Strombedarf im FokusStrombedarf auf Rekordkurs: Wie Hitze, Rechenzentren und E-Mobilität den Ausbau der Erneuerbaren Energien vorantreiben 

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zuletzt aktualisiert30.07.2026
KategorieErneuerbare Energien
Frau liegt erschöpft auf einem Sofa und kühlt sich mit einem Ventilator – symbolisiert sommerliche Hitzebelastung im Kontext des Klimawandels.

Als Ende Juni 2026 in Deutschland an elf Tagen in Folge die Hitze über dem Land lag und der Deutsche Wetterdienst 252 neue Allzeit-Temperaturrekorde zählte 1, passierte etwas, das auf keiner Wetterkarte zu sehen war: Millionen Klimaanlagen liefen auf Hochtouren. In Wohnungen, Büros, Serverräumen. Und mit ihnen kletterte der Stromverbrauch.

Was sich hier im Kleinen zeigte, ist längst ein globales Muster. Der Strombedarf wächst so schnell wie seit Jahren nicht und neben der Klimaerwärmung treiben ihn noch zwei weitere Entwicklungen an. Für uns bei klimaVest ist das die Bestätigung dafür, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Netze, in die wir investieren, immer dringlicher wird. 

Klimaanlagen sind auf dem Vormarsch

Beginnen wir bei der Hitze. Wenn die Temperaturen steigen, steigt der Kühlbedarf – in Privathaushalten ebenso wie in Bürogebäuden, Fabriken und Rechenzentren. In Europa waren Klimaanlagen lange die Ausnahme. Inzwischen verfügt rund ein Fünftel der Haushalte über ein Gerät, und die Jahresverkäufe liegen etwa 30 Prozent höher als noch vor fünf Jahren.2 Während der Hitzewelle im Juni 2026 zog die Stromnachfrage in Europas größten Märkten spürbar an und traf ausgerechnet auf eine schwache Windstromerzeugung, sodass zeitweise teure Gas- und Kohlekraftwerke den Preis bestimmten.2  Hitze belastet das Stromsystem also von zwei Seiten: Sie erhöht den Verbrauch und kann zugleich die Erzeugung schwächen.

Global schlägt sich das bereits in den Zahlen nieder. 2024 stieg der weltweite Stromverbrauch um 4,3 Prozent und damit weit über dem langjährigen Mittel von 2,6 Prozent.3  Rund 60 Prozent dieses Zuwachses entfielen auf Gebäude, was die Internationale Energieagentur ausdrücklich auch auf Hitzewellen in Ländern wie China und Indien zurückführt3  

Der stille Großverbraucher: Rechenzentren

Der zweite Treiber des Stromverbrauchs macht weniger Schlagzeilen als eine Hitzewelle, wächst aber nicht minder rasant: die digitale Infrastruktur. Jede Suchanfrage, jede KI-Antwort, jeder gestreamte Film läuft durch Rechenzentren, die rund um die Uhr Strom ziehen – und die entstehende Abwärme muss gekühlt werden.

Die Größenordnung überrascht selbst Fachleute. Weltweit verbrauchten Rechenzentren 2025 nach einer Untersuchung der Universität der Vereinten Nationen schätzungsweise 448 Terawattstunden Strom.4  Zum Vergleich: Ganz Deutschland kam im selben Jahr auf rund 495 Terawattstunden.4 Rechenzentren verbrauchen also fast so viel Strom wie eine der größten Volkswirtschaften der Welt. Bis 2030 könnte sich ihr Bedarf auf rund 945 Terawattstunden verdoppeln.4 Getrieben wird das vor allem durch künstliche Intelligenz, deren Rechenlast in den vergangenen Jahren sprunghaft gestiegen ist.

Elektrifizierung – der fundamentale Treiber

Der dritte Treiber ist der grundlegendste. Unsere Gesellschaft stellt Schritt für Schritt von fossiler Verbrennung auf Strom um: E-Autos statt Verbrenner, Wärmepumpen statt Gasheizung, elektrische Prozesse in der Industrie. Jeder dieser Umstiege ist für den Klimaschutz notwendig und erhöht zugleich den Strombedarf. Anders als die Hitze ist die Elektrifizierung kein Ausschlag, sondern eine Linie, die über Jahrzehnte nach oben zeigt.

Drei Entwicklungen, ein Ergebnis: Der Hunger nach Strom wächst und wird so schnell nicht nachlassen.

Warum das den Ausbau der Erneuerbaren dringlicher macht

Die entscheidende Frage lautet nun: Woher kommt dieser zusätzliche Strom? Die Antwort fällt ermutigender aus, als man denken könnte. Rund drei Viertel des weltweiten Mehrverbrauchs wurden 2024 bereits durch zusätzliche Erzeugung aus Erneuerbaren gedeckt, fast die Hälfte davon allein durch Photovoltaik.3  Beim Ausbau der Kapazitäten kamen im selben Jahr weltweit rund 700 Gigawatt hinzu, über drei Viertel davon aus Solarenergie.3 

Zur Wahrheit gehört aber auch die andere Seite: Trotz dieses Rekordzubaus stiegen die globalen CO₂-Emissionen im Stromsektor 2024 weiter, wenn auch langsamer.3  Der Ausbau hält also mit dem wachsenden Bedarf noch nicht überall Schritt. Genau darin liegt die Aufgabe der kommenden Jahre.

