Der Sommer 2026 war für Europas Stromversorgung ein Stresstest. Mehrere Hitzewellen trieben die Temperaturen in vielen Regionen über 40 Grad, zugleich lag über weiten Teilen des Kontinents eine anhaltende Dürre.1 Und während die Sommerhitze den Energiebedarf etwa im Bereich der Gebäudekühlung enorm erhöhte2, trieben Rechenzentren und E-Mobilität den Bedarf weiterhin voran.3 Doch welche Kraftwerke haben wirklich geliefert, als es darauf ankam?
Die Auswertung der Energie-Denkfabrik Ember gibt eine klare Antwort: Solarstrom war die einzige große Stromquelle, die während der Hitzewellen besser abschnitt als üblich.1
Wenn Flüsse austrocknen, wird Strom knapp
Hitze und Trockenheit treffen viele Kraftwerkstypen an derselben Stelle: beim Wasser. Wasserkraftwerke brauchen ausreichend Zufluss. Kern-, Gas- und Kohlekraftwerke kühlen in der Regel mit Wasser aus Flüssen oder dem Meer. Wird es knapp oder zu warm, müssen sie ihre Leistung drosseln.1
Bei der Wasserkraft war dies besonders deutlich zu sehen. In der EU erzeugte sie in den Monaten Mai, Juni und Juli so wenig Strom wie seit mindestens zehn Jahren nicht.1 Im Juli lagen sieben der acht größten Erzeugerländer, auf die zusammen mehr als 90 Prozent der Wasserkraft in der EU entfallen, unter ihrem Fünfjahresschnitt. Vorausgegangen war ein Winter mit deutlich unterdurchschnittlichem Niederschlag in den Alpen.1
Auch Kohle und Kernkraft kamen unter Druck. In Ungarn und Rumänien bremsten geringe Pegel der Donau die Kernkraftwerke, in Polen mussten zwei Kohlekraftwerke wegen der niedrigen Weichsel ihre Produktion zurückfahren. In Frankreich könnten nach Schätzung von Ember am 12. Juli bis zu 18 Prozent der Kernkraftkapazität von der Hitze betroffen gewesen sein.1