageklasse.

Auch der Strombedarf in Europa wächst kontinuierlich. Immer mehr Autos fahren elektrisch, immer mehr Gebäude werden mit Wärmepumpen beheizt. Dazu kommt der wachsende Stromverbrauch digitaler Infrastruktur: Allein bei Rechenzentren ist er 2025 weltweit um 17 Prozent gestiegen und dürfte sich bis 2030 verdoppeln.3

Auf infrastruktureller Ebene bieten diese Fonds also die Möglichkeit, die notwendigen Strukturen zu schaffen sowie bestehende Strukturen zu optimieren und an die sich wandelnden Bedürfnisse anzupassen. Die aktive und direkte Beteiligung an diesen Maßnahmen birgt für Anleger:innen schließlich auch Chancen auf finanzieller Ebene.

Infrastrukturfonds verbinden damit zwei Aspekte: einen Beitrag zum eigenen Vermögensaufbau und eine direkte Beteiligung am Umbau der Energiewirtschaft.

infraVest: Der Infrastruktur-ELTIF mit Fokus auf Deutschland

  1. Sachwerte mit Zukunft: infraVest investiert in Infrastruktur-Sachwerte aus den Bereichen Energie und Netze, Verkehr und Logistik, digitale Infrastruktur sowie Wasser-, Versorgungs- und soziale Infrastruktur. Der Schwerpunkt liegt auf Deutschland.
  2. Aus erfahrener Hand: Hinter infraVest steht die Commerz Real mit über 54 Jahren Erfahrung im Management realer Assets und einem verwalteten Vermögen von über 55 Milliarden Euro.
  3. Zugang für Privatanleger:innen: Der ELTIF wurde im Dezember 2025 aufgelegt und öffnet Privatanleger:innen den Zugang zu Infrastruktur als Anlageklasse – mit Fokus auf einen Markt, in dem der Investitionsbedarf besonders hoch ist.

Welche Risiken haben Infrastrukturfonds für Erneuerbare Energien?

Im Wesentlichen sind es sieben Risiken: die Abhängigkeit von staatlichen Förderungen, der schnelle Technologiewandel, Wetter- und Standortabhängigkeit, bürokratische und geopolitische Hürden, das Strompreis- und Kannibalisierungsrisiko bei Erneuerbaren, Zins- und Refinanzierungsrisiken sowie das Bewertungsrisiko illiquider Assets.

Viele Fonds sind auf staatliche Förderungen wie Subventionen, gesetzlich geregelte Einspeisevergütungen oder Steuervergünstigungen angewiesen, um planbare Erträge erzielen zu können. Allerdings besteht immer auch das Risiko, dass solche Fördermittel gesenkt werden oder ganz wegfallen. Das kann die Rentabilität dieser Fonds beeinträchtigen – und schließlich auch die Rendite der Anleger:innen. In den letzten Jahren ist die Bedeutung von Einspeisevergütungen jedoch zurückgegangen. Viele Fonds sichern ihre Erlöse heute stärker über langfristige Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements, kurz PPAs) ab.

Zweitens kann die Innovationskraft im Bereich Infrastruktur auch Druck auf die Fondsanbieter erzeugen. Die ständige Einführung neuer, verbesserter Technologien für Solarkraftanlagen oder Windturbinen sorgt natürlich für mehr Effizienz bei der Stromerzeugung – doch sie zwingt auch dazu, Fondsportfolios ständig zu optimieren und auf dem neuesten Stand zu halten. Veraltete Technologien dämpfen entsprechend die Effizienz und sorgen für geringere Erträge, die sich ebenfalls negativ auf die Renditeerwartung von Anleger:innen auswirken können.

Eine weitere Herausforderung besteht in der Abhängigkeit von Wetterbedingungen. Zwar handelt es sich bei Solar- und Windkraft um nahezu unbegrenzte Energiequellen – doch um diese auch möglichst effizient nutzen zu können, müssen die entsprechenden Witterungsbedingungen gegeben sein. Dieses Risiko kann jedoch durch ein erfahrenes Fondsmanagement und die strategische Auswahl von Assets je nach Lage gezielt gesenkt werden.

