Nord- und Ostsee, die Meere vor Deutschlands Küsten, sind recht flach, weshalb sich der Bau schwimmender Windkraftanlagen hierzulande nicht lohnt. Die Windräder direkt im Meeresboden zu verankern ist weniger aufwändig und günstiger noch dazu. Das Potenzial der Floating Offshore Technologie hat die Bundesrepublik hingegen sehr wohl erkannt und entschieden, an vorderster Front mitmischen zu wollen.
Wenn man anlagenseitig allerhöchstens kleine Brötchen backen kann – im September 2020 hatten ENBW und der Windkraftbauer Aerodyn einen Prototyp im Maßstab 1 zu 10 namens „Nezzy2“ in Hafen-Sichtweite zu Wasser gelassen –, so will man immerhin durch Forschungsinitiativen groß rauskommen. Zu diesem Zweck wurde im August 2019 das aus 13 Partnern bestehende Bündnis „OWSplus – Floating Offshore Wind Solutions“ aus der Taufe gehoben.
Das Bundesforschungsministerium will für Schubkraft sorgen
OWSplus steht für einen Wachstumskern im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung auf den Weg gebrachten Programms „Innovation & Strukturwandel“. Es soll küstennahen Gegenden, ländlichen Räumen und altindustriellen Gebieten, zu denen insbesondere die ostdeutschen Flächenländer zählen, Impulse liefern, um den Anschluss an die starken Wirtschaftsregionen zu finden.
OWSplus – Floating Offshore Wind Solutions“ repräsentiert ein idealtypisches Bündnis aus Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und weiteren Akteuren, welches das Bundesforschungsministerium fördern möchte, um „regional vorhandene Innovationspotenziale zu nutzen und weiterzuentwickeln“.1
Braucht mehr als eine sanfte Brise
Das Bündnis hat sich viel vorgenommen. So hat man sich die Entwicklung und Vermarktung von einer beachtlichen Bandbreite von innovativen Lösungen für schwimmende Offshore-Windparks auf die Fahnen geschrieben. Dabei stehen drei Hauptfelder im Fokus: schwimmende Unterstrukturen, schwimmende Mehrzweckplattformen sowie die Installation und der Betrieb schwimmender Windparks.
In Attributen wie langlebig, betriebssicher, zuverlässig, skalierbar, modular und kostengünstig sollen sich ihre Wettbewerbsfähigkeit manifestieren. Idealerweise bis zum Jahr 2026. Bis dahin die Markterschließung geplant, die weitere Marktdurchdringung ist bis 2030 avisiert. Eine ordentliche Portion unternehmerischer Rückenwind kann da nicht schaden.