Photovoltaik und Agri-PVAgri-PV-Projekt Berlin-Schönefeld
Kennzahlen auf einen Blick
- Standort: Berlin-Schönefeld-Selchow, Brandenburg
- Stromerzeugung durch: Sonne
- Anzahl Solarmodule: 74.064
- Erwerb in: 2022
- Status: In Errichtung
- Geplante Inbetriebnahme: 2. Halbjahr 2026
- Stromproduktion: über 59.000 MWh
- Gesamtnennleistung: rd. 48 MWp
- Errichter: Elysium Solar GmbH
Über die Agri-PV-Anlage
Idealer Standort in der Hauptstadtregion
Auf den Feldern nahe des Berliner Flughafens BER entsteht Strom aus Sonnenenergie, während zwischen den Modulreihen weiterhin Landwirtschaft betrieben wird – die Agri-PV-Anlage Berlin-Schönefeld vereint beides auf einer Fläche. Mit fast 50 Megawatt Nennleistung ist es das erste Agri-PV-Projekt im klimaVest Portfolio und zeigt, wie Flächeneffizienz die Energiewende voranbringt: Landwirtschaft und Stromerzeugung teilen sich dieselbe Fläche, ohne sich gegenseitig zu verdrängen.
Wegweisendes nachgeführtes Tracker System für verbessertes Ertragsprofil
Darüber hinaus können die bifazialen Module sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite die Sonneneinstrahlung zur Stromproduktion nutzen, was den gesamten Ertrag der Anlage erhöht. Die nachgeführte Bauweise bringt noch einen weiteren Vorteil: Zwischen den Modulreihen bleibt genug Platz und Licht für die landwirtschaftliche Nutzung.
Entwicklungspartner Elysium Solar
Der deutsche Solarmarkt und Agri-PV im Aufwind
Rekordausbau von Photovoltaik in Deutschland
Deutschland erlebt weiterhin einen anhaltenden Photovoltaik-Boom. Im Jahr 2025 gingen Solaranlagen mit einer Leistung von 16,5 Gigawatt neu ans Netz – das von der Bundesregierung vorgesehene Ausbauziel von 15 Gigawatt wurde damit übertroffen. Ende 2025 waren in Deutschland insgesamt über 117 Gigawatt Solarleistung installiert, bis 2030 soll die Leistung auf 215 Gigawatt steigen.1 2 Bereits 2025 deckten erneuerbare Energien rund 56 Prozent des Bruttostromverbrauchs – das dritte Jahr in Folge, in dem mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs aus regenerativen Quellen stammt.1 Das im Mai 2024 in Kraft getretene Solarpaket I der Bundesregierung treibt diesen Aufschwung voran und schafft bessere Rahmenbedingungen für Technologien wie Agri-PV.3 Für Agri-PV-Anlagen gibt es eigene Ausschreibungskontingente und höhere Vergütungen – das Ausschreibungsvolumen für besondere Solaranlagen wurde 2025 auf 800 Megawatt pro Jahr mehr als verdoppelt, und Anlagen bis zu einem Megawatt erhalten eine feste Einspeisevergütung von 9,36 Cent/kWh über 20 Jahre.4 Damit adressiert der Gesetzgeber einen wachsenden Konflikt: Landwirtschaftliche Flächen werden für Infrastruktur und Energieerzeugung immer knapper. Agri-PV löst diesen Konflikt, indem Nahrungsmittelproduktion und Stromerzeugung dieselbe Fläche nutzen – eine echte Doppelernte.5
Großes Potenzial mit konkreten Vorteilen
Rund 4,3 Millionen Hektar in Deutschland eignen sich besonders für Agri-PV, weil dort bestimmte Kulturen und Flächentypen gut mit PV-Modulen harmonieren.6 Das Forschungszentrum Jülich beziffert das realistische Potenzial – also Flächen, auf denen Agri-PV ökologisch sinnvoll ist und Erträge stabilisiert – auf ein bis zwei Prozent aller landwirtschaftlichen Flächen. Das entspricht einer Leistung von 170 bis 340 Gigawatt, die bis 2040 zum deutschen Solarausbau beitragen kann7. Die Vorteile überzeugen: Die Module schützen Pflanzen vor Hitze und Trockenstress, verringern Verdunstung und können unter sich wandelnden Klimabedingungen die Erträge stabilisieren8. Darüber hinaus erschließen sich Landwirtschaftsbetriebe zusätzliche Einkommensquellen durch Verpachtung oder den eigenen Betrieb der Anlagen. Allerdings stehen Agri-PV-Projekte auch vor Herausforderungen: Die Investitionskosten liegen höher als bei konventionellen Anlagen, einheitliche Standards fehlen, und die rechtlichen Rahmenbedingungen variieren regional8. Die Weiterentwicklung der DIN SPEC 91434 zu einer vollständigen Norm soll hier Abhilfe schaffen und Planungssicherheit für Landwirte, Investoren und Genehmigungsbehörden bieten7.
