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Hinter uns liegt ein Jahr der Weichenstellungen. Hatten zu Beginn des Jahres 2025 politische Unwägbarkeiten – von den US-Wahlen bis zur vorgezogenen Bundestagswahl – die Märkte in Atem gehalten, starten wir 2026 mit deutlich mehr Klarheit. Die neuen Rahmenbedingungen sind gesteckt, doch die Dynamik nimmt eher zu als ab. Bevor wir analysieren, welche Themen die kommenden Monate prägen werden, lohnt ein Blick auf unsere Prognosen des Vorjahres: Was hat sich bewahrheitet? Wo gab es Abweichungen? 


Rückblick: Unsere Prognosen für 2025 im Check

Die Energiepolitik blieb erwartungsgemäß ein zentrales Debattenthema. Die neue Regierung bekräftigte, wie prognostiziert, ihren Kurs pro Energiewende und schuf mit dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität ein starkes Fundament: Das rund 500 Milliarden Euro umfassende Investitionspaket stärkt gezielt den Netzausbau, Speicherlösungen sowie den Ausbau erneuerbarer Energien insgesamt.1 

Auch unsere Prognose eines neuen Rekordniveaus bei den Erneuerbaren hat sich bewahrheitet. Zwar führten unerwartet windarme Wetterlagen hierzulande zu geringeren Erträgen bei der Windkraft, gleichzeitig setzte die Photovoltaik neue Bestmarken und übertraf erstmals den Anteil der Braunkohle im Strommix.2   

Unabhängig von der wetterbedingten Ertragsschwäche hat sich das Ausbautempo bei der Windenergie deutlich beschleunigt. 2025 war in Deutschland das zweitstärkste Jahr für den Ausbau von Onshore-Windkraft: Die neu installierte Leistung stieg gegenüber dem Vorjahr um mehr als 50 Prozent. Insgesamt gingen 958 neue Windräder mit einer Leistung von 5,2 Gigawatt in Betrieb, der Nettozubau lag nach Abzug stillgelegter Anlagen bei rund 4,6 Gigawatt. Besonders deutlich zeigt sich die Dynamik bei den Genehmigungen: Mit rund 3.300 bewilligten Anträgen und 20,8 Gigawatt genehmigter Leistung wurde ein neuer Rekord erreicht: ein Plus von fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 3 

In unserem Ausblick auf 2025 haben wir vom „Jahr des ELTIFs“ gesprochen und uns optimistisch zur damaligen Prognose von rund 40 neuen Fonds im Jahresverlauf geäußert. Die tatsächliche Entwicklung hat diese Erwartungen deutlich übertroffen: Allein in den ersten drei Quartalen wurden 82 neue ELTIFs aufgelegt.4 


 

Die Trends für 2026: Von systemweiter Elektrifizierung bis ELTIFs

Für das Jahr 2026 sehen wir zwei zentrale Säulen: Zum einen die neue Dimension der Elektrifizierung (geprägt durch Sektorkopplung, Netzausbau und Speicherung) und zum anderen die Demokratisierung der Private Markets.  

1. KI erhöht Stromnachfrage massiv

Die Stromnachfrage steigt seit Jahren, doch 2026 wird diese Dynamik durch die flächendeckende Ausbreitung energieintensiver KI-Anwendungen eine neue Dimension erreichen. Rechenzentren bilden das Rückgrat dieser Entwicklung. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) wird sich der Bedarf bis 2030 auf 945 TWh mehr als verdoppeln; langfristige Szenarien für 2050 reichen sogar bis zu 3.500 TWh.5  

In Europa manifestiert sich dieser Trend besonders in Märkten wie Deutschland, Spanien und den nordischen Ländern 6. Neben KI fungieren hier auch Cloud Computing und die fortschreitende Digitalisierung der Wirtschaft als Beschleuniger.6 Das Besondere: Rechenzentren benötigen eine absolut störungsfreie Rund-um-die-Uhr-Versorgung. Gleichzeitig stehen sie unter hohem regulatorischen Druck, Strom aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Dies steigert die Anforderungen an erneuerbare Energien massiv und schafft einen hochattraktiven Absatzmarkt für unsere Anlagen.7 

2. Netzinfrastruktur: Der entscheidende Faktor

Um den steigenden Strombedarf zu decken, ist der Ausbau der erneuerbaren Energien ein zentraler Baustein. Doch den Blick allein auf die Erzeugung zu richten, reicht nicht aus. 2026 rückt die Netzinfrastruktur weiter in den Fokus. Jahrzehntelange Unterinvestitionen haben das Stromnetz in vielen Märkten zum kritischen Engpass gemacht. In der EU sind 40 % der Netze älter als 40 Jahre. Die Europäische Kommission schätzt den Investitionsbedarf bis 2030 auf 584 Milliarden Euro.7 Für uns bedeutet das eine Erweiterung der Perspektive: Der Erfolg einer Anlage wird 2026 nicht mehr nur an der reinen Verfügbarkeit der Turbinen gemessen, sondern daran, wie intelligent sie mit dem Netz interagiert.6

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1Quelle: https://www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Themen/Oeffentliche_Finanzen/SVIK/sondervermoegen-infrastruktur-klimaneutralitaet.html

2Quelle: https://www.n-tv.de/wirtschaft/Der-Strompreis-entkoppelt-sich-vom-Gaspreis-das-ist-eine-grundlegende-Veraenderung-id30230004.html

3Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/windenergie-ausbau-102.html

4Quelle: https://www.fundresearch.de/eltif/eltif-markt-waechst-rasant-rekordzahl-neuer-fonds.php

5Quelle: https://www.candriam.com/de-ch/regulated-qualified-investor/insights/highlighted/outlook-2026/the-age-of-electricity/

6Quelle: https://www.delfos.energy/blog-posts/renewable-energy-trends-in-europe-for-2026

7Quelle: https://www.spglobal.com/energy/en/news-research/special-reports/energy-transition/horizons-top-cleantech-trends-2026

8Quelle: https://inventure.capital/intelligence-hub/portfolio-2026-warum-die-klassische-60-40-aufteilung-ausgedient-hat-und-wie-vermoegende-anleger-jetzt

9Quelle: https://www.deloitte.com/us/en/insights/industry/financial-services/financial-services-industry-outlooks/investment-management-industry-outlook.html