Die vermutlich größte Herausforderung beim Investment in Infrastrukturfonds für Erneuerbare Energien besteht jedoch in der Auflage des Fonds und der Abwicklung der einzelnen Infrastrukturprojekte, in die investiert wird. Hier drohen vor allem Komplikationen durch bürokratische Hürden, Lieferkettenprobleme oder komplexe Genehmigungsverfahren, die vom Fondsbetreiber durchlaufen werden müssen. Dabei kann es zu Verzögerungen im Projektablauf kommen, die zusätzliche Kosten hervorbringen und die geplanten Erträge gefährden können. In Deutschland haben Beschleunigungsgesetze die Lage zuletzt verbessert. 2024 stiegen die Windgenehmigungen um 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr.4 Hinzu kommt ein geopolitisches Risiko in den Lieferketten. Zentrale Komponenten wie Solarmodule und Batteriezellen stammen weiterhin überwiegend aus China. Das kann Fonds gegenüber Preisschwankungen und Lieferengpässen anfällig machen.

Bei Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energien entsteht ein eigenes Marktpreisrisiko, das oft übersehen wird. Wenn an sonnigen Mittagsstunden viele Solaranlagen gleichzeitig Strom ins Netz einspeisen, kann der Strompreis am Markt stark sinken oder zeitweise sogar negativ werden. Das kann die Erlöse von Anlagen drücken, die ihren Strom direkt am Markt verkaufen. Wie stark ein Fonds davon betroffen ist, hängt von seiner Erlösstruktur ab. Fonds, die ihre Anlagen über langfristige Stromabnahmeverträge absichern oder Batteriespeicher einsetzen, um die Einspeisung in ertragsstärkere Stunden zu verschieben, können dieses Risiko spürbar reduzieren.

Infrastrukturprojekte werden häufig zu einem großen Teil mit Krediten finanziert. Steigen die Zinsen, verteuert sich die Refinanzierung und der Wert bestehender Projekte kann unter Druck geraten. Auch die Renditeanforderungen an neue Projekte steigen in solchen Phasen, was die Auswahl finanzierbarer Vorhaben verkleinern kann. Fonds, die mit einer eher zurückhaltenden Kreditquote arbeiten und ihre Finanzierungen langfristig festgeschrieben haben, sind gegenüber Zinsbewegungen weniger anfällig.

Anders als an der Börse gehandelte Wertpapiere werden Infrastruktur-Sachwerte nicht börsentäglich neu bewertet. Stattdessen ermittelt das Fondsmanagement den Wert in regelmäßigen Abständen anhand von Modellen oder anhand vergleichbarer Verkäufe am Markt. Die britische Finanzaufsicht FCA hat 2025 darauf hingewiesen, dass nicht alle Anbieter klare Prozesse für außerplanmäßige Neubewertungen haben.5 Eine glatte Wertentwicklung in der Kursdarstellung muss daher nicht bedeuten, dass das tatsächliche Risiko ebenfalls gering ist. Fonds, die häufig und mit Unterstützung unabhängiger Gutachter bewertet werden, bieten an dieser Stelle mehr Transparenz.


Infrastrukturfonds Erneuerbare Energien: Für wen sich das Investment lohnt

Infrastrukturfonds für Erneuerbare Energien sind Sachwert-Investments. Sie funktionieren anders als börsengehandelte Anlagen und eignen sich entsprechend für ein bestimmtes Anlegerprofil. Wer in sie investiert, bringt typischerweise folgende Voraussetzungen mit:

  • Mittel- bis langfristigem Anlagehorizont: Infrastrukturfonds sind typischerweise auf längere Laufzeiten ausgelegt. Anleger:innen sollten also einen Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren mitbringen und über ausreichend Finanzpolster verfügen, um ihr Anlagekapital für diesen Zeitraum fest zu binden. Kurzfristige Gewinne können hier nicht erwartet werden.
  • Affinität für Sachwerte: Infrastrukturfonds sind nicht börsengehandelt und ihre Wertentwicklung verläuft deshalb meist gleichmäßiger als bei klassischen Wertpapieren. Damit weisen sie eine gewisse Krisenfestigkeit auf, brauchen aber auch meist mehrere Jahre, um zuverlässig Erträge zu erwirtschaften. Hier ist ein gewisses Know-how über Sachwerte hilfreich, um die Dynamiken des Infrastruktur-Investments gut verstehen zu können.
  • Fokus auf Diversifikation: Infrastruktur-Investments bieten eine sinnvolle Ergänzung für viele Anlageportfolios, um es durch innovative Sachwerte zu ergänzen und das Portfolio so gezielt zu diversifizieren. So können zum einen vielfältigere Renditechancen genutzt, zum anderen die Anlagerisiken der einzelnen Investments gesenkt werden.
  • Interesse am Umbau der Energiewirtschaft: Infrastrukturfonds für Erneuerbare Energien finanzieren reale Projekte zur Energiewende. Für Anleger:innen, denen dieser Aspekt wichtig ist, kann er ein zusätzliches Kriterium bei der Auswahl sein.

Je nachdem, ob Anleger:innen einen ELTIF kaufen oder in ein Infrastruktur-Sondervermögen investieren möchten, kommen spezifische Fondseigenschaften wie Fondsstruktur, Fondsziele, Mindestanlagesummen oder bestimmte Zulassungsvoraussetzungen hinzu. Anleger:innen sollten sich deshalb über jedes einzelne Anlageprodukt ausführlich informieren, um sicherzugehen, dass es sich für sie und ihr Anlageportfolio eignet.

Reform

ELTIF 2.0 im Detail

Vor allem seit dem umfassenden ELTIF-Update, das im Januar 2024 verabschiedet wurde, steckt hinter dem Finanzinstrument mehr als Infrastruktur oder Erneuerbare Energien. Anleger:innen haben nun noch mehr Möglichkeiten, um langfristig in die europäische Wirtschaft zu investieren:

Von Immobilien über KMUs bis hin zu Private Equity wurde die Zahl der Vermögenswerte, in die mit ELTIFs investiert werden kann, deutlich erweitert. Welche neuen und vor allem vielfältigeren Investmentchancen ELTIF 2.0 für Anleger:innen bereithält, erfahren Sie hier.

Dynamische, abstrakte Lichtlinien in Grün-, Blau- und Violetttönen mit fließender Bewegung auf dunklem Hintergrund

Häufige Fragen zu Infrastrukturfonds

Infrastrukturfonds können bei Infrastrukturobjekten auf neue Projektentwicklung oder bereits im Betrieb stehende setzen – oder auch bestenfalls beide im Portfolio kombinieren.
Erstere bergen meist etwas höhere Risiken, da Projektentwicklungen stärker von bürokratischen Hürden, Lieferkettenproblemen und Verzögerungen durch diverse Genehmigungsverfahren betroffen sein können.

Infrastrukturprojekte sind oft als langfristige Investments konzipiert, die über längere Zeiträume planbare Erträge generieren. Als Sachwert-Investments reagieren sie außerdem deutlich weniger auf kurzfristige börsenbedingte Wertschwankungen und bieten damit eine höhere Krisenfestigkeit als rein börsengehandelte Investments.

Wind- und Solarkraft sind die tragenden Säulen der Erneuerbaren Energien. Beide Technologien sind etabliert und produzieren den Großteil des Stroms aus regenerativen Quellen. Ihre Kombination reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Wetterbedingungen, weil schwache Sonnenstunden oft mit stärkerem Wind einhergehen und umgekehrt. Da Wind und Solar meist in unterschiedlichen Regionen eingesetzt werden, kommt eine geografische Streuung hinzu.
Eine weitere Diversifikationsebene bieten Stromnetze und Batteriespeicher, deren Erlöse anders strukturiert sind als bei reinen Erzeugungsanlagen.

