VersorgungssicherheitSolarstrom als Stabilitätsanker im Hitzesommer 2026 

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zuletzt aktualisiert28.10.2026
KategorieStrommarkt
Solarmodule in Reihen auf einem Feld bei Sonnenuntergang, strahlende Sonne am Horizont, grüne Pflanzen zwischen den Modulen.

Der Sommer 2026 war für Europas Stromversorgung ein Stresstest. Mehrere Hitzewellen trieben die Temperaturen in vielen Regionen über 40 Grad, zugleich lag über weiten Teilen des Kontinents eine anhaltende Dürre.1 Und während die Sommerhitze den Energiebedarf etwa im Bereich der Gebäudekühlung enorm erhöhte2, trieben Rechenzentren und E-Mobilität den Bedarf weiterhin voran.3 Doch welche Kraftwerke haben wirklich geliefert, als es darauf ankam?

Die Auswertung der Energie-Denkfabrik Ember gibt eine klare Antwort: Solarstrom war die einzige große Stromquelle, die während der Hitzewellen besser abschnitt als üblich.1 

Wenn Flüsse austrocknen, wird Strom knapp

Hitze und Trockenheit treffen viele Kraftwerkstypen an derselben Stelle: beim Wasser. Wasserkraftwerke brauchen ausreichend Zufluss. Kern-, Gas- und Kohlekraftwerke kühlen in der Regel mit Wasser aus Flüssen oder dem Meer. Wird es knapp oder zu warm, müssen sie ihre Leistung drosseln.1 

Bei der Wasserkraft war dies besonders deutlich zu sehen. In der EU erzeugte sie in den Monaten Mai, Juni und Juli so wenig Strom wie seit mindestens zehn Jahren nicht.1 Im Juli lagen sieben der acht größten Erzeugerländer, auf die zusammen mehr als 90 Prozent der Wasserkraft in der EU entfallen, unter ihrem Fünfjahresschnitt. Vorausgegangen war ein Winter mit deutlich unterdurchschnittlichem Niederschlag in den Alpen.1 

Auch Kohle und Kernkraft kamen unter Druck. In Ungarn und Rumänien bremsten geringe Pegel der Donau die Kernkraftwerke, in Polen mussten zwei Kohlekraftwerke wegen der niedrigen Weichsel ihre Produktion zurückfahren. In Frankreich könnten nach Schätzung von Ember am 12. Juli bis zu 18 Prozent der Kernkraftkapazität von der Hitze betroffen gewesen sein.1 

Photovoltaik als Investment

Ausgereifte Technologie, lange Nutzungsdauer und erprobte Vermarktungswege: Photovoltaik hat sich als Anlageklasse etabliert. Über ihre Lebensdauer erzeugen PV-Anlagen das 11- bis 18-Fache der Energie, die für ihre Herstellung nötig war. Vermarktet wird der Strom über das EEG, die Strombörse oder langfristige Abnahmeverträge (PPAs). Unser Überblick zeigt, was den Investment-Case ausmacht und welche Chancen und Risiken bestehen.
Sonnenlicht reflektiert auf nassen Solarpaneelen mit Wassertropfen.

Solarstrom liefert Rekordwerte – zur richtigen Zeit

Während also andere Quellen in der Hitzeperiode schwächelten, erreichte die Photovoltaik neue Höchststände. Im Juni erzeugten Solaranlagen in der EU 52 Terawattstunden Strom, im Juli 55 TWh. Beide Werte sind Monatsrekorde, und in beiden Monaten deckte Solarstrom erstmals ein Viertel der Stromerzeugung in der EU.1  Im Juni war die Sonna damit die größte einzelne Stromquelle der EU, noch vor der Kernkraft mit 21 Prozent. Wie schnell dieser Aufstieg verlief, zeigt der Vergleich mit Juni 2021: Damals kam Solarstrom auf 21 TWh und einen Anteil von 10 Prozent.4 

In einzelnen Ländern war der Anteil noch größer. In Deutschland stammten im Juni 36 Prozent des Stroms aus Solaranlagen, in Spanien 34 Prozent.4 An Hitzetagen legte die Erzeugung zusätzlich zu: In Frankreich und Ungarn lag sie im Tagesschnitt 17 Prozent über den übrigen Juni- und Julitagen, in Spanien 5 Prozent.1 

Und dies, obwohl der Wirkungsgrad von Solarmodulen mit steigender Temperatur sinkt.5  Die Zahlen legen nahe, dass die zusätzliche Einstrahlung den negativen Temperatureffekt im Sommer 2026 mehr als ausgeglichen hat. Auch das Timing hat einen Einfluss auf den Anteil am Strommix: Die Produktion von Solarstrom fällt größtenteils in die Stunden, in denen die Klimaanlagen am stärksten laufen.  

