Als Ende Juni 2026 in Deutschland an elf Tagen in Folge die Hitze über dem Land lag und der Deutsche Wetterdienst 252 neue Allzeit-Temperaturrekorde zählte 1, passierte etwas, das auf keiner Wetterkarte zu sehen war: Millionen Klimaanlagen liefen auf Hochtouren. In Wohnungen, Büros, Serverräumen. Und mit ihnen kletterte der Stromverbrauch.
Was sich hier im Kleinen zeigte, ist längst ein globales Muster. Der Strombedarf wächst so schnell wie seit Jahren nicht und neben der Klimaerwärmung treiben ihn noch zwei weitere Entwicklungen an. Für uns bei klimaVest ist das die Bestätigung dafür, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Netze, in die wir investieren, immer dringlicher wird.
Klimaanlagen sind auf dem Vormarsch
Beginnen wir bei der Hitze. Wenn die Temperaturen steigen, steigt der Kühlbedarf – in Privathaushalten ebenso wie in Bürogebäuden, Fabriken und Rechenzentren. In Europa waren Klimaanlagen lange die Ausnahme. Inzwischen verfügt rund ein Fünftel der Haushalte über ein Gerät, und die Jahresverkäufe liegen etwa 30 Prozent höher als noch vor fünf Jahren.2 Während der Hitzewelle im Juni 2026 zog die Stromnachfrage in Europas größten Märkten spürbar an und traf ausgerechnet auf eine schwache Windstromerzeugung, sodass zeitweise teure Gas- und Kohlekraftwerke den Preis bestimmten.2 Hitze belastet das Stromsystem also von zwei Seiten: Sie erhöht den Verbrauch und kann zugleich die Erzeugung schwächen.
Global schlägt sich das bereits in den Zahlen nieder. 2024 stieg der weltweite Stromverbrauch um 4,3 Prozent und damit weit über dem langjährigen Mittel von 2,6 Prozent.3 Rund 60 Prozent dieses Zuwachses entfielen auf Gebäude, was die Internationale Energieagentur ausdrücklich auch auf Hitzewellen in Ländern wie China und Indien zurückführt3