Mit rund 48 Megawatt installierter Leistung sowie einem eigenen Umspannwerk handelt es sich bei dem Projekt um ein attraktives Asset mit einem gutem Investitionsvolumen. Die Investition in Agri-PV diversifiziert das klimaVest Portfolio sowohl auf Technologie- als auch auf Standortebene.
Bedeutung für Fonds
Strategische Positionierung in innovativer Technologie
Der Erwerb der Agri-PV-Anlage in Berlin-Schönefeld unterstreicht die strategische Ausrichtung von klimaVest, zukunftsfähige Technologien im Bereich der erneuerbaren Energien zu integrieren. Als einziges Projekt dieser Art im Portfolio zeigt die Investition, wie Energieversorgung und Landwirtschaft gemeinsam genutzt werden können. klimaVest positioniert sich damit bewusst als Vorreiter: Der Fonds setzt auf Technologien, die Flächenkonflikte lösen anstatt zu verschärfen.
Professioneller Transaktionsprozess
Der Ankauf erfolgte im Herbst 2022 zu einem Zeitpunkt, an dem immer mehr Investoren nach förderfreien Solarprojekten mit verlässlichen Stromabnahmeverträgen suchten. klimaVest positioniert sich damit bewusst als Vorreiter: Der Fonds setzt auf Technologien, die Flächenkonflikte lösen statt verschärfen und Landwirtschaft mit Energieerzeugung verbinden.
Expertise der Commerz Real9
Die Commerz Real brachte ihre langjährige Erfahrung mit komplexen Energieprojekten ein – von der technischen und wirtschaftlichen Prüfung über die Vertragsverhandlungen bis zur Einbindung in das bestehende Portfolio. Mit dem Projekt erweitert klimaVest sein Portfolio um eine weitere PV-Anlage und erschließt gleichzeitig eine Technologie, die auf dem Markt stark an Bedeutung gewinnt: nachgeführtes Agri-PV als Antwort auf wachsende Flächenkonflikte.
Nachgeführte Tracker Systeme sind ein Game-Changer für die Flächeneffizienz: Sie produzieren rund 20 Prozent mehr Strom pro installiertem Kilowatt als südausgerichtete Anlagen und ermöglichen gleichzeitig die landwirtschaftliche Bewirtschaftung. Die PV-Anlage Berlin-Schönefeld zeigt, dass klimaVest gezielt in Technologien investiert, die echte Synergienutzung ermöglichen – ohne Kompromisse bei der Stromproduktion.
Weitere Einblicke ins Portfolio
Das klimaVest Portfolio: 43 Standorte. 6 Länder. Ein Portfolio. Sehen Sie, wo klimaVest investiert — mit interaktiver Karte und Detailinfos zu jedem Asset.
1Bundesnetzagentur (2025): Ausbau Erneuerbarer Energien 2024. Pressemitteilung vom 8. Januar 2025. https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2025/20250108_EE.html
2Aceflex.de (2024): Photovoltaik Deutschland Statistik 2024 – Wie entwickelt sie sich? https://www.aceflex.de/magazin/photovoltaik-deutschland-statistik-2024-alle-daten/
3Deutscher Bundestag (2024): Neuregelung der Förderung besonderer Photovoltaikanlagen beschlossen. Dokumentation vom 26. April 2024. https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw17-de-eeg-photovoltaik-999570
4Taylor Wessing (2024): Solarpaket I – Änderungen im Überblick. Mai 2024. https://www.taylorwessing.com/de/insights-and-events/insights/2024/05/power-play-solarpaket-i
5Deutscher Bauernverband (o.J.): Agri-Photovoltaik – Positionen und Beschlüsse. https://www.bauernverband.de/dbv-positionen/positionen-beschluesse/position/agri-photovoltaik
6Windindustrie in Deutschland (2024): Studie zu Flächenpotenzialen für Agri-Photovoltaik. April 2024. https://www.windindustrie-in-deutschland.de/arbeitsplatzinitiative/expertenwissen/studie-flaechenpotenzial-fuer-agri-pv-liegt-bei-4-3-mio-hektar
7Forschungszentrum Jülich (2025): Doppelernte vom Acker: Potenzial und Herausforderungen von Agri-PV. Januar 2025. https://www.fz-juelich.de/de/aktuelles/news/pressemitteilungen/2025/doppelernte-vom-acker-potenzial-und-herausforderungen-von-agri-pv
8Solarserver.de (2025): FZ Jülich: Welche Potenziale die Agri-PV bietet. Januar 2025. https://www.solarserver.de/2025/11/24/fz-juelich-welche-potenziale-die-agri-pv-bietet
9Verwaltungsgesellschaft des Fonds ist die Commerz Real Fund Management S.à r.l.