Luftaufnahme eines Containerschiffs mit bunten Frachtcontainern, das auf tiefblauem Meer fährt und eine breite Bugwelle hinterlässt.

Erneuerbare Energien als Antwort Energieversorgung unter Druck: Was der Nahost-Krieg für klimaVest bedeutet

30.04.2026 5 Minuten Lesezeit

Die Krise im Nahen Osten und die Blockade der Straße von Hormus haben die Energiemärkte weltweit erschüttert. Es zeigt sich einmal mehr, wie anfällig Volkswirtschaften durch die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern werden. Erneuerbare Energien sind ein strukturelles Gegenmodell: Durch ihren konsequenten Ausbau können sie einen wichtigen Beitrag zu einer resilienten und unabhängigen Energieversorgung leisten.

Die „fossile Falle“: Ursache struktureller Abhängigkeiten

Ukraine, Venezuela, Nahost: Die geopolitischen Konflikte der vergangenen Jahre führen uns immer wieder vor Augen, wie riskant die Abhängigkeit von fossilen Energien für die wirtschaftliche Stabilität ist. Da Öl und Gas global gehandelt und über Nadelöhre wie die Straße von Hormus transportiert werden, können Krisenherde die globale Versorgung destabilisieren. Die jüngsten Preissteigerungen bei Öl und Gas verdeutlichen diese strukturelle Abhängigkeit erneut.

Ursache ist unsere Energiestruktur: In Deutschland basiert der Energieverbrauch noch immer zu etwa 78 Prozent auf Öl und Gas. Nur ein kleiner Teil –  rund 20 Prozent des deutschen Energieverbrauchs – entfällt auf Strom¹, dessen Anteil aus erneuerbaren Energien inzwischen bei etwas mehr als 50 Prozent liegt.² Der konsequente Ausbau dieser Quellen und die Elektrifizierung von Industrie und Verkehr sind daher die entscheidenden Hebel für mehr Unabhängigkeit. 
 

Auswirkungen auf die Kapitalmärkte und klimaVest

Geopolitische Spannungen sind schnell auch an den Kapitalmärkten spürbar. Gerade in Märkten wie Deutschland, die in hohem Maß auf Öl- und Gasimporte angewiesen sind, können sie die Versorgungssicherheit schnell unter Druck setzen. Die Aktienmärkte, besonders in energieintensiven Branchen, reagieren in solchen Phasen häufig mit höherer Volatilität und Kursverlusten. Anleger:innen verhalten sich in diesem Marktumfeld verständlicherweise zurückhaltender.

Als Fonds, der in erneuerbare Energien und Infrastruktur investiert, ist klimaVest strukturell anders positioniert. Diese resiliente Positionierung verdankt der Fonds vor allem der breiten Diversifizierung:

  • Vielseitiges Stromerzeugungsportfolio: Erträge fließen diversifiziert über staatlich geregelte Einspeisevergütungen, langfristige Stromabnahmeverträge (PPAs) und Verkäufe am Spotmarkt. Dies kann die Ertragsbasis auch in volatilen Zeiten stabilisieren.
  • Regionale Diversifikation: Auch geografisch ist das Portfolio von klimaVest mit Assets in sechs EU-Ländern an insgesamt 42 Standorten breit aufgestellt. Langfristig sieht die Fondsstrategie eine noch weiter gefächerte geografische Verteilung über wirtschaftlich stabile Standorte in Europa vor. So erfolgte in der zweiten Jahreshälfte 2025 der Baustart für mehrere große Photovoltaik-Projekte, unter anderem in Spanien und Südschweden
  • Technologiemix: Das Portfolio setzt auf einen Mix aus Windkraft, Photovoltaik und Netzinfrastruktur.

 

Weitere Entwicklung der Gas- und Strompreise

Gas spielt in den Strommixen der Länder, in denen klimaVest investiert ist, eine unterschiedlich starke Rolle. Infolge der Krise sind die Terminmarktpreise für Gas und Strom gestiegen. Für die Jahre 2026 und 2027 gehen wir daher derzeit von preislich attraktiveren Rahmenbedingungen für den Verkauf von Strom aus. Durch den Anteil von Merchant-Assets im Portfolio besteht die Chance, an einer solchen Aufwärtsbewegung der Strompreise zu partizipieren.

Eine belastbare Veränderung der langfristigen Strompreiserwartungen über 2027 hinaus sehen wir derzeit nicht; aus heutiger Sicht rechnen wir ab 2028 eher mit einer Normalisierung. Wir beobachten den Markt jedoch genau, um mögliche Chancen zur Sicherung langfristiger Stromabnahmeverträge zu nutzen. (Stand: April 2026)

Erneuerbare Energien als strukturelle Antwort

Erneuerbare Energien sind ein strukturelles Gegenmodell zur fossilen Abhängigkeit. Sie werden lokal erzeugt, sind nicht auf globale Transportrouten angewiesen und sind dadurch deutlich weniger anfällig für geopolitische Preisrisiken. Die aktuelle Krise ist kein Einzelfall, sondern ein weiterer Beleg für eine strukturelle Verwundbarkeit. Diese können wir nur verringern, indem wir die Energiewende konsequent weiterverfolgen und beschleunigen. Die Transformation des Energiesystems hin zu erneuerbaren Energien ist nicht nur klimapolitisch, sondern auch wirtschaftlich und sicherheitspolitisch sinnvoll. 
Jede Energiekrise, die durch fossile Abhängigkeiten ausgelöst wird, macht einmal mehr deutlich: Der Weg zu einer stabilen und klimaverträglichen Energieversorgung führt über den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien. 
Timo Werner
Timo Werner
klimaVest Fondsmanager
klimaVest setzt diesen Weg bereits heute um. Als größter ELTIF in Europa ermöglicht der Fonds, privates Kapital für erneuerbare Energien und Infrastruktur bereitzustellen für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren.

Investitionsstrategie im Fokus: Die klimaVest Perspektive

Im aktuellen Umfeld aus geopolitischen Spannungen und Energiekrisen zeigt sich klimaVest resilient durch sein breit diversifiziertes Portfolio aus erneuerbaren Energien und Netzinfrastruktur. Für Anleger:innen, die Stabilität im Portfolio mit einem Beitrag zur Energiewende verbinden wollen, bestätigt die aktuelle Lage die Strategie von klimaVest. Durch Investition in vorrangig nachhaltige Vermögenswerte aus dem Bereich Renewables (hauptsächlich Solar- und Windkraft) sowie Netzinfrastruktur leistet der Fonds einen positiven Beitrag zum Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Die Krise im Nahen Osten ist ein weiterer Beleg dafür, dass die Transformation des Energiesystems hin zu Erneuerbaren nicht nur klimapolitisch geboten, sondern auch wirtschaftlich notwendig ist. klimaVest steht für genau diesen Ansatz.
 
¹ https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/energie-fossile-falle-der-iran-krieg-offenbart-deutschlands-gefaehrliche-abhaengigkeit-01/100202705.html 
² https://www.bdew.de/media/documents/Die_Energieversorgung_2025_FINAL_2025_12_17_1.pdf