Infrastruktur-Sondervermögen sind meist als offene Investmentfonds konzipiert und bieten damit mehr Flexibilität, vor allem in der Rückgabe von Fondsanteilen. Viele geschlossene Infrastrukturfonds laufen wiederum über feste Zeiträume und verfügen über weniger Liquidität, um Anleger:innen flexibel auszubezahlen.

Werterhalt ist das wichtigste Anlageziel. Eine Umfrage unter 43 Beratern aus dem Private Banking und Wealth Management von Anfang 2026 zeigt, dass 78 Prozent der Befragten diesen Punkt für ihre Kunden an erster Stelle sehen. Es folgen Diversifikation (62 Prozent) und Gesamtrendite (57 Prozent). Inflationsschutz wird von rund 43 Prozent genannt. Nachhaltigkeit spielt in der Erhebung hingegen kaum eine Rolle.6

Im aktuellen Vertrieb dominieren indirekte Anlagen über offene oder semi-liquide Strukturen mit 58,8 Prozent, gefolgt von geschlossenen Strukturen mit 47,1 Prozent und ELTIFs mit 35,3 Prozent.6 Bei Neuprodukten verschiebt sich das Bild deutlich in Richtung ELTIFs. Die gleiche Umfrage zeigt, dass 66,7 Prozent der Befragten künftig vor allem ELTIFs anbieten möchten, gefolgt von offenen oder semi-liquiden Strukturen mit 50 Prozent. Das passt zur ELTIF-Verordnung von 2015 und ihrem Update von 2024, mit denen die EU den Zugang für Privatanleger:innen zu langfristigen Sachwert-Investments breiter geöffnet hat.

Im Mittelpunkt steht die Energieinfrastruktur. Eine Umfrage unter 43 Beratern aus dem Private Banking und Wealth Management von Anfang 2026 zeigt, dass 87,5 Prozent der Befragten ihren Kunden Anlagen in deutsche Energieinfrastruktur anbieten und 68,8 Prozent europäische Energieinfrastruktur.6  Auch Verkehrsinfrastruktur in Europa (75 Prozent), Umwelt- und Wasserinfrastruktur in Europa (75 Prozent) sowie Datenspeicherinfrastruktur (68,8 Prozent in Europa, 56,3 Prozent in Deutschland) spielen eine wichtige Rolle. Damit decken Infrastrukturfonds genau jene Bereiche ab, in denen der Investitionsbedarf in Europa besonders hoch ist.

1Größter ELTIF / Marktführer Deutschland: Scope ELTIF-Studie 2026, „Massenstart geglückt – Überblick über den ELTIF-Markt 2025/2026", Stand: 31.12.2025, veröffentlicht 26.03.2026, Seiten 2 und 9. https://saprodscopeexplorer01.blob.core.windows.net/public/reports-links/Scope_ELTIF-Studie_2026_XLvozhE.pdf

2Quelle: BloombergNEF, Energy Storage Market Outlook 1H 2026, Mai 2026, https://about.bnef.com/insights/clean-energy/energy-storage-enters-the-100-gigawatt-era-three-things-to-know/

3Quelle: International Energy Agency, Key Questions on Energy and AI, April 2026, https://www.iea.org/reports/key-questions-on-energy-and-ai

4Quelle: Fachagentur Wind und Solar (Hrsg.), Status des Windenergieausbaus an Land in Deutschland im Jahr 2024, Autor: Jürgen Quentin, im Auftrag von Bundesverband WindEnergie und VDMA Power Systems, 15.01.2025, https://www.wind-energie.de/fileadmin/redaktion/dokumente/publikationen-oeffentlich/themen/06-zahlen-und-fakten/20250115_Status_des_Windenergieausbaus_an_Land_Jahr_2024.pdf

5Quelle: Financial Conduct Authority, Private market valuation practices, 05.03.2025, https://www.fca.org.uk/publications/multi-firm-reviews/private-market-valuation-practices

6Quelle: Webinar „Die Zukunft von Sachwertanlagen im Private Banking 2026", RUECKERCONSULT, Scope, Edelstoff Media in Kooperation mit EB-SIM und Quadoro, 26.02.2026