Mit dem Sonnenuntergang endet der Beitrag der Photovoltaik, der Kühlbedarf am frühen Abend bleibt dennoch hoch. Auch die Windkraft kann hier in der Regel wenig ausgleichen, denn bei sonnigem Sommerwetter weht meist nur schwacher Wind.6 Diese Lücke füllten vielerorts Gaskraftwerke. Preislich fielen die Abendspitzen auch deshalb so hoch aus, weil Gas durch den Irankrieg besonders teuer war.7 Der Gaspreis hat genau die Lücke kostspieliger gemacht, die Batteriespeicher künftig schließen könnten.1 

Speicher und Netze: die fehlenden Bausteine

Batteriespeicher, eine flexiblere Stromnachfrage und mehr Verbindungen zwischen den Netzen verschiedener Länder und Regionen: Das ist genau der Mix, der Ember zufolge die Herausforderungen der kommenden Jahre beantworten sollte.1 Batteriespeicher hält die Denkfabrik für besonders geeignet, um das Stromsystem in heißen Sommern abzusichern. Sie können günstigen Solarstrom aus den Mittagsstunden in den Abend verschieben, wenn der Kühlbedarf weiter hoch ist.1 

Mehr als eine richtige Antwort  

Der Sommer 2026 mit seinen extremen Wetterereignissen bestätigt die Strategie, nach der wir unser Portfolio steuern: klimaVest setzt nicht auf eine einzelne Technologie, sondern investiert in Solarparks, Windkraftanlagen und Stromnetze, perspektivisch auch in Batteriespeicher. Windkraft und Photovoltaik ergänzen sich dabei über das Jahr betrachtet: Die Sonne liefert vor allem im Sommer und tagsüber, wenn der Verbrauch hoch ist, der Wind vor allem in der kalten Jahreszeit und auch nachts.6 Über unsere indirekte Beteiligung von rund 4,5 Prozent am Übertragungsnetzbetreiber Amprion sind wir zudem an jener Infrastruktur beteiligt, die Strom über weite Strecken transportiert.8 

Den nächsten Baustein haben wir bereits im Blick: Batteriespeicher gehören zu den primären Zielbranchen von klimaVest. Ein Speicher löst die Kopplung von Erzeugung und Verkauf. Der Strom lässt sich dann vermarkten, wenn er gebraucht wird.

 

Fazit: Der richtige Mix macht´s

Der Hitzesommer 2026 hat gezeigt, wie viel Solarstrom heute zur Versorgungssicherheit in Europa beiträgt. Zugleich hat er offengelegt, wie wichtig der richtige Energiemix ist. Investitionen in neue Solar- und Windparks entfalten ihre volle Wirkung erst gemeinsam mit Netzen und Speichern, die den Strom dorthin und in die Stunden bringen, in denen er gebraucht wird.  

1Ember: Solar helps Europe's grid withstand extreme heat, 13. August 2026. – https://ember-energy.org/latest-insights/solar-helps-europes-grid-withstand-extreme-heat/

2 Praxisjournal Moderne Gebäudetechnik: Sommerhitze erhöht Strombedarf, 26. August 2026. – https://www.tga-praxis.de/news/sommerhitze-erhoeht-strombedarf-zur-gebaeudekuehlung.html

3klimaVest: Strombedarf auf Rekordkurs. – https://klimavest.de/de/blog/strombedarf-auf-rekordkurs

4Ember: A quarter of EU power came from solar for the first time in June, 14. Juli 2026. – https://ember-energy.org/latest-insights/a-quarter-of-eu-power-came-from-solar-for-the-first-time-in-june/

5klimaVest: 6 Mythen über Solarenergie im Faktencheck, zuletzt aktualisiert 10. Juni 2026. – https://klimavest.de/de/blog/6-mythen-solarenergie/

6klimaVest Blog: Winterzeit, Windzeit – Wieso gerade jetzt die Stunde der Windenergie schlägt, 10.6.2026. – https://klimavest.de/de/blog/windparks-winter/

7Tagesschau: Was der Irankrieg für die Gasversorgung bedeutet, 5.3.2026. – https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/gaspreis-hormus-gasspeicher-iran-krieg-100.html

8klimaVest: klimaVest 2026: Wachstum trotz Gegenwind, 30. September 2026. – https://klimavest.de/de/blog/wachstum-trotz-gegenwind/