Diversifikation im Portfolio: Die Grundlagen
Systematisches vs. unsystematisches Risiko
Um sich ein diversifiziertes Portfolio zusammenstellen zu können, ist unter anderem die Unterscheidung zwischen systematischem und unsystematischem Risiko entscheidend.
Bei systematischen Risiken, auch Markt- oder Beta-Risiken genannt, handelt es sich um Risiken, die den gesamten Markt beziehungsweise das gesamte Segment betreffen – und deshalb nicht durch Diversifikation Ihres Portfolios behoben werden können. Mögliche systematische Risiken sind beispielsweise globale Krisen, geopolitische Ereignisse oder international wirksame Zinssatzänderungen.
Systematische Risiken können also nicht als solche vermieden werden. Zu den möglichen Umgangsstrategien zählt beispielsweise Hedging – oder die Steigerung der eigenen Risikotoleranz.
Unsystematische Risiken wiederum treffen einzelne Unternehmen oder Branchen. Solche Risiken können sich zum Beispiel durch bestimmte Branchentrends, arbeitsrechtliche Streitigkeiten oder die Art der Unternehmensführung ergeben.
Durch die Diversifizierung Ihres Portfolios über verschiedene Unternehmen, Anlageklassen und/oder Branchen können Sie unsystematische Risiken gut minimieren oder sogar ganz ausgleichen.
Korrelation und Diversifikation im Portfolio
Mithilfe von Korrelation lässt sich zeigen, wie sich zwei Geldanlagen zueinander verhalten. Ein Wert von +1 stellt eine perfekte positive Korrelation dar: Steigt eine Anlage, steigt auch die andere. Ein Wert von -1 wiederum zeigt einen perfekt negativen Zusammenhang: Steigt eine Anlage, fällt die andere entsprechend. Mit der Berechnung der Korrelation ergeben sich also hilfreiche Zusammenhänge, die Ihnen dabei helfen können, Ihr Portfolio zu diversifizieren.
Eine hohe positive Korrelation bietet dementsprechend nur geringe Diversifikationsvorteile für Ihr Portfolio. Denn hier ist die Wahrscheinlichkeit, dass beide Anlagen mit einer ähnlichen Dynamik steigen oder fallen, besonders groß. Im Falle einer Abwärtsbewegung am Markt bietet also keine der Anlagen die Möglichkeit, die Negativentwicklung der anderen aufzufangen und abzuschwächen.
Eine geringe oder negative Korrelation hingegen ist für ein diversifiziertes Portfolio durchaus vorteilhaft. Sollte sich eine Ihrer Geldanlagen nach unten entwickeln, können Sie für die negativ korrelierten Geldanlagen eine entsprechend positive Wertentwicklung erwarten – und umgekehrt.
In jedem Fall folgen Ihre Geldanlagen nicht alle den gleichen Dynamiken, sondern reagieren auf unterschiedliche Risikofaktoren. Mit der Diversifikation Ihres Portfolios entsprechend ihrer Korrelation sorgen Sie so für eine hilfreiche und effektive Risikostreuung.
Weitere Grundlagen der Portfoliodiversifikation
Neben den unterschiedlichen Arten von Anlagerisiken und dem Konzept der Korrelation gibt es noch weitere Grundlagen, die Ihnen bei der erfolgreichen Diversifikation Ihres Portfolios helfen können:
Der Prozess des Rebalancing hilft Ihnen dabei, Ihr Portfolio regelmäßig zu überprüfen und sicherzustellen, dass es zum einen Ihren Anlagezielen, aber zum anderen auch Ihrer persönlichen Situation weiterhin entspricht. Denn mit der Zeit können sich gewisse Faktoren ändern, wie beispielsweise Ihre Familiensituation oder Ihr Einkommen. In solchen Fällen kann sich eine Neubewertung Ihres Portfolios durchaus auszahlen.
Dazu gehört auch, Ihr Portfolio bei Bedarf an Ihren Zeithorizont anzupassen. Je nach persönlichem Anlagehorizont können sich unterschiedliche Geldanlagen als Investment eignen:
- Sind Sie noch jünger und haben einen langfristigen Anlagehorizont, können Sie tendenziell größere Risiken eingehen und beispielsweise in wachstumsorientierte Aktien investieren.
- Je kürzer Ihr Horizont ist, zum Beispiel wenn Sie in den nächsten Jahren in den Ruhestand eintreten, desto eher eignen sich sicherheitsorientierte Geldanlagen wie Anleihen.
Und auch die Risikotoleranz spielt bei der Diversifikation des Portfolios eine wichtige Rolle. Diese fällt je nach Anleger:in oder auch Anlageerfahrung höher oder niedriger aus. Seien Sie hier ehrlich mit sich selbst – nur dann können Sie ein diversifiziertes Portfolio erstellen, das langfristig erfolgreich für Sie arbeitet und Ihren persönlichen Bedürfnissen entspricht.