Mehr als Erzeugung: Netze und Speicher

Erneuerbare Energie-Erzeugung allein genügt nicht. Solar- und Windstrom entstehen dort, wo Sonne und Wind sind – und nur dann, wenn sie ihre Wirkung entfalten. Damit dieser Strom bei den Verbrauchern ankommt, braucht es zwei Dinge.  

Das erste sind leistungsfähige Übertragungsnetze. Sie transportieren den Strom über weite Strecken und gleichen regionale Über- und Unterdeckung aus. Ohne den Netzausbau bleibt Strom aus erneuerbaren Energien im schlimmsten Fall dort stecken, wo er erzeugt wird.

Das zweite sind Speicher. Ein Solarpark liefert mittags am meisten, wenn viele Anlagen gleichzeitig einspeisen und die Preise niedrig sind; gebraucht wird der Strom oft erst abends. Batteriespeicher überbrücken diesen zeitlichen Versatz, indem sie Strom aufnehmen und zeitversetzt abgeben. Timo Werner, Fondsmanager des klimaVest bei Commerz Real, bringt es so auf den Punkt: „Wer als Investor seine Erträge stabilisieren will, muss deshalb neue Infrastruktur mitdenken: Stromnetze und Batteriespeicher werden zu Schlüsselbausteinen stabiler Sachwert-Portfolios."5  

Was das für klimaVest bedeutet 

Genau an diesen Knotenpunkten setzen wir an. klimaVest ist ein European Long Term Investment Fund (ELTIF) und macht eine Anlageklasse für Privatanleger:innen zugänglich, die lange institutionellen Investoren vorbehalten war: reale Wind- und Solarparks sowie Stromnetze. Aktuell umfasst das Portfolio 43 Anlagen in 6 europäischen Ländern.6 

Der wachsende Strombedarf trifft dabei auf genau die Bausteine, die wir seit Jahren aufbauen. So haben wir erstmals in Übertragungsnetze investiert – über eine indirekte Beteiligung an Amprion, einem der größten Stromnetzbetreiber Deutschlands.6  Bei der Stromerzeugung befinden sich derzeit rund 235 MW im Bau oder in unmittelbarer Realisierung.7 Und mit Batteriespeichern haben wir bereits den nächsten Schritt im Blick: Sie gehören zu den vorrangigen Zielbranchen des Fonds und wir prüfen den Einstieg, sobald Marktreife und Ertragsaussichten unseren Kriterien entsprechen.6 

Für Anleger:innen entsteht daraus ein doppeltes Motiv. Auf der einen Seite ein Beitrag zur Energiewende. Auf der anderen Seite Erträge, die auf real erzeugtem und verkauftem Strom beruhen: Rund 90 Prozent der Einnahmen stammen aus langfristigen Verträgen mit meist über zehn Jahren Laufzeit, was sie über Jahre planbar und weitgehend unabhängig vom Aktienmarkt macht.6 Laut der Scope-ELTIF-Studie 2026 ist klimaVest der größte ELTIF in Europa.8 

Die Rekordsommer, die wachsende Bedeutung von Rechenzentren, die Millionen neuer Wärmepumpen und E-Autos – alle diese Faktoren deuten in dieselbe Richtung. Der Strombedarf steigt, und mit ihm die Nachfrage nach genau jener Infrastruktur, in die klimaVest investiert. Für Privatanleger:innen ist das die Gelegenheit, einen Teil zum Ausbau dieser zentralen Komponenten für die Energiewende beizutragen.

1Deutscher Wetterdienst: Thema des Tages – Eine Hitzewelle für die Geschichtsbücher, 28.06.2026 – https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2026/6/28.html

2Euronews Business: Europas wachsender Kühlbedarf verändert Stromnachfrage, 30.06.2026 – https://de.euronews.com/business/2026/06/30/europas-wachsender-kuhlbedarf-verandert-stromnachfrage

3pv magazine Deutschland: Stromverbrauch steigt 2024 weltweit um mehr als vier Prozent (nach IEA Global Energy Review 2025), 24.03.2025 – https://www.pv-magazine.de/2025/03/24/stromverbrauch-steigt-2024-weltweit-um-mehr-als-vier-prozent/

4zfk / Universität der Vereinten Nationen: UN-Bericht – Rechenzentren treiben Stromverbrauch hoch, Juni 2026 – https://www.zfk.de/digitalisierung/ki/un-bericht-rechenzentren-ki-stromverbrauch-wasser-flaeche

5klimaVest: Solarfonds 2026 – So investieren Sie in Solarenergie (Zitat Timo Werner) – https://klimavest.de/de/blog/solarfonds/

6klimaVest: Das Produkt / Das Portfolio – https://klimavest.de/de/produkt/ und https://klimavest.de/de/portfolio/

7klimaVest: Forecast 2026 – Die neue Dimension der Elektrifizierung – https://klimavest.de/de/wissen/blog/neue-dimension-elektrifizierung/

8Scope ELTIF-Studie 2026: „Massenstart geglückt – Überblick über den ELTIF-Markt 2025/2026", Stand 31.12.2025, veröffentlicht 26.03.2026 – https://saprodscopeexplorer01.blob.core.windows.net/public/reports-links/Scope_ELTIF-Studie_2026_XLvozhE.pdf