Was passiert, wenn Innovation auf Verantwortung trifft? klimaVest hat 2025 im Windpark Tout Vent in Frankreich ein Pilotprojekt gestartet, das zeigt, wie sich Artenschutz und Energiegewinnung miteinander vereinen lassen. Ziel war es, die lokale Fledermauspopulation besser zu schützen und gleichzeitig den Windertrag auf möglichst hohem Niveau zu halten.
Fledermäuse: Im Spannungsfeld zwischen Klimawandel und Windenergie
Windkraftanlagen sind ein zentraler Hebel, um CO₂-Emissionen zu senken – allein der Energiesektor war zuletzt in Europa für rund 2,5 Milliarden Tonnen CO₂ verantwortlich.1 Doch so wichtig Windkraft für den Klimaschutz ist, so sehr steht sie zugleich im Spannungsfeld mit dem Schutz regionaler Tierarten. Immer wieder wird berichtet, dass Anlagen für Vögel und auch für die streng geschützten Fledermäuse zur Gefahr werden können.
Die Frage lautet daher: Wie lässt sich der Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben, ohne den Artenschutz zu vernachlässigen? Denn beides ist eng miteinander verknüpft. Der Klimawandel bedroht Fledermausarten bereits heute, milde Winter verändern ihre Lebensräume, das Insektensterben schränkt ihre Nahrungsgrundlage ein.23
Warum sind Fledermäuse besonders gefährdet? Sie fliegen häufig in Rotorhöhe und können die schnell rotierenden Blätter nicht rechtzeitig erkennen. Das Kollisionsrisiko ist hoch – und meist tödlich. Da Fledermäuse nur wenige Jungtiere pro Jahr zur Welt bringen, gefährden schon kleine Verluste ganze Populationen.
Windkraftanlagen unterliegen daher strengen artenschutzrechtlichen Auflagen. Dennoch braucht es zusätzliche Anstrengungen, um Artenvielfalt zu erhalten und gleichzeitig den Ausbau der Erneuerbaren voranzubringen. Beides zu verbinden, ist entscheidend: Denn kurzfristiger Schutz von Tierarten und langfristiger Klimaschutz sind zwei Seiten derselben Medaille.